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21.03.2016

16:59 Uhr

Einsatz gegen Kurdenrebellen

Erdogan wirft EU „Scheinheiligkeit“ vor

Angesichts von Kritik am gewaltsamen Vorgehen seiner Streitkräfte gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans hat der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan der Europäischen Union „Scheinheiligkeit“ vorgeworfen.

Recep Tayyip Erdogan zweifelt an der „Aufrichtigkeit“ Brüssels. AP

Recep Tayyip Erdogan

Recep Tayyip Erdogan zweifelt an der „Aufrichtigkeit“ Brüssels.

IstanbulAngesichts von Kritik am gewaltsamen Vorgehen seiner Streitkräfte gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan der Europäischen Union „Scheinheiligkeit“ vorgeworfen. Er zweifele an der „Aufrichtigkeit“ Brüssels, „wenn die Terrororganisation in Brüssel vor der Ratsgebäude ein Zelt errichten darf“, sagte Erdogan am Montag in Istanbul. Kurdenaktivisten hatten in der belgischen Hauptstadt während des EU-Türkei-Gipfels in der vergangenen Woche gegen die Politik Ankaras protestiert.

Die PKK wird von der Türkei und ihren westlichen Verbündeten als Terrororganisation eingestuft. Mit Blick auf die PKK und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sagte Erdogan, sein Land sei derzeit mit „einer der größten Terrorismuswellen seiner Geschichte konfrontiert“. „Wir werden diese Organisationen mit den härtesten Mitteln bekämpfen“, kündigte er an. Das türkische Volk rief er zur „Mobilisierung“ auf.

Tödliche Anschläge in der Türkei (Chronik)

13. Mai 2016

Bei einer Sprengstoffdetonation in Diyarbakir kommen vier Menschen ums Leben. 15 werden verletzt. Die Tat wird der PKK zugeschrieben.

9. April 2016

Bei einem Bombenanschlag in Istanbul gibt es drei Verletzte. Wer hinter dem Anschlag steckt, ist unklar.

31. März 2016

Mindestens 7 Tote, rund 23 Verletzte – das sind die Opfer eines Anschlags in Diyarbakir, hinter dem die PKK vermutet wird. Bei den Opfern handelt es sich um Polizeibeamte.

19. März 2016

Bei einem Bombenanschlag in Istanbul sterben mindestens fünf Menschen, etwa 36 werden verletzt. Bei den Opfern handelt es sich um Passanten in einer Einkaufsstraße. Hinter dem Anschlag steckt vermutlich der IS.

13. März 2016

Bei einem weiteren verheerenden Autobomben-Anschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara sind am 13. März 37 Menschen ums Leben gekommen. Kurz darauf flog die türkische Luftwaffe Angriffe auf PKK-Stellungen im Nordirak – die Regierung zufolge gehörte die Selbstmordattentäterin zu der verbotenen Partei.

Februar 2016

Am 17. Februar hat in Ankara ein Selbstmordattentäter 28 Menschen in den Tod gerissen. Inzwischen hat sich die militante Organisation Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) – eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK – zu der Tat bekannt.

Januar 2016

Bei einem Anschlag im historischen Zentrum Istanbuls werden elf Deutsche getötet. Der Angreifer sprengt sich mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee in die Luft. Der Attentäter gehörte nach Angaben der türkische Regierung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an.

September 2015

Bei einem Bombenanschlag in Igdir in der Osttürkei werden zwölf Polizeibeamte getötet. Zuvor starben bei einem Angriff der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und Gefechten im südosttürkischen Daglica in der Provinz Hakkari 16 Soldaten.

August 2015

Bei einem Bombenanschlag und einem anschließenden Angriff auf eine Polizeiwache in der Millionenmetropole Istanbul werden mindestens vier Menschen getötet. Zwei Frauen greifen zudem das US-Konsulat an, eine wird festgenommen. Sie soll Mitglied der linksextremen Terrororganisation DHKP-C sein.

Juli 2015

Im südtürkischen Grenzort Suruc reißt ein Selbstmordattentäter 33 pro-kurdische Aktivisten mit in den Tod. Die Behörden machen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich, die sich allerdings nie zu der Tat bekennt.

Juni 2015

Zwei Tage vor der türkischen Parlamentswahl verüben Unbekannte in der südosttürkischen Kurden-Metropole Diyarbakir einen Sprengstoffanschlag auf eine Veranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP. Mindestens vier Menschen sterben. Die türkische Regierung macht den IS verantwortlich.

Mai 2013

Bei der Explosion zweier Autobomben in der Grenzstadt Reyhanli werden mehr als 50 Menschen getötet. Die Regierung beschuldigt türkische Linksextremisten mit Kontakten zum Regime im benachbarten Syrien.

September 2011

Drei Menschen sterben in der türkischen Hauptstadt Ankara, als im Regierungsviertel eine Bombe explodiert. Eine Splittergruppe der PKK bekennt sich zur Tat.

Türkische Sicherheitskräfte gehen seit Monaten gewaltsam gegen die PKK vor. Zu einem Anschlag in Ankara vor gut einer Woche, bei dem 35 Menschen getötet wurden, bekannte sich die radikale Kurdengruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK). Nach Einschätzung der türkischen Sicherheitskräfte ist die Gruppe eine Unterorganisation der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), diese distanzierte sich allerdings von der TAK.

Für ein Selbstmordattentat in Istanbul, bei dem am Samstag vier Menschen getötet wurden, macht die türkische Regierung die IS-Miliz verantwortlich. Am Montag meldete die Nachrichtenagentur Dogan, dass die Sicherheitskräfte nach drei Extremisten suchten, die weitere Anschläge planten. Es handele sich um türkische Staatsbürger, die es auf belebte öffentliche Plätze abgesehen hätten.

Von

afp

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