Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.03.2011

08:00 Uhr

EIHB

Die Hausbank des Mullah-Regimes

VonJohannes C. Bockenheimer

Die Europäisch-Iranische Handelsbank macht trotz der Sanktionen weiter munter Geschäfte mit dem Iran. Dabei spielt die Bank mit den Aufsichtsbehörden Katz und Maus. Das schadet den Geschäften nicht, die Nachfrage boomt.

Der Eingang der Europäisch-Iranischen Handelsbank (EIHB) in Hamburg. Quelle: Reuters

Der Eingang der Europäisch-Iranischen Handelsbank (EIHB) in Hamburg.

FrankfurtSeit die Europäische Union im Juli 2010 auf Druck der USA härtere Sanktionen gegen Iran verhängt hatte, schwelt der Streit über die Europäisch-Iranische Handelsbank (EIHB). Die US-Regierung vermutet, Iran habe mit Hilfe des kleinen Geldhauses Geschäfte in Milliardenhöhe unter Umgehung der bisher gültigen Sanktionen abgewickelt. Washington konnte sich in Berlin mit der Forderung, die EIHB auf die schwarze Liste der vom Iran-Geschäft ausgeschlossenen Institute zu setzen, bislang jedoch nicht durchsetzen. Bei Bundesbank und der Finanzaufsicht BaFin heißt es auf Anfrage zwar, man kontrolliere die Geschäfte der Bank; eingeschritten sind die Aufsichtsbehörden bislang aber nicht.

Die Verantwortlichen der EIHB wiegeln ab: "Die diffamierenden Anschuldigungen des US-Finanzministeriums, das die Europäisch-Iranische Handelsbank AG (EIH) einseitig auf ihre schwarze Liste der sanktionierten Institutionen gesetzt hat, haben keine Grundlage. Diese Behauptungen sind offensichtlich politisch motiviert und substanzlos", heißt es in einer Erklärung.

Hauptanteilseigner ist die iranische Bank of Industry and Mine, die 52 Prozent an der EIHB hält. Mit Minderheitsbeteiligungen sind die Bank Mellat, die Bank Tejarat sowie die Bank Refah bei den Hamburgern beteiligt - alle drei Institute sind im Staatsbesitz.

Die Geschäfte der Hanseaten laufen gut: Das Geschäftsvolumen der EIHB hat sich von 2006 bis 2009 trotz Iran-Sanktionen mehr als verdoppelt. Um die offensichtlich boomende Nachfrage bedienen zu können, eröffnete die Bank 2008 eine neue Niederlassung in Teheran. Die Kundschaft lockt das Institut mit jahrzehntelanger Expertise im Iran-Geschäft. Auf ihrer Internetseite werben die Manager des Instituts mit "kreativen Finanzierungslösungen bei Geschäftstransaktionen".

Mit den Aufsichtsbehörden liefern sich die Iran-Banker dabei ein Katz-und-Maus-Spiel: Wenn es eng wird für das Institut, wird die Führungsriege ausgetauscht. Zuletzt musste Aufsichtsratschef Ali Divandari seinen Posten verlassen. Divandari ist Chef der iranischen Bank Mellat, die seit 2010 auf der schwarzen Liste der EU steht. Das Kapital des Instituts wurde mittlerweile eingefroren - ebenso die Konten Divandaris. Das Geldhaus begünstige und erleichtere das iranische Nuklearprogramm und das iranische Programm für ballistische Flugkörper, heißt es im Sanktionsbeschluss der EU.

Mittlerweile hat Mohammad-Reza Pishrow Divandari als Aufsichtsrat der Bank abgelöst. Er ist - noch - ein unbeschriebenes Blatt.

Nach gleichem Muster wie Divandari musste EIHB-Geschäftsführer Ramin Pashaee Fam im September gehen. Der Iraner hatte zuvor einen steilen Marsch durch Irans Finanzinstitutionen absolviert: Während seiner EIHB-Zeit war er Führungskraft bei der iranischen Notenbank, nun ist er Vorstandschef der Bank Sepah. Das Institut wurde vom Uno-Sicherheitsrat 2007 auf die Sanktionsliste gesetzt, die Bank soll Finanzmittel für das Atomprogramm bereitgestellt haben.

Lesen Sie die ganze Geschichte über die Iran-Connection der Bundesbank in der heutigen Ausgabe des Handelsblatts oder im E-Paper.


Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×