Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.11.2014

15:27 Uhr

Einigung zu Ölverkauf

Uno loben Kurden und irakische Regierung

Seit langem streiten Kurden und Regierung über den Export irakischer Ölvorkommen, die Kurden wollen ihr Öl auf eigene Rechnung verkaufen. Zur Lösung des Konflikts planen die beiden Seiten nun Verhandlungen.

Die Einigung sei ein „sehr wichtiger erster Schritt“, um eine umfassende Lösung für alle weiteren Fragen zu finden, so der UN-Sondergesandte Nikolai Mladenov. ap

Die Einigung sei ein „sehr wichtiger erster Schritt“, um eine umfassende Lösung für alle weiteren Fragen zu finden, so der UN-Sondergesandte Nikolai Mladenov.

BagdadDie irakische Regierung und die autonomen irakischen Kurdengebiete haben ihren lähmenden Streit um die Verwertung der Ölvorkommen entschärft. Bagdad gibt zurückgehaltenes Geld für die Kurden frei und beide Seiten planen Verhandlungen zur Lösung des Streits. Der Kompromiss sei ein „sehr wichtiger erster Schritt“, um eine umfassende Lösung für alle weiteren Fragen zu finden, erklärte der Uno-Sondergesandte für den Irak, Nikolai Mladenov, am Freitag.

Die Kurdenregierung im nordirakischen Erbil streitet sich seit langem mit Bagdad über den Export von Erdöl aus den Gebieten unter ihrer Kontrolle. Die Kurden möchten das Öl auf eigene Rechnung verkaufen. Bagdad beharrt jedoch darauf, dass alle Exporte über die staatliche Ölgesellschaft laufen. Die Einnahmen sollen in den Staatshaushalt fließen, von dem die Kurden einen festen Prozentsatz erhalten.

Nachdem die Kurden im Januar begonnen hatten, Öl in die Türkei zu liefern, stoppte Bagdad Zahlungen aus dem Haushalt an Erbil, weshalb Mitarbeiter der Autonomieregierung keine Gehälter bekamen. Der Konflikt verstärkte unter den Kurden die Rufe nach einer Unabhängigkeit von Bagdad und belastete die Zusammenarbeit beider Seiten im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Nach einem am Donnerstag erzielten Kompromiss zahlt Bagdad 500 Millionen US-Dollar an die Kurden, wie die kurdische Nachrichtenseite Rudaw meldete. Im Gegenzug darf Bagdad täglich 150.000 Barrel Rohöl aus Gebieten unter kurdischer Kontrolle verkaufen. Um eine endgültige Einigung zu erzielen, soll es bald weitere Verhandlungen geben.

Umstritten ist vor allem die Frage, wer Öl aus der rohstoffreichen Region um die nordirakische Stadt Kirkuk exportieren darf. Das Gebiet gehört zwar nicht zu den Kurdengebieten, wird aber von den Kurden beansprucht. Kurdische Peschmerga nutzten im vergangenen Sommer den IS-Vormarsch, um die Herrschaft über Kirkuk zu übernehmen.

Der Irak hat laut der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) Ölreserven in Höhe von mehr als 144 Milliarden Barrel (159 Liter). Damit ist das Land viertgrößte Ölmacht der Welt.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×