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18.01.2005

16:35 Uhr

Ein Polizist verletzt

Autobombe in Bilbao explodiert

Im spanischen Baskenland ist am Dienstag - nur zwei Tage nach einem Friedensvorstoß der ETA -eine Autobombe der baskischen Separatistenorganisation explodiert.

HB BILBAO. Bei der Explosion am Dienstag in der Kleinstadt Getxo vor den Toren der Industriemetropole Bilbao wurde eine Polizistin verletzt. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden hatte 15 Minuten vor dem Anschlag ein Anrufer sich bei der baskischen Zeitung „Gara“ gemeldet und im Namen der ETA eine Warnung durchgegeben.

Der Polizei blieb nicht genügend Zeit, die Gegend abzusperren. Bei der Detonation wurde eine Beamtin der baskischen Regionalpolizei durch die Druckwelle und umherfliegende Metallsplitter verletzt. Die Autobombe enthielt etwa 40 Kilogramm Sprengstoff, für ETA-Anschläge eine relativ große Menge. Die Wucht der Detonation riss einen Krater in die Straße. An angrenzenden Wohnhäusern und parkenden Autos entstanden erhebliche Schäden.

Getxo war in den vergangenen fünf Jahren schon fünf Mal das Ziel von ETA-Anschlägen mit Autobomben gewesen. In dem Ort haben zahlreiche baskische Industriellen und Bankiers ihre Villen. Allerdings hatte die ETA in den vergangenen anderthalb Jahren nicht mehr zum Mittel der Autobombe gegriffen. Für den ersten Autobomben- Anschlag seit Juli 2003 benutzten die Terroristen einen Pkw, den sie zuvor gewaltsam geraubt hatten. Sie setzten den Besitzer in einem Wald aus und fesselten ihn an einen Baum. Der Mann konnte sich aus eigener Kraft befreien.

Die ETA hatte sich am Sonntag für die Aufnahme von Verhandlungen mit der spanischen Regierung zur Beendigung der Gewalt im Baskenland ausgesprochen. In Spanien wird seither darüber spekuliert, ob die ETA in den kommenden Wochen einen Gewaltverzicht erklären könnte. Die Separatistenpartei Batasuna, der politische Arm der ETA, wies jedoch unmittelbar vor dem Anschlag von Getxo darauf hin: „Im Augenblick gibt es noch keinen Friedensprozess.“

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