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06.09.2014

03:24 Uhr

Ebola-Seuche

Sierra Leone verhängt viertägige Ausgangssperre

Sierra Leone trifft im Kampf gegen die Ebola-Seuche eine drastische Maßnahme: Vier Tage lang müssen die Bürger des westafrikanischen Landes zu Hause bleiben. Soldaten und Polizei sorgen für die Einhaltung der Ausgangssperre.

Ein Poster klärt die Menschen über das Ebola-Virus auf. Im Kampf gegen die Seuche verhängt Sierra Leone eine viertägige Ausgangssperre. Reuters

Ein Poster klärt die Menschen über das Ebola-Virus auf. Im Kampf gegen die Seuche verhängt Sierra Leone eine viertägige Ausgangssperre.

Sierra Leone will die Verbreitung der tödlichen Ebola-Seuche mit einer viertägigen landesweiten Ausgangssperre eindämmen. Die Bürger des westafrikanischen Landes dürften ihre Häuser vom 18. bis zum 21. September nicht verlassen, erklärte Präsidentenberater Ibrahim Ben Kargbo am Freitag.

Der radikale Schritt solle es Ärzten ermöglichen, Infizierte in einem frühen Stadium der Krankheit zu identifizieren. „Diese aggressive Herangehensweise ist nötig, um die Ausbreitung von Ebola endgültig in den Griff zu bekommen.“

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Um die Ausgangssperre durchzusetzen, sollen 21.000 Menschen angestellt werden. Schon jetzt sind tausende von Polizisten und Soldaten im Einsatz, um die Quarantäne von besonders hart getroffenen Siedlungen zu überwachen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind seit dem Ebola-Ausbruch bereits 2100 Menschen an dem Virus gestorben.

Von

rtr

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