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02.12.2014

14:21 Uhr

Ehefrau von Al-Bagdadi

Angehörige von IS-Chef angeblich festgenommen

Erfolgsmeldung im Kampf gegen die Terroristen des Islamischen Staats: Libanesische Sicherheitsbehörden behaupten, zwei Familienangehörige des IS-Chefs gefasst zu haben. Zu Details hüllen sie sich aber noch in Schweigen.

Der selbsternannte Kalif des „Islamischen Staats“, Abu Bakr al-Baghdadi gilt als Kopf der Terroristenmiliz. dpa

Der selbsternannte Kalif des „Islamischen Staats“, Abu Bakr al-Baghdadi gilt als Kopf der Terroristenmiliz.

BeirutDie libanesische Armee hat Sicherheitskreisen zufolge eine Frau und eine Tochter des IS-Chefs Abu Bakr al-Bagdadi festgenommen. Sie seien vor neun Tagen im Norden des Landes bei der Einreise aus Syrien aufgegriffen worden, sagten Vertreter der Sicherheitsbehörden am Dienstag in Beirut. Bei der Frau handele es sich um die Irakerin Sadscha al-Dulaimi. Nach einem Bericht der libanesischen Zeitung „As-Safir“ ging die Festnahme auf Informationen ausländischer Geheimdienste zurück.

Die festgenommenen Angehörigen des Terroristenführers seien bereits vor rund zehn Tagen nahe einem Grenzübergang nach Syrien verhaftet worden, hieß es am Dienstag. Sie hätten gefälschte Ausweise benutzt. Die Informanten wollten weder den Namen noch die Staatsangehörigkeit der Frau nennen, die als eine der Ehefrauen des Chefs der Extremisten-Organisation Islamischer Staat bezeichnet wurde.

Zunächst hatte es geheißen, die Frau sei mit einem Sohn gereist. Später sprach ein ranghoher Sicherheitsbeamter allerdings von einer Tochter. Die Frau werde im Verteidigungsministerium verhört. Es sei eine DNA-Probe genommen worden, um sicherzugehen, dass es sich um ein Kind des Anführers der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) handele.

Dulaimi gehörte Medienberichten zufolge zu 150 Frauen, die im März im Rahmen eines Gefangenenaustauschs aus einem syrischen Staatsgefängnis freigelassen worden waren. Ein Informant mit guten Beziehungen zum irakischen Geheimdienst bestätigte, dass es sich um eine irakische Ehefrau handele, konnte den Namen allerdings nicht bestätigen. Die Festnahme sei durch die Kooperation irakischer und libanesischer Stellen zustandegekommen. Einem auf einer IS-nahen Webseite veröffentlichten Lebenslauf Bagdadis zufolge ist der Iraker verheiratet. Wie viele Frauen er hat, ist unbekannt. Nach islamischem Recht kann er bis zu vier Frauen heiraten.

Islamischer Staat: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Woher kommt die Terrormiliz?

Die Miliz ist die Nachfolge-Organisation von al-Qaida im Irak, einer radikalen Widerstandsbewegung, die sich Gebiete im Westen des Landes einverleibte, nachdem die Amerikaner den Diktator Saddam Hussein gestürzt hatten, ohne das Machtvakuum zu füllen.

Es handelt um einen Zusammenschluss von sunnitischen Dschihadisten, ehemaligen Anhängern von Saddam Hussein und von Stammesmitgliedern. Die Zahl der Kämpfer wird neuerdings auf rund 30.000 geschätzt. In ihrem Herrschaftsgebiet haben die Extremisten ein Verwaltungssystem aufgebaut, das jeden Aspekt des Alltags kontrolliert.

Welche Gebiete kontrolliert IS?

Die Terrormiliz hat Schätzungen zufolge rund ein Drittel des syrischen Staatsgebietes eingenommen. Dabei gelang es ihr, einen Korridor zwischen ihren westlichsten Eroberungen nahe Aleppo über nördliche Landstriche bis zu östlichen Landesteilen nahe der Grenze zum Irak zu schaffen.

