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18.01.2004

17:40 Uhr

„Eine andere Welt ist möglich“

Kritik an USA beim Weltsozialforum

Zehntausende tanzende, singende und diskutierende Globalisierungsgegner haben den Großunternehmen anlässlich des Weltsozialforums im indischen Bombay den Kampf angesagt. Auf zahlreichen Veranstaltungen wurde massive Kritik an der US-Regierung und dem „Ausverkauf“ des Irak laut.

HB BOMBAY.Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi forderte am Sonntag, die mehr als 100 000 Globalisierungskritiker müssten auf ihre Regierungen Druck ausüben, damit diese die Beziehungen zur US-Regierung überdenken. „Sie dürfen den USA nicht blind folgen“, sagte sie in der indischen Finanzmetropole. Bei Demonstrationen wurde US-Präsident George W. Bush als Terrorist beschimpft und ein Abzug der US-Truppen aus dem Irak gefordert.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) zeigte sich besorgt über mögliche Kriegsverbrechen durch amerikanische und britische Soldaten im Irak. Amnesty habe Berichte über Folter an irakischen Gefangenen erhalten, sagte AI-Generalsekretärin Irene Khan am Sonntag am Rande des Weltsozialforums (WSF). Die jüdische Menschenrechtsorganisation Simon Wiesenthal Zentrum bat den indischen Innenminister L. K. Advani in einem offenen Brief, eine „Anstachelung zu antiamerikanischem und antisemitischem Hass“ durch Gruppen auf dem Forum zu verhindern.

Die frühere irische Ministerpräsidentin und UN- Menschenrechtsbeauftragte Mary Robinson rief zur Schaffung eines weltweiten verbindlichen Abkommens zum Waffenhandel auf, der außer Kontrolle geraten sei. Die Oxfam-Ehrenpräsidentin beklagte: „Die mächtigsten Regierungen der Welt sind auch die größten Waffenlieferanten.“ Die bedeutendsten Verkäufer seien die fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrats: Die USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China.

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