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25.09.2014

07:59 Uhr

Einnahmequelle

Internationale Allianz greift Öl-Anlagen des IS an

Die USA und Verbündete greifen die vom Islamischen Staat eroberten Öl-Anlagen an. Damit soll den Terroristen der Geldhahn zugedreht werden. Die Summen, die die Extremisten dadurch täglich einnehmen, sind horrend.

Niederlande geht gegen Isis vor

„Wir beteiligen uns an Ausbildung kurdischer Streitkräfte“

Niederlande geht gegen Isis vor: „Wir beteiligen uns an Ausbildung kurdischer Streitkräfte“

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Washington/BeirutUS-Militärs und arabische Verbündete haben erneut Luftangriffe auf Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien geflogen. Dabei seien Ölraffinerien beschossen worden, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Mittwochabend. Kampfjets hätten auch eine IS-Stellung ins Visier genommen, über die die Terroristen Ausrüstung über die Grenze in den Irak geschafft hätten. Außerdem seien IS-Ziele im Irak nahe der Stadt Erbil und der Hauptstadt Bagdad angegriffen worden.

Bei den Luftangriffen sind offenbar mehrere IS-Kämpfer getötet worden. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach am Donnerstag von mindestens 14 toten IS-Extremisten. Bei dem Bombardement im Nordosten des Landes kamen in der Nacht demnach auch mindestens fünf Zivilisten ums Leben.

Trotz der US-geführten Offensive drangen IS-Kämpfer weiter in kurdische Gebiete in Syrien vor. Tausende Bewohner der Stadt Ajn Arab flüchteten vor ihnen in die benachbarte Türkei. Sie berichteten von Enthauptungen von Gefangenen durch die IS-Miliz, die Dschihadisten hätten zudem Häuser angezündet.

Angesichts der anhaltenden Gefahr durch die Extremistengruppe schwor US-Präsident Barack Obama die internationale Gemeinschaft auf einen langen Feldzug ein. Die Welt stehe am Scheideweg zwischen Krieg und Frieden, sagte er in seiner Rede vor der Uno-Vollversammlung in New York. Die USA seien bereit, eine internationale Koalition gegen die IS-Miliz anzuführen, die den Nahen und Mittleren Osten mit einem „Netzwerk des Todes“ überzogen habe.

Islamischer Staat: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Woher kommt die Terrormiliz?

Die Miliz ist die Nachfolge-Organisation von al-Qaida im Irak, einer radikalen Widerstandsbewegung, die sich Gebiete im Westen des Landes einverleibte, nachdem die Amerikaner den Diktator Saddam Hussein gestürzt hatten, ohne das Machtvakuum zu füllen.

Es handelt um einen Zusammenschluss von sunnitischen Dschihadisten, ehemaligen Anhängern von Saddam Hussein und von Stammesmitgliedern. Die Zahl der Kämpfer wird neuerdings auf rund 30.000 geschätzt. In ihrem Herrschaftsgebiet haben die Extremisten ein Verwaltungssystem aufgebaut, das jeden Aspekt des Alltags kontrolliert.

Welche Gebiete kontrolliert IS?

Die Terrormiliz hat Schätzungen zufolge rund ein Drittel des syrischen Staatsgebietes eingenommen. Dabei gelang es ihr, einen Korridor zwischen ihren westlichsten Eroberungen nahe Aleppo über nördliche Landstriche bis zu östlichen Landesteilen nahe der Grenze zum Irak zu schaffen.

In der Provinz Aleppo stehen unter anderem die größeren Orte Manbidsch und Al-Bab unter ihrem Kommando, dort weht die schwarze Flagge der Miliz auf Regierungsgebäuden und großen Plätzen. Da die Terrormiliz auf beiden Seiten der syrisch-irkanischen Grenze nahtlos Gebiete kontrolliert, kann sie relativ leicht Kämpfer, Waffen und Güter zwischen beiden Ländern hin- und hertransportieren.

