Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.01.2010

11:26 Uhr

Eingeknickt

Bulgarische Kommissions-Kandidatin Schelewa gibt auf

Rumjana Schelewa verzichtet auf ein Amt in der neuen EU-Kommission. Gleichzeitig tritt sie auch als Außenministerin ihres Heimatlandes ab. Damit haben ihre Kritiker, die ihre unkorrekte Angaben über ihre Vermögensverhältnisse vorgeworfen hatten, die Schlammschlacht gewonnen.

Tritt ab: Rumjana Schelewa stolpert über Kommissions-Affäre. dpa

Tritt ab: Rumjana Schelewa stolpert über Kommissions-Affäre.

HB STRASSBURG/SOFIA. Die bulgarische Kandidatin für einen Posten in der EU-Kommission, Rumjana Schelewa, gibt auf. Sie ziehe ihre Kandidatur zurück, teilte ein Sprecher der christdemokratischen EVP-Fraktion am Dienstag in Straßburg mit. Zugleich trat sie auch als Außenministerin Bulgariens zurück.

Zuvor hieß es in EU-Diplomatenkreisen, es sei klargeworden, dass der für die Anhörung Schelewas federführende Entwicklungsausschuss im Europäischen Parlament gegen die Bulgarin stimmen würde. Schelewa war im Europäischen Parlament auf massive Kritik gestoßen, weil sie Angaben zu Nebentätigkeiten währen ihrer Zeit als Europaabgeordnete und jetzt wieder verschwiegen haben soll. Auch die fachliche Eignung der 40-jährigen wurde in Zweifel gezogen.

Schelewa war vorgeworfen worden, unkorrekte Angaben über ihre privaten Vermögensverhältnisse gemacht zu haben. Der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten im Europaparlament, Joseph Daul, bedauerte den Verzicht Schelewas: „Sie ist Opfer eines kleinlichen Krieges geworden.“ Alle Anschuldigungen hätten sich als falsch herausgestellt: „Sie konnte es aber nicht ertragen, dass ihre Ehre in Zweifel gezogen wurde.“

Schelewa war von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso als Kommissarin für internationale Zusammenarbeit und humanitäre Hilfe vorgesehen worden. Ihr wurde von Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen vorgeworfen, falsche Angaben über ihre finanziellen Interessen gemacht zu haben. Ihr Rückzug bedeutet, dass Bulgarien nun einen neuen Kandidaten benennen muss. Damit ist höchst zweifelhaft, ob das Parlament wie geplant am 26. Januar der Ernennung der neuen EU-Kommission zustimmen kann.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×