In der Provinz Aleppo stehen unter anderem die größeren Orte Manbidsch und Al-Bab unter ihrem Kommando, dort weht die schwarze Flagge der Miliz auf Regierungsgebäuden und großen Plätzen. Da die Terrormiliz auf beiden Seiten der syrisch-irkanischen Grenze nahtlos Gebiete kontrolliert, kann sie relativ leicht Kämpfer, Waffen und Güter zwischen beiden Ländern hin- und hertransportieren.

Zuletzt stockt der Vormarsch des IS allerdings. Die Miliz verlor etwa die strategisch wichtige Stadt Tikrit, ebenso wie das über Monate umkämpfe Kobane an der türkischen Grenze.

Was ist die „Hauptstadt“ des Islamischen Staats?

Die IS erklärte Rakka, eine Stadt am Euphrat im Nordosten Syriens mit einer halben Million Einwohner, zur Hauptstadt ihres Kalifats und Sitz ihrer Machtzentrale. IS-Kämpfer aus aller Welt strömten dorthin, einige mit ihren Familien. Obwohl schon immer konservativ und unter großem Einfluss von Stämmen, war Rakka früher ein lebendiges und wirtschaftlich blühendes Zentrum.

Heute patrouilliert rund um die Uhr die Sittenpolizei der IS – die sogenannte Hisba – durch die Straßen. Diese bewaffneten Kämpfer in langen Roben kontrollieren, ob ihre strenge Auslegung des Korans auch umgesetzt wird. Die IS hat Musik und Rauchen verboten. Frauen wurden von der Sittenpolizei angewiesen, sich zu verhüllen. Wer gegen die Scharia verstößt, läuft Gefahr, enthauptet oder ans Kreuz gehängt zu werden. Den Schulen der Stadt diktierte die Miliz kürzlich die Inhalte und strich Fächer wie Philosophie oder Chemie.

Wie stark sind die Kämpfer des IS?

Seit Anfang 2014 führt die Miliz mit den gemäßigten und vom Westen unterstützten Rebellen in Syrien einen Zermürbungskrieg. Dabei stürmen IS-Kämpfer Außenposten der Rebellen und nehmen ihnen Ort für Ort durch Gewalt und Einschüchterung ab.

Die Zahl der Kämpfer lässt sich nur schätzen. Fest steht jedoch, dass die Extremisten seit Beginn ihres Vormarsches im Irak Anfang Juni 2014 starken Zulauf bekommen haben. Der US-Geheimdienst CIA geht davon aus, dass die Gruppe in Syrien und im Irak zwischen 20.000 und 31.500 Kämpfer hat. Diese Zahl unterscheidet sich deutlich von den Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Sie schätzt die Zahl der IS-Kämpfer allein in Syrien auf rund 50.000, davon etwa 20.000 aus dem Ausland. Die Menschenrechtler stützen sich bei ihren Informationen auf ein Netz von Aktivisten in Syrien.

Welche Rohstoffe hält IS in der Hand?

Die Terrormiliz hatte im bis Herbst 2014 faktisch alle größeren Ölfelder im Osten Syriens, darunter das landesweit größte namens Omar mit einer Förderkapazität von 75.000 Barrel pro Tag erobert. Der IS nahm die Produktion teilweise auf und finanzierte sich auch über den Verkauf von Rohöl unter Marktpreisen. Das geförderte Öl werde über Mittelsmänner an die Türkei und den Irak geliefert.

Doch nach dem Verlust von Tikrit Anfang April 2015 hat die Terrororganisation auch mindestens drei Ölfelder verloren. Damit bleibt der Miliz im Irak nur noch ein einziges Ölfeld: Qayara mit einer Förderkapazität von gerade einmal 2000 Barrel am Tag. Das seien gerade noch fünf Prozent der zuvor vom IS innerhalb des Irak kontrollierten Menge.

Wie verhält sich der syrische Diktator Assad?

Syriens Präsident hat vor kurzem die Luftangriffe auf IS-Hochburgen verstärken lassen. Die Regierung öffnete die Türen für eine mögliche Kooperation mit den USA im Kampf gegen IS, sie stellte aber zugleich klar, dass jeglicher Angriff mit Damaskus abgestimmt sein müsse. Für die US-Regierung ist dies allerdings ein Problem: Sie möchte nicht an Assads Seite erscheinen, zumal sie dessen Rücktritt seit Jahren verlangt. Unter der Hand machte das Assad-Regime lange sogar Geschäfte mit den Terroristen nach dem Motto: Strom gegen Öl.