Zuletzt stockt der Vormarsch des IS allerdings. Die Miliz verlor etwa die strategisch wichtige Stadt Tikrit, ebenso wie das über Monate umkämpfe Kobane an der türkischen Grenze.

Was ist die „Hauptstadt“ des Islamischen Staats?

Die IS erklärte Rakka, eine Stadt am Euphrat im Nordosten Syriens mit einer halben Million Einwohner, zur Hauptstadt ihres Kalifats und Sitz ihrer Machtzentrale. IS-Kämpfer aus aller Welt strömten dorthin, einige mit ihren Familien. Obwohl schon immer konservativ und unter großem Einfluss von Stämmen, war Rakka früher ein lebendiges und wirtschaftlich blühendes Zentrum.

Heute patrouilliert rund um die Uhr die Sittenpolizei der IS – die sogenannte Hisba – durch die Straßen. Diese bewaffneten Kämpfer in langen Roben kontrollieren, ob ihre strenge Auslegung des Korans auch umgesetzt wird. Die IS hat Musik und Rauchen verboten. Frauen wurden von der Sittenpolizei angewiesen, sich zu verhüllen. Wer gegen die Scharia verstößt, läuft Gefahr, enthauptet oder ans Kreuz gehängt zu werden. Den Schulen der Stadt diktierte die Miliz kürzlich die Inhalte und strich Fächer wie Philosophie oder Chemie.

Wie stark sind die Kämpfer des IS?

Seit Anfang 2014 führt die Miliz mit den gemäßigten und vom Westen unterstützten Rebellen in Syrien einen Zermürbungskrieg. Dabei stürmen IS-Kämpfer Außenposten der Rebellen und nehmen ihnen Ort für Ort durch Gewalt und Einschüchterung ab.

Die Zahl der Kämpfer lässt sich nur schätzen. Fest steht jedoch, dass die Extremisten seit Beginn ihres Vormarsches im Irak Anfang Juni 2014 starken Zulauf bekommen haben. Der US-Geheimdienst CIA geht davon aus, dass die Gruppe in Syrien und im Irak zwischen 20.000 und 31.500 Kämpfer hat. Diese Zahl unterscheidet sich deutlich von den Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Sie schätzt die Zahl der IS-Kämpfer allein in Syrien auf rund 50.000, davon etwa 20.000 aus dem Ausland. Die Menschenrechtler stützen sich bei ihren Informationen auf ein Netz von Aktivisten in Syrien.

Welche Rohstoffe hält IS in der Hand?

Die Terrormiliz hatte im bis Herbst 2014 faktisch alle größeren Ölfelder im Osten Syriens, darunter das landesweit größte namens Omar mit einer Förderkapazität von 75.000 Barrel pro Tag erobert. Der IS nahm die Produktion teilweise auf und finanzierte sich auch über den Verkauf von Rohöl unter Marktpreisen. Das geförderte Öl werde über Mittelsmänner an die Türkei und den Irak geliefert.

Doch nach dem Verlust von Tikrit Anfang April 2015 hat die Terrororganisation auch mindestens drei Ölfelder verloren. Damit bleibt der Miliz im Irak nur noch ein einziges Ölfeld: Qayara mit einer Förderkapazität von gerade einmal 2000 Barrel am Tag. Das seien gerade noch fünf Prozent der zuvor vom IS innerhalb des Irak kontrollierten Menge.

Wie verhält sich der syrische Diktator Assad?

Syriens Präsident hat vor kurzem die Luftangriffe auf IS-Hochburgen verstärken lassen. Die Regierung öffnete die Türen für eine mögliche Kooperation mit den USA im Kampf gegen IS, sie stellte aber zugleich klar, dass jeglicher Angriff mit Damaskus abgestimmt sein müsse. Für die US-Regierung ist dies allerdings ein Problem: Sie möchte nicht an Assads Seite erscheinen, zumal sie dessen Rücktritt seit Jahren verlangt. Unter der Hand machte das Assad-Regime lange sogar Geschäfte mit den Terroristen nach dem Motto: Strom gegen Öl.

