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13.07.2017

14:23 Uhr

Emirat am Persischen Golf

Katar trotzt der Wirtschaftsblockade

Seit mehr als vier Wochen wird Katar von vier arabischen Nachbarn wirtschaftlich isoliert. Doch das reiche Emirat lebt weiter auf großem Fuß – und Emir al-Thani freut sich über wachsenden Rückhalt aus der Bevölkerung.

Auch in der Hauptstadt Doha ist von der Wirtschaftsblockade der Nachbarstaaten des Emirats kaum etwas zu spüren. dpa

Katar

Auch in der Hauptstadt Doha ist von der Wirtschaftsblockade der Nachbarstaaten des Emirats kaum etwas zu spüren.

DohaMehr als vier Wochen schon dauert die Blockade Katars durch vier arabische Nachbarstaaten, doch in den schillernden Einkaufspassagen und Luxushotels des energiereichen Emirats am Golf ist von Mangel keine Spur: Exklusive Boutiquen offerieren die neuesten Modetrends für den Sommer, die Lebensmittelläden sind gefüllt mit Fleisch und Käse aus Europa und der Türkei, und im Juni kamen am Port Hamad, dem Hafen der Hauptstadt Doha, 4300 Autos an.

Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten kappten Anfang Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar und sperrten Luftraum und Schiffsrouten, weil das winzige Golfemirat islamistische Gruppen in der Region unterstützt, die viele seiner Rivalen als Terroristen einstufen.

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„Wir merken keinen Unterschied“, sagt der Katarer Badr Dscheran beim Einkaufen in der Mall. „Überall wird gefeiert.“ Wenn die arabischen Nachbarstaaten mit der Isolierung Katars einen Regierungswechsel in Doha erzwingen wollten, so haben sich diese Hoffnungen wohl zerschlagen: Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, der 37-jährige Emir Katars, kann sich über eine Solidaritätswelle in der Bevölkerung freuen – auf Autos und Werbetafeln prangt der Slogan: „Wir alle sind Tamim. Wir alle sind Katar.“

Nachdem Saudi-Arabien die einzige Landgrenze Katars dicht gemacht hatte, stürmten besorgte Einwohner zunächst die Läden und kauften bei Milchprodukten und anderen importierten Nahrungsmitteln die Regale leer, doch waren diese schnell wieder aufgefüllt. In Luxushotels wie dem St. Regis in Doha kann rund um die Uhr fürstlich gespeist werden, und für Besucher fließt nach wie vor der Alkohol. 2022 will Doha die Fußballweltmeisterschaft ausrichten, in der vergangenen Woche trafen sich die Fußballstars Gerard Piqué, Sergio Busquets und Jordi Alba aus Barcelona mit Fans in einem Einkaufszentrum.

Kommentare (2)

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Herr Peter Spiegel

13.07.2017, 17:23 Uhr

Die Holsteiner sind eben stärker als jeder Feind.

Herr Hans Henseler

13.07.2017, 17:42 Uhr

Der Emir hat den Rueckhalt aus der Bevoelkerung bisher nie gebraucht. Mittelfristig
ist genug Geld da. Ich habe den Grund fuer die Anfeindung durch die Nachbarn immer
noch nicht begriffen - den Terrorismus haben bisher alle sehr tatkraeftig unterstuetzt.

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