Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2004

21:50 Uhr

"Eine der größten Herausforderungen für 2004"

Powell-Appell an Nahost-Konfliktparteien

Als eine der größten Herausforderungen für das Jahr 2004 bezeichnete US-Außenminister Colin Powell den Nahost-Konflikt.

HB WASHINGTON. „Wir haben nicht so große Fortschritte gemacht, wie ich es mir gewünscht hätte, bei weitem nicht“, sagte Powell am Donnerstag auf einer Pressekonferenz zum Jahresauftakt in Washington.

Der Minister hob zugleich positive, zum Teil „dramatische“ Entwicklungen in den vergangenen Monaten und im letzten Jahr hervor und nannte dabei neben der Entmachtung des irakischen Regimes Libyen, Iran, Liberia, Georgien und Sudan.

Zu Nahost sagte Powell, US-Präsident George W. Bush bleibe dem „Fahrplan“ mit zwei friedlich nebeneinander existierenden Staaten verpflichtet. Erneut rief der Minister den palästinensischen Ministerpräsidenten Ahmed Kureia auf, Kontrolle über die Sicherheitskräfte auszuüben und alles in seiner Kraft Stehende zu tun, um dem Terrorismus und der Gewalt Einhalt zu gebieten. Die Drohung des israelischen Regierungschefs Ariel Scharon, die Palästinensergebiete abzutrennen, kommentierte Powell mit den Worten, eine Situation, „die man als Apartheid charakterisieren könnte“, sei nicht akzeptabel.

Auf der Pressekonferenz verteidigte der Außenminister auch erneut die Darstellung der US-Regierung, dass der Irak unter Saddam Hussein Massenvernichtungsprogramme hatte. Man müsse auf die Ergebnisse der Waffeninspekteure warten, sagte Powell. „Ich habe volles Vertrauen in die Fakten, die ich im vergangenen Jahr präsentiert habe“, sagte Powell. Bislang haben die US-Inspekteure im Irak keine Massenvernichtungswaffen gefunden.

Im Konflikt um Nordkoreas Atomwaffenprogramm sieht Powell „ermutigende Signale“ für das Zustandekommen einer neuen Runde von Sechsergesprächen zur Lösung des Problems. Um tatsächliche Fortschritte zu erzielen, sei es aber von grundlegender Bedeutung, dass Nordkorea eine „klare Erklärung abgibt, dass es sein Programm auf eine überprüfbare Weise zu einem Ende bringt“, sagte Powell.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×