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27.10.2011

00:00 Uhr

EFSF-Sonderfonds

Sarkozy will China für Euro-Rettung anpumpen

Im Kampf gegen die europäische Schuldenkrise plädiert Frankreich für eine Einbindung des finanzstarken Chinas. Staatspräsident Nicholas Sarkozy und auch EFSF-Klaus Regling werben für Investitionen in den Rettungsschirm.

Der chinesische Präsident Hu Jintao und die Finanzkraft seines Landes sollen für den Rettungsschirm EFSF eingespannt werden. dapd

Der chinesische Präsident Hu Jintao und die Finanzkraft seines Landes sollen für den Rettungsschirm EFSF eingespannt werden.

Brüssel Frankreich will China für die Euro-Rettung anpumpen. Staatspräsident Nicolas Sarkozy werde deswegen am Donnerstag mit seinem Pekinger Kollegen Hu Jintao sprechen, verlautete am Mittwoch aus europäischen Diplomatenkreisen.

Der Hintergrund: Die Eurozone will ihren Rettungsschirm EFSF durch einen Sonderfonds verstärken, in den Drittstaaten einzahlen sollen. China gilt als eines der Länder, die so zur Stabilisierung der Schuldenkrise beitragen könnten. EFSF-Chef Klaus Regling will Ende der Woche nach Asien aufbrechen, um für Investitionen in den Rettungsschirm zu werben, hieß es am Mittwoch in Brüssel.

Dabei gehe es um einen Finanzierungsmechanismus, der an den Internationalen Währungsfonds (IWF) angelehnt sein solle. Die Einbindung Chinas könnte den Europäern helfen, den Schutzwall für angeschlagene Euro-Staaten zu erhöhen.

Die Wirkung des 440 Milliarden Euro schweren Euro-Rettungsfonds soll über einen finanztechnischen Hebel um ein Vielfaches vergrößert werden. Diskutiert wird einerseits eine Versicherungslösung: Dabei sollen Investoren zum Kauf von Staatsanleihen angeschlagener Euro-Länder ermutigt werden, indem der Fonds im Notfall einen Teil des Verlusts übernimmt. Da der Fonds nur einen Teil absichert, könnte er so den Kauf von Anleihen ermöglichen, deren Wert um ein Vielfaches über den 440 Milliarden Euro liegt.

Letzte Schätzungen gehen aber davon aus, dass die Wirkung des EFSF so bestenfalls auf 1,3 Billionen Euro „gehebelt,“ werden kann. Deshalb wird über ein weiteres Modell diskutiert, bei dem Sonderfonds geschaffen werden, die Investoren von außerhalb der Eurozone anziehen sollen.

Einer dieser Sonderfonds könnte dabei beim IWF angesiedelt werden. China hat als wichtiger Wirtschaftspartner ein großes Interesse daran, dass Europa ein kaufkräftiger Abnehmer seiner Waren bleibt. Gleichzeitig verfügt das Reich der Mitte über Währungsreserven von geschätzten 3,2 Billionen Dollar (2,3 Billionen Euro).

Neben China haben auch andere große Schwellenländer am Mittwoch ihre Bereitschaft gezeigt, Europa im Kampf gegen die Schuldenkrise zu unterstützen. Geht Europa auf die Hilfsangebote ein, ist das letztlich auch das Eingeständnis, dass es die Schuldenkrise nicht mehr alleine bewältigen kann.

Kommentare (8)

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SlingShot

27.10.2011, 05:24 Uhr

die finanziellen Ketten haben sie uns schon angelegt;....jetzt fehlt nur noch die Versklavung an ein Land mit einem katastrophalen Menschenrechts-Protokoll und geradezu erschuetterten Umweltschutz.
.
Ja, unsere Politiker wuerden auch eien Pakt mit dem Teufel machen!!

mini-me

27.10.2011, 05:38 Uhr

so wird es leider kommen...und als krieg enden. klingt komisch aber nicht unvorstellbar

docroesner

27.10.2011, 05:44 Uhr

Wie würden Sie ein Kreditgesuch bewerten, in dem angeboten wird, im (wahrscheinlichen) Notfall 20% der Kreditsumme zurückzuzahlen? Wer solche Kredite nehmen will, ist entweder ein ehrlicher Jungunternehmer oder ein Staat kurz vor der Pleite. Zweite Feststellung: Wer erwägt, einen solchen Kredit zu gewähren, tut dies entweder aus aufrechter Freundschaft oder weil er keinen besseren Schuldner mehr findet, der ihm seine Waren abkauft. Ich überlasse es Ihnen, zu entscheiden, welche der beiden Möglichkeiten jeweils vorliegt. Meine persönliche Auswahl deutet darauf hin, daß wir kurz vor einem Kollaps des Weltfinanz- und wirtschaftssytems stehen. Kurz heißt hier: noch max. 1 Jahr bis es alle merken, vom Nordkap bis Kap Horn.

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