Was können die USA mit Luftschlägen ausrichten?

Jedweder Luftschlag der USA in Syrien würde sich wahrscheinlich auf Gebiete nahe der Grenze zum Irak sowie militärische Ziele wie Trainingslager in Rakka konzentrieren. Dort verfügt Assad kaum über Luftabwehr.

In jedem Fall werden sich Luftangriffe schwieriger gestalten als im Irak: Dort segnet Bagdad das Vorgehen ab, zudem verlaufen die Frontlinien deutlicher. In Syrien hingegen gibt es auf engem Raum verschiedene Fraktionen, zu denen neben IS auch der al-Qaida-Ableger Nusra-Front, die vom Westen unterstützten Rebellen der Freien Syrischen Armee und die Regierungstruppen gehören. Während die gemäßigten Rebellen US-Luftschläge fordern, lehnen die extremeren Kämpfer ein Engagement der USA ab.

Die IS-Miliz hat weite Teile Syriens und des Irak unter ihre Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat ausgerufen. Die libanesischen Sicherheitskräfte gehen seit Monaten gegen IS-Anhänger vor, um zu verhindern, dass die Extremisten auch im Nachbarland Syriens Fuß fassen. Besonders im Visier der Geheimdienste stehen dabei auch die Grenzübergänge.

Eine von den USA angeführte Allianz versucht, den IS im Irak und Syrien zurückzudrängen. Der IS geht mit äußerster Brutalität gegen alle vor, die sie als Ungläubige betrachtet. Hunderte Menschen wurden festgenommen, gekreuzigt oder enthauptet mit der Begründung, sie seien vom Glauben abgefallen.

Rückschläge in Syrien und Irak

Extremistenmiliz IS offenbar gebremst

Rückschläge in Syrien und Irak: Extremistenmiliz IS offenbar gebremst

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Kommentare (3)

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Herr Thomas Hauser

02.12.2014, 10:15 Uhr

+++ FIKTIVE +++ NEWS +++ Nach der Festnahme von Frau und Sohn wird ein kurzes Video mit dem Titel „Eine Botschaft an den Islamischen Staat“ produziert, um es im Internet zu veröffentlichen. Szenenbeschreibung: Die Zuschauer sehen eine Wüstenlandschaft. Eine aggressive Person mit schwarzer Kleidung und Maskierung steht aufrecht im Bild und richtet bedrohlich eine Waffe auf eine hilflose Frau und ihren Sohn, die gefesselt auf ihren Knien im Sand hocken. Sowohl die Frau, als auch der Sohn tragen ein Gewand in oranger Farbe, bei dem der Halsbereich frei bleibt. Beiden hat man zuvor das Kopfhaar rasiert. Schlüsselszene: Die Gestalt in Schwarz richtet lautstark Forderungen an die IS und droht damit, die Frau und den Sohn vor laufender Kamera zu enthaupten. Bei der Drohung bleibt es nicht. Kurz danach ist das Video zu Ende. Weitere könnten folgen.

Herr Teito Klein

02.12.2014, 10:19 Uhr

Festnahme in Libanon
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Es sollen - angeblich - Familienangehörige des Kalifen der Terrormiliz IS festgenommen worden sein.
Es handele sich um eine seiner Frauen und einem Sohn.
Es bleibt zu hoffen, dass diese Meldung stimmt.

Sie geht mit äußerster Brutalität gegen alle vor, die sie als Ungläubige betrachtet. Hunderte Menschen wurden festgenommen, gekreuzigt oder enthauptet mit der Begründung, sie seien vom Glauben abgefallen.

Und gerade deshalb erhält sie weltweiten Zulauf.
Islam bedeutet schließlich "Frieden" - ewigen Frieden!

Herr Wolfgang Trantow

02.12.2014, 20:04 Uhr

Hat Hr. Gauck sich schon um die Aufnahme bemüht??

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