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12.03.2012

20:06 Uhr

Einflussreicher EU-Posten

Bleibt Jean-Claude Juncker Chef der Euro-Gruppe?

Die EU-Finanzminister haben die Entscheidung über den EZB-Direktoriums-Posten vertagt. Weiterhin unklar ist auch, wer künftig Eurogruppen-Chef sein soll. Kreisen zufolge ist nicht ausgeschlossen, dass Juncker bleibt.

Jean-Claude Juncker ist der aktuelle Eurogruppen-Chef. Reuters

Jean-Claude Juncker ist der aktuelle Eurogruppen-Chef.

BrüsselDie Euro-Staaten nehmen sich in der Schuldenkrise Zeit mit der Besetzung einflussreicher Posten in der Währungsunion. Die Finanzminister der Euro-Zone vertagten am Montag die Entscheidung darüber, welches Land als nächstes einen Notenbanker ins Direktorium der Europäischen Zentralbank schicken darf, wie ein Vertreter der Euro-Zone am Rande der Beratungen der Eurogruppe in Brüssel der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Damit ist die Entscheidung zwischen den Kandidaten Luxemburgs, Spaniens und der Slowakei noch nicht gefallen. Auch ist Kreisen zufolge noch völlig offen, wer die Runde der Finanzminister künftig führen soll. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker weitermache. Beide Posten müssen bis Juni entschieden sein.

„Selbst wenn er gesagt hat, dass er nicht mehr will - Juncker ist ein sehr fähiger Mann“, hieß es am Rande des Ministertreffens in Brüssel. Der 57-Jährige hat zuletzt wiederholt Amtsmüdigkeit signalisiert, genießt aber als langjähriger Regierungschef eines kleinen und zugleich finanziell gesunden Euro-Landes das Vertrauen sowohl der Nord-Länder als auch der angeschlagenen südeuropäischen Staaten. Gegen Juncker ist allerdings Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, dessen Wiederwahl im Mai ebenfalls offen ist.

Die anstehenden Personalien sind zwar offiziell nicht miteinander verknüpft, es gilt aber als ungeschriebenes Gesetz in der EU, Posten gleichmäßig auf die verschiedenen Staaten zu verteilen. „Die Entscheidungsfindung ist sehr kompliziert und wir müssen ein Gleichgewicht wahren“, sagten die EU-Vertreter.

Junckers möglicher Verbleib im Amt blockiert offenbar die Entscheidung über den EZB-Posten. Hier schien zuletzt der Weg für Luxemburgs Notenbankchef Mersch frei. Damit würden aber gleich zwei Luxemburger an entscheidenden Stellen sitzen. Im sechs Personen großen EZB-Direktorium steht die Nachfolge des Spaniers Jose Manuel Gonzalez Paramo an. Da bisher alle vier großen Länder permanent an der EZB-Spitze vertreten waren, erhebt Spanien den Anspruch auf die Besetzung. Das Direktorium leitet die EZB im Tagesgeschäft und bereitet die Sitzungen des für die Geldpolitik entscheidenden EZB-Rats vor.

Kommentare (5)

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RobertSchumansErben

12.03.2012, 20:38 Uhr

Gut zu wissen, daß ein Deutscher auserkoren, um die Transferleistungen in die richtigen, europäische Länder, zum richtigen Zeitpunkt (immer) steuert (kommt von auto).

Mazi

12.03.2012, 21:21 Uhr

Juncker könnte auch Chef des ESM werden. Nach § 30 ESM wäre er dann vor jeder Strafverfolgung aus der Veruntreuung von ESM-Geldern geschützt.

Gerüchteweise könnte ihn Berlosconi unterstützen.

Rainer_J

12.03.2012, 22:34 Uhr

Zitat:„Selbst wenn er gesagt hat, dass er nicht mehr will - Juncker ist ein sehr fähiger Mann“

Alle Regeln, Verträge, Gesetze und Versprechen gebrochen. Den Bail-out ins Gegenteil verkehrt (ohne neue Abstimmung in den Mitgliedsländern). Die EZB sorgt für Inflation und mischt sich politisch ein. Der ESM verstößt gegen das Grundgesetz (nicht nur in D). Probleme wie Korruption und Bestechlichkeit in Nehmerländer wurde und wird wissentlich geduldet. Länder wie England, Ungarn und Dänemark verlassen das sinkende Schiff.

Was ist daran fähig?

Jeder Fußballverein wirft den Trainer raus, wenn nur schlechte Ergebnisse eingefahren werden. Bei der EUdSSR ist das nicht so.

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