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02.08.2013

07:42 Uhr

Edward Snowden

Die Frau an seiner Seite

Einst stand sie Wikileaks-Chef Assange zur Seite, jetzt begleitete sie „Whistleblower“ Snowden auf der Flucht aus Hongkong ins russische Asyl. Wer ist diese junge Frau?

Sarah Harrison: Erst begleitet sie Wikileaks-Chef Assange, nun ist sie die Frau an der Seite von Edward Snowden (rechts). ap

Sarah Harrison: Erst begleitet sie Wikileaks-Chef Assange, nun ist sie die Frau an der Seite von Edward Snowden (rechts).

LondonEs war sicher eine quälend lange Zeit für „Whistleblower“ Edward Snowden – das Warten darauf, ob ihm Russland Asyl gewährt oder nicht. Aber er war nicht allein, die ganze Zeit über hielt sich eine Mitarbeiterin der Enthüllungsplattform Wikileaks an seiner Seite auf. Sie heißt Sarah Harrison und ist zunehmend zu einer zentralen, gleichwohl mysteriösen Figur in der Saga um Snowdens Flucht vor der US-Justiz geworden.

Soviel weiß man: Harrison hat sich im Laufe weniger Jahre von einer Praktikantin zu einer der engsten Vertrauten von Wikileaks-Gründer Julian Assange entwickelt. Aber jetzt, als Beraterin und Begleiterin von Snowden, hat sie noch mehr an Profil und Aufmerksamkeitswert gewonnen.

Der Plattform zufolge ist sie mit dem früheren Mitarbeiter des Geheimdienstes NSA im Juni von Hongkong nach Moskau gereist. Sie erschien mit ihm zu einem Aktivisten-Treffen auf dem Flughafen Scheremetjewo, in dessen Transitbereich der IT-Experte wochenlang gestrandet war. Wikileaks zufolge schlüpfte sie zusammen mit Snowden am Donnerstag am Airport auch in ein Taxi, nachdem Russland dem Flüchtigen ein vorläufiges Asyl von einem Jahr gewährt hatte.

Die NSA-Spähaffäre und die Causa Snowden

5.Juni

Die britische Zeitung „The Guardian“ berichtet, dass der Handynetzbetreiber Verizon dem US-Geheimdienst NSA auf der Grundlage eines geheimen Gerichtsurteils täglich Informationen zu allen Telefonanrufen innerhalb der USA sowie zwischen der USA und anderen Ländern übermitteln muss.

6. Juni

Berichten der "Washington Post" und des „Guardian“ zufolge dürfen die NSA und die Bundespolizei FBI auf Serverdaten der Internetkonzerne Google, Microsoft, Yahoo, Facebook, Apple, Youtube, Skype, AOL und PalTalk zugreifen. Das geheime Überwachungsprogramm wurde demnach 2007 eingeführt.

9. Juni

Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden, der über Hawaii nach Hongkong geflohen war, gibt sich als Quelle der Enthüllungen zu erkennen. Drei Tage später beschuldigt er Washington, weltweit "hunderttausende Computer" zu überwachen.

21. Juni

Die US-Regierung beschuldigt Snowden der Spionage, des Diebstahls und der illegalen Nutzung von Regierungseigentum. Washington verlangt von Hongkong die Auslieferung des IT-Experten.

23. Juni

Snowden, gegen den inzwischen ein Haftbefehl vorliegt, reist nach Moskau. Sein Reisepass wurde von den US-Behörden ungültig gemacht. Der ecuadorianischen Regierung liegt nach eigenen Angaben ein Asylantrag Snowdens vor. Washington warnt Moskau und Peking vor diplomatischen Konsequenzen.

1. Juli

Putin bietet Snowden ein Aufenthaltsrecht in Russland an, fordert aber, dass der Informant seine Aktivitäten gegen die USA einstellt. Nach Angaben der Plattform „Wikileaks“ hat Snowden in zahlreichen Ländern, darunter Deutschland, um politisches Asyl ersucht.

