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31.01.2017

12:20 Uhr

Einreiseverbot

Trump-Sprecher rechtfertigt Festsetzen eines Fünfjährigen

Das von Trump verhängte Einreiseverbot erschüttert die Welt. Die USA machen bei der Umsetzung der Verordnung auch bei kleinen Kindern keine Ausnahme. Am Wochenende wurde ein Fünfjähriger vier Stunden lang festgesetzt.

Der Sprecher von US-Präsident Trump, Sean Spicer, sagte, es wäre „irreführend und falsch“ anzunehmen, dass allein aufgrund des Alters oder des Geschlechts einer Person keine Gefahr von ihr ausgehen könne. Reuters, Sascha Rheker

Sean Spicer

Der Sprecher von US-Präsident Trump, Sean Spicer, sagte, es wäre „irreführend und falsch“ anzunehmen, dass allein aufgrund des Alters oder des Geschlechts einer Person keine Gefahr von ihr ausgehen könne.

WashingtonBei der Umsetzung des neuen Einreiseverbots machen die USA auch bei kleinen Kindern keine Ausnahmen. Mehrere Medien berichten über den Fall eines fünfjährigen Jungen iranischer Abstammung, der am Wochenende am Flughafen Dulles nahe Washington vier Stunden lang von den Behörden festgehalten wurde.

Der Sprecher von US-Präsident Trump, Sean Spicer, sagte dazu, es wäre „irreführend und falsch“ anzunehmen, dass allein aufgrund des Alters oder des Geschlechts einer Person keine Gefahr von ihr ausgehen könne.

Bilder des Senders CNN zeigen, wie der Junge nach seiner Einreise von seiner wartenden Mutter in den Arm genommen wurde. Nach einem Bericht der „Huffington Post“ handelte es sich bei dem Fünfjährigen um einen im Bundesstaat Maryland lebenden US-Bürger. Der Bericht verweist auf einen Facebook-Beitrag des demokratischen US-Senators Chris Van Hollen aus Maryland, der den Vorfall mit den Worten „Schäm Dich, Donald Trump“ kommentierte.

Trump hatte am Freitag per Dekret einen dreimonatigen Einreisestopp für Staatsbürger der mehrheitlich muslimischen Länder Irak, Syrien, Iran, Sudan, Libyen, Somalia und Jemen verhängt. Er setzte zudem das gesamte Regierungsprogramm zur Aufnahme von Flüchtlingen für vier Monate aus. Flüchtlinge aus Syrien dürfen für unbestimmte Zeit gar nicht mehr einreisen.

Die schnelle Umsetzung der Verfügung hat Reisepläne weltweit gestört. Reisende, darunter Touristen, Studenten, Einwanderer und rückkehrende Urlauber wurden an Flughäfen festgenommen, nachdem sie in den USA eingetroffen waren. Einige verbrachten die Nacht in Gewahrsam. Die meisten von ihnen wurden bis Montag freigelassen.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Herr Rolf Sieber

31.01.2017, 12:36 Uhr

Das ist einfach nur noch widerlich, was sich die US-Administration leistet. Wird das amerikanische Volk tatsächlich von Mr. Trump vertreten? Wenn ja, dann gute Nacht Freiheit. Müsste man dann nicht eigentlich auch die Freiheitsstatue umbenennen?

Herr Leo Löwenstein

31.01.2017, 12:58 Uhr

Schlimm, wenn man Kinder festhält.

Was ich mich da aber dazu noch Frage.
Für mich endet hier die Berichterstattung zu schnell.

War der 5jährige allein unterwegs?
Er ist alleine von ausserhalb in die USA eingereist?
Wenn er alleine unterwegs war, wer setzt denn bitte schön einen 5jährigen mehrere Stunden allein in ein Flugzeug?
Auch das wäre verwerflich und ebenso schlimm.
War er nicht allein unterwegs, sondern mit Verwandten?
Die Mutter scheints ja nicht gewesen zu sein, die hat ja gewartet, der Vater wird nicht erwähnt. Wenn er zusammen mit Verwandten festgehalten wurde, ist die Meldung nur noch halb so dramatisch, da ja jemand dabei war und den Jungen sicher auch beruhigen konnte.

Diese Meldung könnte ich sonst bei jeder Familie mit Kleinkindern, die am Flughafen festgehalten wird, bringen.

Hier wird nur ein Ausschnitt berichtet um gezielt Meinung zu machen, allerdings fällt schon auf, dass hier wesentliche Teile fehlen.

Reiner Blumenhagen

31.01.2017, 13:04 Uhr

Ach Herr Löwenstein, dass kleine Kinder alleine reisen ist auch hier in D nicht soooo ungewöhnlich. Scheidungskinder reisen z.B. am Wochenende von Mutter zu Vater und zurück; während der Reise kümmert sich eine Flugbegleiterin, und am Ziel wird das Kind dem wartenden Elternteil übergeben. I.d.R. kein Problem.

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