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08.05.2014

12:51 Uhr

Dutzende Tote

Islamisten sprengen Hotel in Aleppo

Durch eine gewaltige Explosion in Aleppo sind offenbar Dutzende Soldaten und Kämpfer regimetreuer Milizen getötet worden. Die Rebellen haben wohl einen Tunnel unter dem historischen Gebäude gegraben.

Rauch über Aleppo: Die Explosion in einem Hotel soll Dutzende Soldaten und Kämpfer regimetreuer Milizen getötet haben. Reuters

Rauch über Aleppo: Die Explosion in einem Hotel soll Dutzende Soldaten und Kämpfer regimetreuer Milizen getötet haben.

Aleppo/HomsIslamistische Rebellen haben in der syrischen Stadt Aleppo einen Sprengsatz unter einem Hotel gezündet, das von den Regierungstruppen genutzt wird. Durch die gewaltige Explosion sollen nach offiziell unbestätigten Angaben von Revolutionsaktivisten Dutzende Soldaten und Kämpfer regimetreuer Milizen getötet worden sein. Das historische Gebäude wurde dabei am Donnerstag stark beschädigt. Aktivisten berichteten, die Rebellen hätten unter dem Gebäude einen Tunnel gegraben und dort eine größere Menge Sprengstoff versteckt.

In der Altstadt von Homs trafen am Mittag Busse ein, mit denen die letzten Kämpfer und Zivilisten aus dem vormals belagerten Viertel abgeholt werden sollten. Am Mittwoch hatten gemäß einer Vereinbarung zwischen den Rebellen und dem Regime von Präsident Baschar al-Assad 600 Menschen das vormals belagerte Viertel verlassen, darunter 450 Kämpfer. Die Rebellen hatten nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter ihrerseits 14 Soldaten und eine iranische Zivilistin freigelassen sowie 15 alawitische Zivilisten aus der Provinz Latakia, die im vergangenen August verschleppt worden waren.

Chemische Kampfstoffe

Was sind Chemiewaffen?

Chemische Waffen gehören zu der Kategorie der ABC-Waffen (Atomar, Biologisch, Chemisch). In der Regel sind Chemiewaffen künstlich produzierte Giftstoffe, die fest, flüssig oder gasförmig sein können. Nervengifte wie Sarin und Hautkampfstoffe wie Senfgas werden gezielt zur Tötung oder Verletzung von Menschen eingesetzt. Zumeist werden auch Reizstoffe wie Tränengas dazugezählt.

Chemiewaffenkonvention

Die Chemiewaffenkonvention (CWK) ist ein Übereinkommen von Staaten der Vereinten Nationen, um die Herstellung, Verbreitung und Verwendung chemischer Waffen zu verhindern. Die CWK verbietet den Unterzeichnern, Chemiewaffen herzustellen, zu besitzen und einzusetzen. Reizstoffe wie Tränengas werden allerdings nur geächtet. Die CWK steht in der Tradition des Genfer Protokolls, das bereits 1925 den Einsatz von Giftgas in Kriegen verhindern sollte.

Nicht-Mitglieder der CWK

Israel und Myanmar haben 1993 die Chemiewaffenkonvention zwar unterzeichnet, doch bislang nicht durch ihre Parlamente ratifiziert. Angola, Ägypten, Nordkorea, Südsudan und Syrien haben das Abkommen weder unterschrieben noch ratifiziert.

Die OPCW

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) überwacht die Einhaltung der Chemiewaffenkonvention. Die OPCW wird von den Mitgliedern der Uno finanziert. Der Hauptsitz ist in Den Haag.

Das Regime setzte ungeachtet westlicher Kritik seine Vorbereitungen für die Präsidentenwahl am 3. Juni fort. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, Syrer, die im Ausland lebten, sollten sich bei den diplomatischen Vertretungen als Wähler registrieren lassen. Die Opposition hat die Wahl als „Farce“ bezeichnet.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

08.05.2014, 13:33 Uhr

In diesem Konflikt sind die Radikalislamisten doch eigentlich die Guten!

Obwohl die Taliban seit dem 11.September für das Böse in der Welt verantwortlich sind.
Aber wie schnell ändern die USA ihre Strategie wenns ums Geld geht. Da zählt die Moral nichts.

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