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06.10.2012

09:41 Uhr

Einstiges Flaggschiff

Ölkonzern PdVSA pfeift auf dem letzten Loch

VonAlexander Busch

Einst war der Ölkonzern PdVSA das Flaggschiff Venezuelas. Nun steht es schlecht um das Unternehmen. Schuld ist der wachsende Einfluss des Staates - und der des Präsidenten Hugo Chávez.

Eine Förderanlagen für Rohöl in Cabimas, Venezuela. ap

Eine Förderanlagen für Rohöl in Cabimas, Venezuela.

CaracasMehrere Tage konnten die brennenden Tanks der größten Raffinerie Venezuelas im Westen des Landes nicht gelöscht werden. 42 Menschen starben bei der durch ein Gasleck ausgelösten Explosion in der Amuay-Anlage Ende August. Letzte Woche setzte ein Blitz die zweitgrößte Ölraffinerie des staatlichen Ölkonzerns PdVSA (Petróleos de Venezuela S.A.) in Brand.

Diese Unglücke sind keine Einzelfälle: Mehr als 109 Tote registrierte der Staatskonzern seit 2004, dazu alleine 4 053 Öllecks im letzten Jahr. Dabei ist PdVSA ein Gigant seiner Branche: Mit einem Umsatz von 125 Milliarden Dollar 2011 ist er der umsatzstärkste Konzern Lateinamerikas. Fünf Milliarden Dollar Gewinn kamen so zusammen.

Doch kein Zweifel: Das einstige Flaggschiff der westlichen Ölindustrie pfeift auf dem letzten Loch. Das liegt vor allem am zunehmenden Staatseinfluss in den vergangenen zehn Jahren unter der Regierung von Präsident Hugo Chávez. Noch zu dessen Amtsantritt 1998 hielt die Economist Intelligence Unit die venezolanische PdVSA für den bestgeführten und effizientesten Ölkonzern der Welt, der in den USA mit Citgo eine eigene Tankstellenkette und mit Veba Öl ein Joint Venture in Europa unterhielt, um den Vertrieb der eigenen.

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Inzwischen muss sich der Konzern keine Gedanken über weltweite Vermarktung und Vertrieb mehr machen. Er produziert zu wenig: Statt der 3,6 Millionen Barrel am Tag (ein Barrel sind 159 Liter), die PdVSA noch 1997 förderte, produzierte das Unternehmen 2011 gerade noch 2,6 Millionen Barrel.

Als einer der wichtigsten Öllieferanten der USA verschifft Venezuela heute nur noch knapp eine Million Fass in die USA. Ein Viertel seiner Produktion geht zu subventionierten Preisen an politisch befreundete Staaten in der Karibik und Zentralamerika. Eine Million Fass Öl werden in Venezuela selbst verbraucht. Dort ist der Benzinpreis so stark subventioniert, dass es umgerechnet nur rund 50 Cent kostet, ein Auto vollzutanken. Benzinschmuggel nach Kolumbien hat sich zu einem lukrativen illegalen Geschäft entwickelt.

Der Grund für PdVSAs Abstieg sind die fehlenden Investitionen in die Erschließung neuer Ölfelder: Zwei Milliarden Dollar müsste der Konzern nach Schätzungen von Ölexperten jährlich investieren, um seine Ölproduktion zu stabilisieren. Doch in den letzten zwölf Jahren investierte PdVSA gerade mal 155 Millionen Dollar im Jahr in die Erschließung neuer Felder, so die Experten von ODH Consultores in Caracas.

Kommentare (6)

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Stephanie

06.10.2012, 10:08 Uhr

Propaganda und Gehirnwäsche pur.
Liebes HB, das wird immer schlimmer. Haben Sie denn kein Niveau?

Wird der Tag noch kommen, an dem ich lese, dass die Feinde der Bundesrepublik etwas richtig machen? Dass das Leben bei Diktatoren gar nicht so schlecht ist? Diese schwarz-weiße Berichterstattung zündet Hass an. Im Endeffekt werdet ihr "Medien" zu Hasspredigern - und was für eine Heuchelei ist das!

Rene

06.10.2012, 10:26 Uhr

Fahren/fliegen sie mal nach Venzuela und schauen sich die Verhältnisse an!
Ohne den Rohstoff Öl in seinen Mengen, hätte Venezuela schon vor Jahren das DDR-Schicksal ereilt.

Account gelöscht!

06.10.2012, 10:29 Uhr

@Stephanie:
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