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15.01.2014

12:19 Uhr

Eine Milliarde Dollar

USA und Golfstaaten sichern Syrien Hilfe zu

Syrien kann humanitäre Hilfe im Wert von einer Milliarde Dollar erwarten – die Hälfte davon zahlt Kuwait. Währenddessen tobt der grausame Bürgerkrieg weiter, Helfer werden regelmäßig bei der Arbeit behindert.

Das Flüchtlingslager von Zaatari: Hier suchen derzeit rund 115.000 Syrer Zuflucht. AFP

Das Flüchtlingslager von Zaatari: Hier suchen derzeit rund 115.000 Syrer Zuflucht.

KuwaitArabische Golfstaaten und die USA haben Syrien humanitäre Hilfen im Wert von über einer Milliarde Dollar zugesagt. Die Hälfte der Summe hat das Gastgeberland der internationalen Geberkonferenz, Kuwait, zugesichert. Die USA wollen einen Beitrag von 380 Millionen Dollar leisten. Qatar und Saudi-Arabien jeweils 60 Millionen. Die am Mittwoch begonnene Konferenz soll den Vereinten Nationen (UN) dabei helfen, in diesem Jahr insgesamt 6,5 Milliarden Dollar Hilfsgelder für Syrien aufzubringen. Es ist der umfangreichste Hilfsappell in der Geschichte der UN.

Unterdessen musste eine UN-Hilfslieferung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten nach Damaskus wegen eines Feuergefechts abgebrochen werden. Die Regierung in Syrien zwinge Helfer immer wieder dazu, gefährliche Routen zu nehmen, und verzögere damit Lieferungen in von der Opposition kontrollierte Gebiete, sagte ein UN-Sprecher.

Assads Streitkräfte gehörten zu den stärksten der arabischen Welt

Truppenstärke

In der Theorie verfügen die Streitkräfte über 178.000 Soldaten, davon 110.000 beim Heer, 36.000 bei der Luftabwehr, 27.000 bei der Luftwaffe und 5000 bei der Marine. 2009 wurde die Truppenstärke noch auf 325.000 Mann geschätzt, davon 220.000 beim Heer. Überläufe, Desertionen und Verluste hätten die Zahl reduziert, schreiben die IISS-Experten. Einige Brigaden seien auch "verschwunden", weil sie als politisch wenig verlässlich betrachtet worden seien.

Paramilitär und Miliz

Neben den regulären Truppen verfügte Machthaber Baschar al-Assad 2009 über geschätzte 108.000 paramilitärische Kräfte, die meisten von ihnen in der Miliz der Baath-Partei. Die Einheiten spielen im Kampf gegen die Aufständischen eine große Rolle. Wie hoch deren Zahl gegenwärtig ist, kann das IISS nicht einschätzen.

Struktur

Das Heer verfügt regulär über sieben Panzerdivisionen, drei Divisionen Panzergrenadiere, zwei Divisionen Spezialeinheiten und eine Division der Republikanischen Garde, die für Damaskus zuständig ist. Als besonders effizient gelten die Spezialkräfte und die Republikanische Garde, ihre Mitglieder gehören wie Assad den Alawiten an. Zusammengenommen wird die Zahl der Elitesoldaten auf 50.000 geschätzt.


Ausrüstung

Das Material der Streitkräfte stammt überwiegend aus Russland oder noch aus der Sowjetunion. Vor den Kämpfen verfügte das Heer über 4950 Panzer. Die Zahl sei inzwischen deutlich reduziert, schätzt das IISS. Das Kommando für das beachtliche Raketenarsenal befindet sich in Aleppo im Norden des Landes. Die Marine hat zwei Fregatten zur Verfügung. Bei der Luftwaffe gibt es zwar noch 365 Kampfjets. Ein großer Teil der Luftflotte sei aber vermutlich nicht richtig einsatzbereit, heißt es in der Bestandsaufnahme des Instituts. Von den Kämpfen am wenigsten geschwächt sei vermutlich die Luftabwehr. Die Kapazität wird auf tausende Boden-Luft-Raketen aus russischer Produktion geschätzt, darunter auch einige modernere Waffen.

Die Kämpfe in Syrien hätten das Land Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zurückgeworfen, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon in Kuwait. Er hoffe, dass die für den 22. Januar in der Schweiz geplanten internationalen Friedensgespräche die syrische Regierung und die Opposition an den Verhandlungstisch bringe. Bereits zuvor hatte Ban bedauert, dass von den Spendenzusagen aus dem vergangenen Jahr noch bis zu 30 Prozent fehlten. Bei einer ähnlichen Konferenz im vergangenen Jahr in Kuwait waren 1,5 Milliarden Dollar zugesagt worden. Das Geld wird vor allem für Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medikamente und Zelte für die vom Bürgerkrieg vertriebenen Syrer gebraucht. In dem seit fast drei Jahren anhaltenden Konflikt sind schon mehr als 100.000 Menschen getötet worden. Millionen Syrer sind auf der Flucht.

Von

rtr

Kommentare (1)

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StefanBode

20.01.2014, 10:23 Uhr

Welch ein Treppenwitz. Genau die Länder die Syrien mit Krieg überzogen und zerstört haben weil Sie die ausländischen Söldner und Waffen nach Syrien brachten, Kuweit, USA, Qatar und Saudi-Arabien, wollen Syrien nun 1 Mrd. Dollar zur Verfügung stellen. Diese Regierungen/Diktaturen/Monarchien gehören vor dem internationalen Strafgerichtshof gestellt und müßte für die von Ihnen Verursachten Schäden eine festzulegende Entschädigung zahlen, die ein vielfaches des angebotenen Betrages sein dürfte. Vielleicht ist das nur ein Wunschdenken jedoch hoffe ich das sich das syrische Volk nicht so einfach mit grün bedrucktem Papier von Ihren Henkern kaufen läßt.

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