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04.06.2012

16:12 Uhr

EFSF-Kandidat

Schlüpft Zypern bald unter den Rettungsschirm?

Auch die Inselrepublik Zypern könnte bald unter den europäischen Rettungsschirm kriechen. Vor allem das Bankensystem des Landes ist instabil, denn es ist eng mit den griechischen Banken verwoben.

Zypern zeigt Solidarität mit Athen: Die Banken sind verwoben. dpa

Zypern zeigt Solidarität mit Athen: Die Banken sind verwoben.

NikosiaDie Republik Zypern sucht nach Wegen, sein ins Wanken geratene Bankensystem zu stabilisieren. Wie es am Montag aus Kreisen des Finanzministeriums hieß, könnte die Regierung in Nikosia in den nächsten Wochen einen Antrag auf Unterstützung in Brüssel stellen. Dies sei jedoch „noch nicht beschlossen“. Es werde auch „nach anderen Lösungen gesucht“, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa weiter. Darunter sei ein Kredit aus einem Land außerhalb der EU. Staatspräsident Dimitris Christofias hatte bereits vergangene Woche nicht ausgeschlossen, dass Zypern unter den EFSF-Schirm schlüpfen könnte.

Nach Einschätzung der EU-Kommission braucht das Land jedoch keine internationalen Finanzhilfen. „Wir sind zuversichtlich, dass Zypern die Herausforderungen überwinden kann“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Montag in Brüssel. Die EU-Behörde reagierte ihrerseits auf einen Bericht der britischen Tageszeitung „Financial Times“, wonach der Inselstaat Finanzhilfen von außen in Anspruch nehmen könnte. Das Blatt zitierte Zentralbankchef Panicos Demetriades, für die zweitgrößte Bank des Landes, die Cyprus Popular Bank, sei bis Ende des Monats eine Finanzspritze von mindestens 1,8 Milliarden Euro nötig.
Das Problem Zyperns ist hauptsächlich der Bankensektor. Er ist eng mit den griechischen Banken verwoben. Ein Großteil aller Forderungen des zyprischen Bankensektors entfällt auf griechische Schuldner. Mit einer Entscheidung, an wen sich die Regierung in Nikosia wenden könnte, wird erst nach den Wahlen in Griechenland am 17. Juni gerechnet, wie es heißt. Das Problem ist delikat, denn Zypern übernimmt zum 1. Juli turnusgemäß für sechs Monate die EU-Amtsgeschäfte.

Präsident Christofias und seine Regierung hatten 2011 ein Sparprogramm eingeführt. Insgesamt sollen mehr als 600 Millionen Euro bis Ende 2012 gespart werden. Die Inselrepublik ist seit 2004 Mitglied der EU und war 2008 auch dem Euroland beigetreten. Zypern hat mit etwa 17,5 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung eine der kleinsten Volkswirtschaften der Eurozone.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Erdgas_statt_Rettungsschirm

04.06.2012, 15:47 Uhr

Börsenhändler Dirk Müller hat bei Anne Will letzte Woche die zutreffende Frage gestellt: "Wieso werden die nachgewiesenen Ergas- udn Erdölvorkommen vor Zypern ohne Beteiligung der griechischen Zyprer sowie der EU von einer israelischen und einer amerikanischen Firma augebeutet?" Noble Energy investiert über 10 Mrd. EUR in den Bau der Fördervorrichtungen, vom Erlös wird wohl nur ein geringer Bruchteil in den zyprischen Haushalt fliessen. Stattdessen auch hier die Implementierung des Rettunggschirmes ohne dass das Thema auch nur ansatzweise von der EU angeschnitten wird. Ein Schelm wer böses dabei denkt ? Einfach mal unter der Stichwörtern "Griechenland" und "Erdöl" googeln. Mans stößt dort auch auf Artikel des Spiegel aus den 70-er und 80-er Jahren zum Thema

Account gelöscht!

04.06.2012, 17:36 Uhr

Kommt alle her, die Ihr mühsam und beladen seid, Deutschland wird es schon richten.

Nach diesem Motto geht es.
Ich habe das von Dirk Müller auch gehört.
Ist doch einfach toll, Deutschland , unsere Politiker, die nur noch Vaterlandsverräter sind und vor Gericht gehören würden, zahlt und die Gewinne die in Zypern mit Erdöl gemacht werden, stecken sich andere ein.
Wenn das deutsche Volk erst mal richtig wach ist, haben wir wahrschienlich nicht genügend Alleebäume

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