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30.01.2016

01:25 Uhr

Einschaltquote bei Fox-Debatte schlägt Gegenveranstaltung

Es geht also auch ohne Trump

VonAxel Postinett

Hat Donald Trump einen Teil seiner Magie eingebüßt? Ein Quoten-Debakel hatte er einem Sender vorausgesagt, falls er am Donnerstag nicht mitdiskutieren sollte. Aber es kam anders.

Donald Trump: Ansprache vor Veteranen in Des Moines, Iowa: "Eigentlich wollte ich ja gar nicht hier sein." AFP

Donald Trump in Iowa

Donald Trump: Ansprache vor Veteranen in Des Moines, Iowa: "Eigentlich wollte ich ja gar nicht hier sein."

San FranciscoTrump und die sieben Zwerge: Eine TV-Debatte von sieben republikanischen US-Präsidentschaftsbewerbern und ohne den Spitzenreiter, den medienwirksamen Donald Trump, hat es am Donnerstag auf überraschend gute 12,5 Millionen Zuschauer gebracht. Das teilte das Marktforschungsinstitut Nielsen am Freitag mit. Trump hatte der TV-Debatte des Senders Fox News ein „totales Desaster“ prophezeit. Corey Lewandowski, Kampagnenmanager von Trump erklärte im Vorfeld der Diskussionsrunde, Fox „könne von 20 bis 25 Millionen Zuschauern ausgehen“, wenn Trump auftrete. Ohne ihn sei das hingegen anders: „Ich glaube, das wird an eine Debatte mit ein bis zwei Millionen Zuschauern.

So schlimm es nun offenbar nicht gekommen, und wie viele es mit Trump gewesen wäre, lässt sich ja nicht mehr feststellen. Feststellen aber lässt sich, wie die Gegenveranstaltung des Kandidaten aus New York angekommen ist. Und die Zahlen für den Medienmagier Trump sind ernüchternd. Die Sender CNN und MSNBC kamen laut „Hollywood Reporter“ zusammen gerade mal auf eine Einschaltquote von 2,8 Millionen. Daneben gab es noch andere, kleinere Sender, so wie C-SPAN, die das Spendendinner für Veteranen mit Überraschungsgast Trump übertrugen. Aber Datenerhebungen sind hier nicht zu bekommen. Ebenso wenig liegen Zahlen über die Zuschauer im Web vor. Fox streamte die Debatte ins Internet und auch Trump war im Web und auf Social Media präsent. Trotzdem gehen Medienexperten davon aus, dass Trump auf keinen Fall die Gesprächsrunde der sieben Gegner überholt haben könnte.

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Sieben gegen einen ist normalerweise unfair. Aber bei den TV-Debatten der Republikaner im US-Wahlkampf ist es anders. Denn es ist Donald Trump, der verspottet wird. Doch der kann punkten, obwohl er gar nicht dabei ist.

Ob Trump also seine Zugkraft überschätzt hat oder nicht, bleibt aber weiter offen. Denn zumindest auf Twitter war er der Sieger. Immerhin 36 Prozent der Tweets unter dem Hashtag #GOPDebate bezogen sich auf den abwesenden Trump, teilte Twitter am Freitag in San Francisco mit, 16 Prozent auf Ted Cruz und 13 Prozent auf Marc Rubio. Ob die Erwähnungen eher positiv oder negativ waren, bleibt jedoch offen.

Fox News hatte bei der ersten Debatte im August 2015 eine Rekord-Einschaltquote 25 Millionen Zuschauern erzielt. Bei dieser Veranstaltung fühlte Trump sich aber vom Sender unfair behandelt, weshalb er den Ausschluss einer kritischen Journalistin forderte. Das lehnte der Sender aus dem Reich von Rupert Murdoch jedoch ab, woraufhin Trump seine Zusage zurückzog.

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