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27.01.2005

13:46 Uhr

Eine Frage der Souveränität

Iran will Uran weiter anreichern

Ungeachtet der verschärften Tonlage im Atomstreit mit dem Iran will die Regierung in Teheran an ihrem umstrittenen Uran-Anreicherungsprogramm festhalten.

HB PUTRAYA. Die Produktion von angereichertem Uran, das außer als Brennstoff für Atomreaktoren auch für den Bau von Atombomben geeignet wäre, sei aus iranischer Sicht eine Frage der Souveränität, - ein Recht, das Iran „niemals aufgeben“ werde, erklärte der stellvertretende iranische Außenminister Gholamali Khoshroo auf einem Treffen der Islamischen Konferenz- Organisation (ICO) am Donnerstag in Malaysia.

Der Iran lebe mit dem Druck der USA, die das Land verdächtigen, heimlich ein atomares Aufrüstungsprogramm zu betreiben, erklärte Koshroo. Die US-Regierung versuche mit ihrer jüngsten Androhung eines Militärschlags, die Gespräche Irans mit den EU-Vermittlern Deutschland, Großbritannien und Frankreich, zu stoppen. „Wir leben nicht im Dschungel, wir befinden uns in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht“, unterstrich der Minister. Danach „sollten diejenigen, die die Macht dazu haben, sie auch nicht einsetzen, bis sie über die Legitimation durch die internationale Gemeinschaft dazu verfügen“, fügte er in einer offenkundigen Anspielung auf das vom UN-Sicherheitsrat nicht abgesegnete Vorgehen der USA gegen Irans Nachbarland Irak hinzu. US-Präsident George W. Bush hat sich einen militärischen Schlag auch gegen den Iran als Option offengehalten.

In einem am Mittwoch bekannt gewordenen Dossier hatten die EU-Vermittler die Ergebnisse der bisherigen Gespräche mit dem Iran in Sachen Atom zusammengefasst. Als Kernpunkt wurde darin die Auffassung der EU festgehalten, dass es für das Anreicherungsprogramm Irans aus europäischer Sicht keine wirtschaftlichen Gründe gibt. Der Iran hatte stets argumentiert, sein Atomprogramm diene friedlichen Zwecken wie der Stromgewinnung.

Die Atomenergiebehörde (IAEA) untersucht das Atomprogramm im Iran seit über zwei Jahren. IAEA-Chef Mohamed El Baradei hat erklärt, bisher habe er keine eindeutigen Hinweise auf ein Atomwaffenprogramm im Iran entdecken können.

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