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13.03.2016

21:37 Uhr

Elfenbeinküste

14 Tote bei Anschlägen auf Strandhotels

Mehrere bewaffnete Männer haben Hotels in der Elfenbeinküste gestürmt und 14 Menschen getötet. Die Dschihadistengruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb hat sich zu dem Angriff bekannt – und kündigte weitere Details an.

Nach dem Anschlag: Helfer bringen die Toten in einen Van. AFP; Files; Francois Guillot

Elfenbeinküste

Nach dem Anschlag: Helfer bringen die Toten in einen Van.

Grand-Bassam14 Zivilisten und zwei Soldaten sind am Sonntag an einem Strand der Elfenbeinküste durch bewaffnete Angreifer getötet worden. Das teilte Präsident Alassane Ouattara bei einem Besuch am Tatort mit. Unter den Opfern seien auch vier Europäer gewesen, erklärte die Polizei. Innenminister Hamed Bakayoko sagte im Fernsehen, die Sicherheitskräfte hätten „sechs Terroristen neutralisiert“. In einer im Internet verbreiteten Erklärung bekannte sich der nordafrikanische Ableger der Extremistenorganisation Al-Kaida zu dem Angriff.

Unter den ausländischen Todesopfern ist nach Angaben des Außenministeriums in Paris auch ein Franzose. Die Nationalität der anderen war zunächst nicht bekannt.

Die Schießerei ereignete sich in Grand Bassam, einem Wochenendausflugsziel rund 40 Kilometer östlich von Abidjan, dem wirtschaftlichen Zentrum des westafrikanischen Landes. Die dortigen Strände, Bars und Hotels sind auch bei Ausländern beliebt. Nach den Worten des Innenministers wurden drei Hotels angegriffen. Die Sicherheitskräfte hätten sofort reagiert und die Angreifer getötet.

Sie waren den Berichten zufolge ganz in Schwarz gekleidet. Die Männer eröffneten das Feuer um die Mittagszeit, als viele Leute in den Restaurants und Bars am Strand aßen. Eine Augenzeugin berichtete einem Reporter der Nachrichtenagentur Reuters, die Angreifer hätten unvermittelt zu schießen begonnen. „Alle rannten weg“, sagte sie. „Frauen und Kinder rannten und versteckten sich.“ Begonnen habe alles am Strand. „Sie schossen auf jeden, den sie sahen.“ Ein anderer berichtete, er habe vier Angreifer gesehen und ein Video aufgenommen. Er habe auch Fotos von Handgranaten und Munition gemacht, die die Angreifer mitgebracht und zurückgelassen hätten.

Etwa vor zwei Monaten hatten islamische Extremisten Dutzende Menschen in einem Hotel und einem Cafe in Ouagadougou, der Hauptstadt des benachbarten Burkina Faso getötet. Ende des vergangenen Jahres griffen Extremisten ein Hotel in der Hauptstadt Malis, Bamako, an. Zu beiden Überfällen bekannte sich die nordafrikanische Al-Kaida im islamischen Maghreb.

Unter den zivilen Opfern des Angriffs waren dem französischen Präsidenten François Hollande zufolge auch mindestens ein Franzose. Hollande verurteilte scharf den „feigen“ Angriff. Er sicherte den ivorischen Behörden Frankreichs Unterstützung bei der Aufklärung zu. Die Staatsanwaltschaft eröffnete unterdessen ein Ermittlungsverfahren wegen „terroristischen Mords“.

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