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08.04.2015

18:02 Uhr

Elf Dschihadisten festgenommen

Spanische Polizei verhindert Anschlag

Spanien feiert einen Coup gegen den islamistischen Terror: Elf mutmaßlichen Dschihadisten wurde laut Polizei das Handwerk gelegt. Die zehn Männer und eine Frau wollten offenbar auch einen Anschlag verüben.

Spanien

Großrazzia: Elf mutmaßliche Islamisten festgenommen

Spanien: Großrazzia: Elf mutmaßliche Islamisten festgenommen

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MadridDurch die Zerschlagung einer islamistischen Terrorzelle haben die Sicherheitsbehörden in Spanien einen Anschlag vereitelt. Elf mutmaßliche Dschihadisten wurden laut Polizei am Mittwoch in Katalonien festgenommen. „Die Mitglieder der Zelle hatten den festen Willen, in Katalonien einen Anschlag zu verüben“, erklärte der katalanische Innenminister Ramón Espadaler.

Die Beschuldigten - zehn Männer und eine Frau - werden verdächtigt, die Terrormiliz „Islamischer Staat“ unterstützt zu haben. Es handelt sich amtlichen Angaben zufolge um fünf Spanier, fünf Marokkaner und einen Paraguayer im Alter zwischen 17 und 45 Jahren. Sie haben in Spanien unter anderem auch Menschen für den Dschihad, den „Heiligen Krieg“, in Syrien und im Irak angeworben, wie Espadaler sagte.

Anführer sei ein Spanier namens Antonio gewesen, der in Sabadell 25 Kilometer nördlich von Barcelona als Friseur gearbeitet habe und nach der Heirat mit einer Marokkanerin zum Islam konvertiert sei, berichtete die Zeitung „El País“ in der Onlineausgabe unter Berufung auf Behördensprecher. Nachbarn hätten den Mann als nett und unauffällig beschrieben.

Der Polizeioperation in Katalonien seien einjährige Ermittlungen vorausgegangen, berichtete die Polizei. An der Aktion, die um vier morgens gestartet wurde, nahmen 360 Beamten teil. Bei Razzien in Barcelona und vier weiteren Städten Kataloniens seien mehr als ein Dutzend Hausdurchsuchungen durchgeführt und auch „verschiedenes Material“ sichergestellt worden.

Islamistische Szene in Deutschland

Salafisten in Deutschland

Der Verfassungsschutz rechnet mehr als 43.000 Menschen zur islamistischen Szene in Deutschland. Diese ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen - vor allem durch den starken Zulauf bei der Gruppe der Salafisten, einer besonders konservativen Strömung innerhalb des Islam. Rund 7000 Leute werden inzwischen der Salafisten-Szene zugerechnet. 2011 waren es noch etwa halb so viel. Besonders stark sind die Salafisten in Nordrhein-Westfalen vernetzt.

Millitante Islamisten

Mindestens 600 radikale Islamisten aus Deutschland sind bislang in das Kampfgebiet nach Syrien und in den Irak ausgereist. Die Zahl geht seit langem kontinuierlich nach oben. Viele haben sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen.

Kämpfer kehren zurück

Etwa 200 der Ausgereisten sind inzwischen wieder in Deutschland. Aber nur von einem kleinen Teil davon – etwa 35 Personen – ist bekannt, dass sie aktiv am bewaffneten Konflikt beteiligt waren. Rund 60 Islamisten aus Deutschland sind laut Verfassungsschutz in Syrien und dem Irak gestorben. Mindestens zehn sprengten sich bei Selbstmordanschlägen in die Luft. Dies sind aber nur die bekannten Fälle.

Diese Islamisten sind gefährlich

Die Sicherheitsbehörden stufen viele Islamisten als gefährlich ein. Etwa 1000 Menschen in Deutschland werden dem „islamistisch-terroristischen“ Spektrum zugeordnet. Darunter sind 260 sogenannte Gefährder, also Menschen, denen die Polizei zutraut, dass sie einen Terrorakt begehen könnten. Die Zahl ist so hoch wie nie zuvor. Zum Teil sind auch Rückkehrer aus Dschihad-Gebieten darunter. Diese machen den Sicherheitsbehörden große Sorgen, weil sie oft radikalisiert zurückkommen - und zum Teil kampferprobt.

Spaniens Innenminister Jorge Fernández Díaz sagte am Mittwoch dem Sender „Catalunya Radio“, in 98 der 1 264 Moscheen des Landes werde der Salafismus gepredigt, eine ultrakonservative Strömung des Islam. Allein in Katalonien seien 50 dieser „radikalen Moscheen“. Man behalte diese Plätze „besonders im Auge“, unter anderem um zu verhindern, dass dort Menschen für den IS angeworben werden. In Katalonien seien seit Jahresanfang knapp 40 mutmaßliche islamistische Terroristen gefasst worden. Im Kampf gegen den Terror „dürfen wir die Hände nicht in den Schoß legen“, mahnte der Minister.

Von

dpa

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