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25.05.2017

03:34 Uhr

Einsatz von Militär

Heftige Tumulte gegen Temer in Brasilien

Dramatische Szenen aus Brasilia: Ministerien müssen evakuiert werden, Rauchschwaden, Demonstranten, die zornig „Temer raus“ fordern. Der unter Korruptionsverdacht stehende Präsident schickt das Militär.

Gegen die Proteste gegen Präsident Temer in der brasilianischen Hauptstadt wurde das Militär beordert, um Regierungsgebäude zu schützen. Reuters

Demonstrationen in Brasilia

Gegen die Proteste gegen Präsident Temer in der brasilianischen Hauptstadt wurde das Militär beordert, um Regierungsgebäude zu schützen.

Brasilia Bei Protesten gegen Brasiliens Präsidenten Michel Temer haben aufgebrachte Demonstranten Feuer im Agrarministerium gelegt und in weiteren Ministerien für Verwüstungen gesorgt. Schwarze Rauchwolken standen über dem Regierungsviertel in Brasilia, nach Angaben der Polizei hatten sich 35 000 Menschen dort versammelt. Die Polizei setzte Tränengas ein, mehrere Ministerien wurden evakuiert.

Verteidigungsminister Raul Jungmann sagte, Präsident Temer habe den Einsatz das Militärs angeordnet, um Regierungsgebäude zu schützen. Als das in der laufenden Kongresssitzung bekannt wurde, kam es zu tumultartigen Szenen und Handgreiflichkeiten, die Opposition um die linke Arbeiterpartei warf Temer eine Eskalation und Militarisierung vor. Insgesamt sollen in Brasilia 1500 Soldaten eingesetzt werden.

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Die Demonstranten fordern Temers Rücktritt und rasche Neuwahlen. Rund 30 Menschen sollen Berichten zufolge verletzt worden sein.

Erst nach mehreren Stunden beruhigte sich die Lage am Mittwochabend (Ortszeit) - aber für Temer wird die Lage immer brenzliger. Tasso Jereissati, Interimschef der Sozialdemokraten (PSDB), des größten Koalitionspartners, vermied ein Bekenntnis zu dem durch einen neuen Korruptionsskandal schwer in Bedrängnis geratenen Politiker.

Die Proteste in Brasilia waren die heftigsten seit langem. Überall gab es kleine Feuer, viele Scheiben in Ministerien gingen zu Bruch, die Polizei setzte Tränengas ein. In der von dem Architekten Oscar Niemeyer geplanten Hauptstadt sind alle Ministerien und der Kongress rund um eine große Fläche, die Esplanada dos Ministérios, angeordnet, auf der sich die Menschen versammelten und „Temer raus“ skandierten.

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