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06.07.2013

02:21 Uhr

Einigung

Wie sich Portugal aus der Krise heben will

Die Regierungskrise in Portugal wurde abgewendet. Doch die Schuldenkrise tobt weiter. Am Samstag will die Regierung informieren, wie die Koalition den Kampf gegen die Schulden weiterführen will.

Portugals Premierminister Pedro Passos Coelho. AFP

Portugals Premierminister Pedro Passos Coelho.

LissabonDie portugiesische Regierungskoalition hat am Freitagabend einen Streit beigelegt, der den Kampf gegen die Schuldenkrise in dem Euro-Land zu gefährden drohte. Ein Regierungssprecher erklärte am Freitag, Ministerpräsident Pedro Passos Coelho habe eine Einigung mit dem kleineren Koalitionspartner CDS-PP erzielt.

Die Vereinbarung sei Präsident Anibal Cavaco Silva vorgelegt worden, der sie noch absegnen muss. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Für Samstag kündigte der Sprecher ein weiteres Treffen und eine anschließende Erklärung an.

Außenminister Paulo Portas und Finanzminister Vitor Gaspar hatten in kurzer Folge ihre Rücktritte eingereicht und damit zu einem Bruch in der Regierungskoalition ausgelöst. Das weckte Befürchtungen, das Land könnte von seinem Reformweg abkommen. Dieser ist die Bedingung für das 78-Milliarden-Euro-Hilfspaket von EU und IWF.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) drohte Portugal wegen der zuletzt gestiegenen politischen Unsicherheit mit einer Herabstufung der Bonität. Der Ausblick für das Rating wurde von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt, wie S&P am Freitag in London mitteilte.

Die Kreditwürdigkeit des Landes wird jedoch weiter mit der Note „BB“ bewertet. Die Note befindet sich damit weiter im Ramschbereich und ist zwei Stufen vom sogenannten Investmentstatus entfernt. Erst am 7. März hatte S&P den Ausblick auf stabil angehoben. Die Wahrscheinlichkeit für eine Herabstufung in den nächsten zwölf Monaten beziffert S&P auf eins zu drei.

S&P sieht jedoch die Gefahr, dass Reformen, die den Geldgebern versprochen wurden nicht mehr im Parlament beschlossen oder zumindest verzögert werden könnten. Zudem erwartet S&P, dass die portugiesische Wirtschaft, dass dritte Jahr in Folge schrumpfen wird.

Kommentare (6)

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Observer

06.07.2013, 04:05 Uhr

Die Ueberschrift soll wohl heissen, GEHEBELT!
Dass das nicht weiter passiert mit allen rund um Deutschland und Deutschland derjenige ist, der in Europa dann das Licht ausmacht, das koennen sie NOCH verhindern! Indem sie keine der bestehenden arteien waehlen und auch nicht die Alternative, die lediglich aus dem Euro austreten moechte und das auch nicht mehr wirklich, ansonsten alles beim Alten belassen moechte, sondern: die NEUE MITTE, die heute, Freitag 05.Juli 2013 offiziell zur Bundestagswahl zugelassen wurde und ueber ein Vollprogramm verfuegt, nicht nur erklaert was sie nicht moechte, sondern auch ganz klar WAS sie durchsetzen will!

+++ Kommentar von der Redaktion editiert. Bitte keine Web-Links, halten sich an unsere Netiquette: http://www.handelsblatt.com/netiquette/ +++“

Account gelöscht!

06.07.2013, 07:42 Uhr

Es werden wohl Reformerleichterungen gefordert-was sonst?

Account gelöscht!

06.07.2013, 08:01 Uhr



Portugal vernachlässigte mit billigen Eurokrediten in der Vergangnheit öllig seinen produktiven Arbeitsmarkt, nunmehr erschlagen die Folgen der im letzten Jahrzehnt verlagerten Stellen die Gesellschaft.
Aus der Schiene kommt keiner mehr raus.
Wo keine Neuansiedlung, da keine Stelle. Dienst-/Fianzleistung alleine "rettet" allenfalls die USA, nicht jedoch Portugal.

Wer gesunde Bereiche willig der Globalisierung opfert, nicht modernisiert, zahlt spaeter die Rechnung. Gilt auch für Preussen.

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