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23.03.2017

18:42 Uhr

Einen Tag nach dem London-Anschlag

Mutmaßlicher Terror-Akt in Belgien verhindert

Einen Tag nach dem Anschlag in London ist in Antwerpen möglicherweise ein weiterer Terror-Akt verhindert worden. Ein Mann war mit einem Auto durch die Haupteinkaufsstraße gerast, konnte aber gestoppt werden.

Polizeieinsatz in Belgien

Anschlag in Antwerpen im letzten Moment verhindert

Polizeieinsatz in Belgien: Anschlag in Antwerpen im  letzten Moment verhindert

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AntwerpenEinen Tag nach dem Terrorakt in London ist in der nordbelgischen Stadt Antwerpen möglicherweise ein Anschlagversuch gescheitert. Nach Polizeiangaben raste am Donnerstagvormittag ein Mann mit hoher Geschwindigkeit durch das Haupteinkaufsviertel der Hafenstadt. Menschen hätten zur Seite springen müssen, sagte ein Sprecher. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, es seien mehrfach Fußgänger in Gefahr gewesen. Ihren Angaben zufolge konnte das Auto nach einer kurzen Flucht von einer schnellen Eingreiftruppe der Antwerpener Polizei gestoppt werden. Zuvor war dies Soldaten nicht gelungen.

Bei dem festgenommenen Fahrer handelt es sich nach den ersten Ermittlungen um einen 39 Jahre alten Franzosen mit nordafrikanischen Wurzeln. Ob er gezielt Menschen totfahren wollte, blieb zunächst unklar. Im Kofferraum des Fahrzeuges von Mohamed R. fanden Ermittler nach Angaben der Staatsanwaltschaft Stichwaffen sowie ein Gewehr. Zudem wurde ein Kanister mit einer noch unbekannten Flüssigkeit entdeckt.

Deswegen sowie vor dem Hintergrund des Anschlages in London übernahm die belgische Bundesanwaltschaft die Ermittlungen. Der Kampfmittelräumdienst untersuchte das Fahrzeug.

Der festgenommene Franzose soll der Polizei nach Medienberichten wegen illegalen Waffenbesitzes bekannt sein. Der Verdächtige konnte zunächst nicht vernommen werden, wie die Zeitung „Le Soir“ unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft schrieb.

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Nach Informationen des Senders RTBF stand er unter Alkoholeinfluss und soll Drogen bei sich gehabt haben. Beide Medien schreiben, dass Ermittler auch die Möglichkeit prüfen, dass der Mann nicht gezielt Menschen angreifen wollte - laut „Le Soir“ halten Ermittler es für möglich, dass er betrunken die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor, laut RTBF könnte er auch versucht haben, einer Polizeikontrolle zu entgehen.

Der belgische Ministerpräsident Charles Michel bedankte sich über den Kurznachrichtendienst Twitter bei den Sicherheitskräften. Der französische Staatspräsident François Hollande rief zu „sehr großer Wachsamkeit“ auf. Es müssten alle Kräfte mobilisiert werden, forderte er in Paris.

Der Ballungsraum Antwerpen hat rund 500.000 Einwohner und liegt damit auf Platz zwei hinter der belgischen Hauptstadt Brüssel. Antwerpen liegt nahe der niederländischen Grenze und ist vor allem für den Hafen und das Diamantenviertel bekannt.

Belgien hatte erst am Mittwoch mit Gedenkfeiern an die Terroranschläge vor einem Jahr erinnert. Damals hatten Selbstmordattentäter bei Anschlägen am Brüsseler Flughafen sowie in einer Metrostation in der Innenstadt 32 Menschen mit in den Tod gerissen. Im Land gilt derzeit die zweithöchste Terror-Alarmstufe. Das bedeutet, dass die Behörden die terroristische Bedrohung als „ernst, möglich und wahrscheinlich“ einschätzen.

Bei dem Anschlag nahe dem britischen Parlament waren am Mittwoch insgesamt vier Menschen getötet worden, darunter der Angreifer. Rund 40 weitere Menschen wurden verletzt, darunter auch eine Deutsche.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Hans Mayer

23.03.2017, 16:38 Uhr

Wahrscheinlich ein Einzelfall, schätze mal Drogen und Alkohol, eventuell Traumatisiert usw., französische Wurzeln, was die Sache ja noch verschlimmert.
Die Integration hat wieder mal versagt. in etwa wie gestern in London und davor die vielen male

Rainer von Horn

23.03.2017, 16:52 Uhr

"..39 Jahre alten Franzosen mit nordafrikanischen Wurzeln..."Oh Mann. Langsam hasse ich diese Häufung bedauernswerter Einzelfälle.

Da haben die Belgier ja noch mal Glück gehabt, ansonsten hätten wir heute Abend in Berlin schon die Illumination wechseln müssen....

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