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13.01.2010

13:08 Uhr

El Kaida im Jemen

Militär tötet 19 Aufständische

Der Jemen macht ernst und geht entschieden gegen die El-Kaida-Kämpfer im Land vor. Auch die schiitische Rebellen rücken in den Fokus des Militärs, ein 19 Aufständische wurden nach Regierungsangaben getötet. Der Iran und der Oman forderten unterdessen, dass Sanaa die Probleme im Dialog mit den Nachbarstaaten lösen solle.

Jemenitischer Soldat: Offensive zeigt erste Erfolge. dpa

Jemenitischer Soldat: Offensive zeigt erste Erfolge.

HB SANAA. Sicherheitskräfte im Jemen haben nach eigener Darstellung den Anführer einer El-Kaida-Zelle getötet. Soldaten hätten das Haus des Mannes in der südlichen Provinz Schabwa am Dienstag umstellt und sich Schießereien mit den in dem Gebäude verschanzten Aufständischen geliefert, meldete die staatliche Nachrichtenagentur am Mittwoch. Dabei sei der örtliche El-Kaida-Anführer getötet worden, den der Provinzgouverneur als Abdullah al-Mehdar identifizierte.

Ebenfalls in der Region Schabwa wurden Medienberichten zufolge zwei Soldaten getötet. Es sei denkbar, dass es sich dabei um eine Vergeltungstat der El-Kaida für die Aktion gegen ihren Zellen-Chef gehandelt habe, hieß es in Sicherheitskreisen.

In der Nähe der Hafenstadt Aden stürzte nach Regierungsangaben ein Kampfjet der jemenitischen Luftwaffe ab. Der Pilot der zu Ausbildungszwecken benutzten Maschine werde vermisst.

Im Norden des arabischen Landes wurden nach Angaben des Innenministeriums in den vergangenen beiden Tagen mindestens 15 schiitische Rebellen bei Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften und regierungstreuen Stammeskämpfern getötet.

Am Dienstag hatte die Regierung den Tod von 19 schiitischen Aufständischen in der Stadt Saada gemeldet. Wann dies geschah wurde nicht mitgeteilt. 2004 begannen schiitische Rebellen ihren Aufstand. Sie werfen der Regierung vor, sie sozial, wirtschaftlich und religiös zu benachteiligen. Seither wurden Hunderte Menschen getötet und Zehntausende vertrieben.

In der Gegend waren im Juni ein deutsches Ehepaar und ihre drei Kinder entführt worden. Die jemenitische Regierung verhandelt derzeit nach eigenen Angaben mit den Aufständischen über ihre Freilassung.

Der Iran und der Oman forderten die Regierung in Sanaa auf, die Konflikte im Dialog zu lösen. Wenn dies nicht gelinge, sei die Stabilität der gesamten Region in Gefahr, warnten Regierungsvertreter am Mittwoch. Die jemenitische Regierung erklärte, einen Dialog mit El-Kaida könne es nur geben, wenn diese künftig auf Gewalt verzichte.

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