Was können die USA mit Luftschlägen ausrichten?

Jedweder Luftschlag der USA in Syrien würde sich wahrscheinlich auf Gebiete nahe der Grenze zum Irak sowie militärische Ziele wie Trainingslager in Rakka konzentrieren. Dort verfügt Assad kaum über Luftabwehr.

In jedem Fall werden sich Luftangriffe schwieriger gestalten als im Irak: Dort segnet Bagdad das Vorgehen ab, zudem verlaufen die Frontlinien deutlicher. In Syrien hingegen gibt es auf engem Raum verschiedene Fraktionen, zu denen neben IS auch der al-Qaida-Ableger Nusra-Front, die vom Westen unterstützten Rebellen der Freien Syrischen Armee und die Regierungstruppen gehören. Während die gemäßigten Rebellen US-Luftschläge fordern, lehnen die extremeren Kämpfer ein Engagement der USA ab.

Dieser Satz Obamas wurde grausam bestätigt: Laut der US-Organisation Site töteten IS-Verbündete die in Algerien verschleppte französische Geisel Hervé Gourdel. Die auf die Beobachtung von Terrorgruppen spezialisierte Organisation teilte mit, die Gruppe namens Dschund Al-Chilafa habe ein Video im Internet veröffentlicht, demzufolge der 55-jährige Bergführer aus Nizza enthauptet worden sei. Die Gruppe hatte Frankreich ein Ultimatum gestellt, innerhalb von 24 Stunden seine Beteiligung an den Luftangriffen auf die IS-Miliz im Irak zu beenden. Frankreich hatte das abgelehnt.

Präsident François Hollande bestätigte die Bluttat an Gourdel. Doch werde sich Frankreich von diesem Akt der „Barbarei“ nicht abschrecken lassen, sagte er in New York vor der Uno-Vollversammlung.

Obama erklärte, Sektierertum und Extremismus zu bekämpfen sei eine Aufgabe, der sich letztendlich mehrere Generationen stellen müssten - vor allem die Menschen im Nahen und Mittleren Osten selbst. „Keine Macht von außerhalb kann eine Veränderung in den Herzen und Köpfen herbeiführen“, sagte er. Die USA seien ein „respektvoller und konstruktiver Partner“ im militärischen Kampf gegen den IS. Es sei aber an den Muslimen in der Region, die Ideologie von Gruppen wie dem IS abzulehnen und deren Finanzierung abzuschneiden.

Kommentare (12)

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Frau Maria Tanner

25.09.2014, 08:23 Uhr

Ich bin kein Verfechter von Kriegshandlungen aber es ist an der Zeit, dass sich die Weltgemeinschaft mit vereinten Kräften gegen diesen Terror stellt. Es wurde viel zu lange gezögert, aber kaum einer hatte die Gefahr erkannt die von diesen radikal islamistischen 'Gotteskriegern' ausgeht. Am allerschlimmsten empfinde ich es, dass sich Menschen mit Deutschem oder Britischem Pass diesen Terrorgruppen anschließen und getrieben von blindem Gehorsam deren Ideologie verinnerlichen. Keiner hat auch nur ansatzweise das Recht, die von ihm vertretene Religion anderen Völkern und Glaubensrichtungen überzustülpen. Deshalb müssen wir unsere Werte mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen, notfalls mit der Waffe in der Hand.

Herr UWE Keil

25.09.2014, 08:26 Uhr

Theatervorführung für das tumbe Volk.......
Der "Geldhahn" sind CIA/Mossad, Katar, die Saudis ....

Herr Micky Aus

25.09.2014, 10:02 Uhr

Die involvierten Politiker, auch die "christlichen", spielen wieder einmal Krieg. (Vergl.: Fotheringay(Sandy Denny) - John the Gun auf YouTube). Und wer fragt sich schon ernsthaft, was Jesus tun würde

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