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06.04.2011

11:18 Uhr

Elfenbeinküste

Frankreich droht mit Militärschlägen

Frankreich hat dem abgewählten Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, mit weiteren Militärschlägen gedroht. Der französische Außenminister Juppé glaubt jedoch, dass die Ära Gbagbos bald zu Ende sein wird.

Französische Truppen bei der Patrouille in der Stadt Abidjan. Quelle: Reuters

Französische Truppen bei der Patrouille in der Stadt Abidjan.

Paris

Im Machtkampf in der westafrikanischen Elfenbeinküste droht Frankreich mit weiteren Militärschlägen gegen den vor Monaten abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo und seine Anhänger. "Wir werden zusammen mit den Vereinten Nationen weiterhin Druck machen, damit Gbagbo die Realität akzeptiert", sagte der französische Außenminister Alain Juppé am Mittwochmorgen dem Radiosender France Info. Derzeit hoffe er allerdings, dass neue Militäraktionen vermieden werden könnten. Der französische Admiral Edouard Guillaud sagte dem Sender Europe 1, neue Einsätze im Auftrag der Vereinten Nationen seien möglich. Seiner Einschätzung nach sei das Ende der Ära Gbagbo aber nur noch "eine Frage von Stunden".

Die erst am Vorabend bekräftigte Rücktrittsweigerung Gbagbos kritisierte Juppé scharf. "Diese Starrköpfigkeit ist absurd. Gbagbo hat keinerlei Perspektive mehr. Alle Welt hat ihn fallen gelassen", sagte der Außenminister der ehemaligen Kolonialmacht. Der Präsident könne nur noch über seine Rücktrittskonditionen verhandeln. Frankreich habe die Vereinten Nationen aufgefordert, Gbagbo und seiner Familie körperliche Unversehrtheit zuzusichern.

Nach UN-Informationen hält sich Gbagbo derzeit mit einer Handvoll Getreuen in einem Bunker in seiner Residenz in der seit Tagen umkämpften Hafenstadt Abidjan auf. Nach jüngsten Aussagen lehnt er weiter die Forderung ab, den bereits im November errungenen Wahlsieg seines Kontrahenten Alassane Ouattara anzuerkennen. Ouattara und seine Truppen haben Gbagbo und seine letzten Getreuen nach blutigen Kämpfen in der Präsidentenresidenz eingekesselt. Bisherige Verhandlungen verliefen erfolglos, erste Berichte über eine angebliche Aufgabe Gbagbos erwiesen sich wenig später als falsch.

Juppé forderte unterdessen, bereits an die Zukunft zu denken. "Das wichtigste ist (...) die nationale Aussöhnung, die Bildung einer nationalen Einheit", sagte der französische Außenminister. Für den wirtschaftlichen Wiederaufbau werde es wichtig sein, die Sanktionen gegen das Land zu lockern.

Von

dpa

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