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16.09.2014

18:36 Uhr

Elf Tote bei Kämpfen

Rebellen greifen Zentrum von Damaskus an

Bei Angriffen auf das Zentrum der syrischen Hauptstadt Damaskus wurden mindestens neun Menschen verletzt. Mindestens elf Aufständische kamen bei Kämpfen bereits am Anfang der Woche ums Leben.

Das Archivfoto zeigt einen Kämpfer der Freien Syrischen Armee, der durch die Straßen von Aleppo zieht. dpa

Das Archivfoto zeigt einen Kämpfer der Freien Syrischen Armee, der durch die Straßen von Aleppo zieht.

DamaskusSyrische Regimegegner nehmen verstärkt das Zentrum der syrischen Hauptstadt Damaskus ins Visier. Anwohner und die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichteten am Dienstag, in mehreren Vierteln seien Granaten eingeschlagen. Dabei wurden laut Sana mindestens neun Menschen verletzt. Getroffen wurde unter anderem der christliche Stadtteil Bab Tuma sowie das Viertel Al-Malki, wo auch ein Präsidentenpalast liegt.

Bereits am Montag waren bei Kämpfen zwischen Armee und Rebellen im Zentrum von Damaskus mindestens elf Aufständische ums Leben gekommen. Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben die Männer in dem Stadtviertel Al-Sahira Al-Kadima. Ein Sprecher der syrischen Armee sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Sana, eine „terroristische Gruppe“ habe das Gebiet über einen Abwasserkanal erreicht. Die Armee habe alle Angreifer töten können.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Das Zentrum von Damaskus ist seit Ausbruch des Bürgerkriegs vor mehr als drei Jahren bisher größtenteils von Kämpfen verschont geblieben. Rebellen hatten aber am Montag angekündigt, Viertel der Hauptstadt zu beschießen. Sie reagieren damit auf heftige Angriffe der syrischen Luftwaffe auf Gebiete unter Kontrolle von Aufständischen am Stadtrand von Damaskus.

Von

dpa

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