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12.06.2014

04:01 Uhr

Einen Tag vor der WM

Flughafenangestellte in Rio streiken

Kurz vor dem WM-Anpfiff legen Flughafenangestellte an den Flughäfen in Rio ihre Arbeit nieder. Die Gewerkschaften fordern Lohnerhöhungen. In São Paulo hingegen konnte ein U-Bahn-Streik abgewendet werden.

Streik in Rio: An den beiden Flughäfen der Stadt wurde einen Tag vor der WM die Arbeit niedergelegt. ap

Streik in Rio: An den beiden Flughäfen der Stadt wurde einen Tag vor der WM die Arbeit niedergelegt.

Rio de JaneiroPünktlich zum Auftakt der Fußball-Weltmeisterschaft am Donnerstag tritt das Bodenpersonal an den drei Flughäfen von Rio de Janeiro in den Streik. Nach Angaben der Gewerkschaft soll ab Mittwochabend um Mitternacht (Ortszeit, Donnerstag 05.00 Uhr MESZ) ein Fünftel der Mitarbeiter für 24 Stunden die Arbeit niederlegen. Die U-Bahn-Angestellten in São Paulo wollen ihren Streik dagegen nicht fortsetzen.

Das Bodenpersonal habe sich "nach neun Monaten intensiver, aber erfolgloser Verhandlungen" für den Streik entschieden, erklärte die Gewerkschaft. Sie verlangt für ihre Mitglieder bis zu zwölf Prozent mehr Lohn, Bonuszahlungen für die WM und bessere Arbeitsbedingungen. Betroffen von dem Streik sind Rios internationaler Flughafen Galeão, der Inlandsflughafen Santos Dumont und der Flughafen Jacarepaguá für Charterflüge.

An ein Gerichtsurteil, wonach 80 Prozent der Mitarbeiter ganz normal zur Arbeit gehen müssen, will sich die Gewerkschaft aber halten. Gewerkschaftschef Rui Pessao rechnet aber trotzdem mit "Konsequenzen".

Auch in der WM-Stadt Natal droht Verkehrschaos

Die U-Bahn-Angestellten in São Paulo stimmten am Mittwochabend gegen einen neuen Streik, nachdem sie in der vergangenen Woche mit einem fünftägigen Streik für ein Verkehrschaos in der 20-Millionen-Metropole gesorgt hatten. Gewerkschaftschef Altino Melo dos Prazeres hatte danach mit einer Wiederaufnahme des Arbeitskampfes zum WM-Auftaktspiel am Donnerstag gedroht. Als "Hauptforderung" nannte er die Wiedereinstellung von 42 Angestellten, die wegen des Ausstands entlassen worden waren. Obwohl sie nicht wieder eingestellt wurden, stimmten die U-Bahn-Bediensteten nun aber gegen einen neuen Streik.

Im Corinthians-Stadion von São Paulo fällt am Donnerstag mit dem Auftaktspiel zwischen Brasilien und Kroatien der Startschuss für die WM. In Rio findet am 13. Juli das Abschlussspiel statt. Insgesamt werden in der Metropole am Zuckerhut sieben WM-Spiele ausgetragen, das erste davon am Sonntag.

Auch in der WM-Stadt Natal im Nordosten Brasiliens droht am Donnerstag ein Verkehrschaos, weil die Busfahrer streiken. Wie der Gewerkschaftsführer Paulo Cesar Ferreira sagte, sind Busse und Mini-Busse von dem Ausstand betroffen - die einzigen öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt. In Natal werden vier WM-Spiele ausgetragen, darunter die Begegnung zwischen Mexiko und Kamerum am Freitag.

In neun von zwölf WM-Städten soll es am Donnerstag auch wieder Demonstrationen geben. In São Paulo sind gleich mehrere Protestveranstaltungen geplant. Die Demonstranten werfen der Regierung vor, enorme Summen in teure Stadionbauten gesteckt und wichtige soziale Aufgaben beispielsweise im Gesundheits-, Bildungs- und Verkehrswesen vernachlässigt zu haben.

Inmitten der aufgeheizten Atmosphäre kündigte Fifa-Präsident Sepp Blatter an, dass er 2015 für eine fünfte Amtszeit kandidieren will. "Ich bin bereit, Euch in die Zukunft zu begleiten", sagte der 78-jährige Schweizer auf dem Fifa-Kongress in São Paulo. Angesichts der Vorwürfe, dass bei der Vergabe der Fußball-WM 2022 an das Golfemirat Katar Bestechungsgelder in Millionenhöhe geflossen seien, hatten sich zuletzt die Rufe nach seinem Rücktritt gemehrt.

Der ehemalige englische Verbandspräsident, Lord David Triesman, griff Blatter und die Fifa am Mittwoch scharf an. Die Fifa verhalte sich wie eine "Mafia-Familie". Es gebe dort eine jahrzehntelange Tradition von Bestechungs- und Schmiergeldzahlungen und Korruption.

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