2. Juli

Mehrere Staaten lehnen Snowdens Asylantrag ab. Nach Ländern wie Deutschland, Österreich, Brasilien, Spanien und Polen erteilen ihm am Tag darauf auch Frankreich und Italien eine Absage.

21. Juli 2013

Das Bundesamt für Verfassungsschutz räumt ein, es teste ein NSA-Spähprogramm, setze es aber derzeit nicht ein. Der „Spiegel“ berichtet, der BND habe sich für eine laxere Auslegung deutscher Datenschutzgesetze eingesetzt, um den Austausch zu erleichtern.

1 .August

Snowden erhält vorläufiges Asyl in Russland und verlässt den Flughafen. Er darf nun ein Jahr lang im Land bleiben, sein russischer Wohnort wird aus Sicherheitsgründen geheimgehalten.

7. August

US-Präsident Barack Obama sagt ein für Anfang September geplantes Einzeltreffen mit Putin am Rand des St. Petersburger G-20-Gipfels wegen der Spannungen um Snowden ab.

31. Oktober

Unter strenger Geheimhaltung trifft der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele Snowden in Russland. Der Informant habe grundsätzliches Interesse, in Deutschland zur NSA-Spähaffäre auszusagen, sagt Stöbele anschließend.

Viel mehr hat die Internet-Plattform nicht über Sarah Harrison bekanntgemacht. Aber klar ist, dass sie für Wikileaks mittlerweile unverzichtbar geworden ist. Beschrieben wird sie schlicht als Snowdens Rechtsberaterin. Sie scheint aber keinen Juraabschluss zu haben. Ihre Biografie auf der Wikileaks-Website weist sie als britische Staatsbürgerin, Journalistin und Forscherin in Sachen Recht aus. Laut Medienberichten ist sie 31 Jahre alt.

Während Harrison ein Praktikum am Zentrum für investigativen Journalismus an der Londoner City University absolvierte, half sie Wikileaks-Chef Assange den Angaben zufolge bei der Enthüllung geheimer US-Militärdokumente. Im August 2010 begann sie dann für eine andere gemeinnützige britische Einrichtung zu arbeiten, die ebenfalls investigativen Journalismus unterstützt.

Kommentare (10)

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pool

02.08.2013, 10:22 Uhr

Kriegen wir jetzt jeden Tag Interpretationen geliefert, wer wann wo neben Snowden gesessen hat? Der Bericht ist banal; die Frau keine öffentliche Person, hat also das Recht auf eine Privatsphäre, welche hier im Boulevardstil untergraben wird.
Und weil das so schön passt, verbreitet die rührige DPA ein vermeintliches Geheimprotokoll von Kohl, das uns empören soll. Der Bericht erscheint in allen Mainstreammedien und ist genauso exklusiv wie einer über den Sonnenaufgang.
"Geheimsache" soll den gleichgeschalteten Mediensalat mit "Wahrheit" impfen, Politikern die Blässe aus dem Gesicht treiben, wo politische Absicht drinnen steckt.

Bmehrens

02.08.2013, 10:35 Uhr

Die ist Abteilungsleiterin der Firma NSA, denn die horcht doch alles ab.

AxelSiegler

02.08.2013, 10:44 Uhr

.. finde ich nicht: jeder soll sich an seinen eigenen Massstäben messen lassen! Wenn sich diese Frau nicht entblödet, für ein Syndikat einzutreten, dass alles und jeden auf dem absurden Altar vermeintlicher "Transparenz" zu zerren zerren meint ohne jeden Respekt vor Privat- und Geheimsphäre, sollte man dies jetzt auch mir ihr und ihrer mglst dreckigen Wäsche machen! Soll Sie'mal am eigenen Leib merken, wie es ist, der Meute vorgeführt zu werden!

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