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08.03.2013

23:50 Uhr

Einigung mit Rebellen

Uno paukt in Syrien entführte Soldaten friedlich frei

Am Mittwoch haben syrische Rebellen 21 Blauhelm-Soldaten entführt. Nun kamen die Vereinten Nationen zu einer Einigung - auch mit den syrischen Regierungstruppen. Doch der fast gelöste Fall wirft eine neue Sorge auf.

Ein Wagen der Vereinten Nationen bricht im syrisch-israelischen Grenzgebiet auf. Reuters

Ein Wagen der Vereinten Nationen bricht im syrisch-israelischen Grenzgebiet auf.

New YorkDie Vereinten Nationen haben eine Einigung über die Freilassung der von syrischen Rebellen festgehaltenen Blauhelm-Soldaten erzielt. Vertreter der UN seien bereits bei den 21 vor allem von den Philippinen stammenden Männern, sagte ein UN-Sprecher am Freitag in New York. Die Soldaten waren am Mittwoch in der syrischen Provinz Daraa unweit der von Israel besetzten Golanhöhen verschleppt worden.

Die Vereinbarung zur Freilassung sei „mit allen Parteien“ getroffen worden - das würde auch die syrischen Regierungstruppen einschließen. Wegen der hereinbrechenden Nacht habe sich die Abreise aber verzögert, weil die Fahrt als unsicher eingestuft worden sei, sagte der UN-Sprecher. Die Männer würden jetzt noch eine Nacht dort ausharren. Die 21 Soldaten gehören der Undof-Mission an, die eine syrisch-israelische Waffenruhe auf den Golanhöhen überwacht.

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, die Uno habe mit der syrischen Regierung für Samstagmorgen einen Waffenstillstand vereinbart, damit die 21 UN-Beobachter in Sicherheit gebracht werden könnten. Die Waffenruhe soll demnach von 10.00 Uhr Ortszeit bis Mittag (09.00 Uhr bis 11.00 Uhr MEZ) gelten. Am Samstagmorgen soll demnach auch eine Delegation des Roten Kreuzes auf den Golan-Höhen eintreffen.

Standbild aus einem Video mit drei der entführten UN-Soldaten und einem syrischen Rebellen (AFP PHOTO / SITE Intelligence Group). AFP

Standbild aus einem Video mit drei der entführten UN-Soldaten und einem syrischen Rebellen (AFP PHOTO / SITE Intelligence Group).

Ein Sprecher der für die Entführung verantwortlichen Märtyrer-von-Jarmuk-Brigade hatte am Freitag gesagt, die Rebellen stellten keine Bedingungen für die Freilassung der Soldaten. Diese könnten nun bald das Gebiet verlassen, da der Beschuss durch die Regierungstruppen aufgehört habe.

Angehörige der Brigade hatten zuerst behauptet, die UN-Soldaten hätten Truppen von Präsident Baschar al-Assad Hilfestellung geleistet. Für die Entführung waren sie von etlichen syrischen Revolutionären scharf kritisiert worden.

Rebellen halten Blauhelme weiter fest

Video: Rebellen halten Blauhelme weiter fest

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Nach Angaben des für Friedensmissionen zuständigen UN-Untergeneralsekretärs Hervé Ladsous wurden die 21 Blauhelm-Soldaten in mehrere Gruppen aufgeteilt und mussten in Kellern im Dorf Dschamla ausharren. Das Dorf habe ständig unter Beschuss gelegen, alle UN-Mitarbeiter seien aber unverletzt und wohlauf.

Die Vereinten Nationen warnten Syrien vor Strafmaßnahmen, sobald das Geiseldrama gelöst sei. „Wir erwarten, dass es keinerlei Vergeltungsmaßnahmen gegen das Dorf geben wird“, betonte Ladsous.

Kommentare (4)

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dschungelmann

09.03.2013, 03:32 Uhr

Das schlaegt doch dem Fass den Boden aus. Die Entfuehrten machen mit den Entfuehrern gemeinsame Sache. Statt diese Kapitalverbrecher festzunehmen, werden Syriens Truppen gewarnt das Dorf nach Verlassen anzugreifen. Unglaublich. Vielleicht bringt das Rote Kreuz noch Versorgungsgueter fuer die Terroristen mit? Mich wundert derweil gar nix mehr. Man stelle sich vor Syriens Truppen hatten so gehandelt. Da waere der Teufel los gewesen. Diese Typen haben Entfuehrung, Erpressung und Freiheitsberaubung auf dem Kerbholz und denen macht man noch Zugestaendnisse? Einfach irre.

tedstaufer

09.03.2013, 09:43 Uhr

dschugelmann - sei froh, dass die UN so feinfühlig reagiert hat um die Geiseln hoffentlich unbeschädigt frei zu bekommen. Dies ist eine hohe Leistung - dein Kommenatr leider nicht!

tuete33

09.03.2013, 10:00 Uhr

Wenn man sich auf die Seite der Verbrecher stellt, haben sie vollkommen Recht mit Ihrer Kritik.

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