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12.11.2012

20:53 Uhr

Emissionen

Kommission nimmt Zertifikate aus dem Handel

Die EU-Kommission will dem Emissionshandel 900 Millionen Zertifikate entziehen. Diese Papiere werden demnach erst nach 2015 versteigert. Mit der Aktion sollen die gesunkenen Preise für Zertifikate wieder ansteigen.

Mit den Zertifikaten erwerben Firmen das Recht, CO2 auszustoßen. dpa

Mit den Zertifikaten erwerben Firmen das Recht, CO2 auszustoßen.

BrüsselZur Stützung der Preise will die EU-Kommission fast eine Milliarde Zertifikate aus dem Emissionshandel nehmen. Rund 900 Millionen Papiere sollten nicht jetzt, sondern erst nach 2015 versteigert werden, teilte die Exekutive der Europäischen Union am Montag mit. Mit dem Vorschlag bewegt sich die Kommission am oberen Ende einer selbst gewählten Spanne: Sie hat die Folgen eines Entzugs zwischen 400 Millionen und 1,2 Milliarden Zertifikaten prüfen lassen.

Mit den Zertifikaten erwerben Unternehmen das Recht, Treibhausgase auszustoßen. Der Handel soll einen Anreiz dafür schaffen, das Geld in eine klimafreundliche Modernisierung der Produktion zu stecken. Der Preis war jedoch in diesem Jahr zwischenzeitlich mit knapp 6 Euro für eine Tonne CO2 so niedrig, dass diese Rechnung nicht mehr aufging. In Erwartung des Kommissionsvorschlags kletterten die Preise am Montag fast neun Prozent auf über 9 Euro.

Von

rtr

Kommentare (3)

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merxdunix

12.11.2012, 21:21 Uhr

Es ist schon höchst seltsam, dass im Wesentlichen nur der Treibhauseffekt durch den Kohlendioxidausstoß der Verbrennungsprozesse als Verursacher der Erderwärmung ausgemacht wird. Letztlich haben wir mit der gesamten thermischen Stromerzeugung, also auch mit der Atomkraft, ein so gigantisches Abwärmeaufkommen, dass allein dessen Auswirkungen auf den Wärmehaushalt der Erde den beobachteten Temperaturanstieg und dessen Folgen begründen können. Der Ausbau der Atomenergie, wie er von einigen Ländern zur Minderung ihres CO2-Ausstoßes geplant ist, wird das Problem eher noch verschärfen, da die AKW noch ineffizienter sind, als moderne Kohlekraftwerke und oft so weit entfernt von Siedlungen errichtet werden, dass deren Abwärme nicht genutzt werden kann. Leider scheint das Problem aber aus dem Blickpunkt der Wissenschaft gerückt zu sein, denn es wird kaum eine öffentliche Diskussion dazu geführt. Der Handel mit CO2-Emmissionsrechten wird dagegen rege debattiert. Zielführender wäre es doch, wenn man jegliche Form von Wärmeerzeugung besteuert oder deren Einsparung und effizientere Nutzung gefördert wird.
Wer rund um die Uhr heizt, darf sich doch nicht wundern, wenn es warm wird.

Anom

13.11.2012, 01:29 Uhr

Tatsächlich trägt Abwärme zur globalen Erwärmung bei. Allerdings ist der Anteil mit rund 1% sehr gering. Um Primärenergie zu sparen, ist es natürlich trotzdem sinnvoll Abwärme zu nutzen (bspw. über KWK-Kraftwerke)

merxdunix

13.11.2012, 07:45 Uhr

@ Anom
Falls Sie hierzu über verlässliche Quellen verfügen, wäre ich für entsprechende Verweise dankbar. Was man so findet, ist meist sehr oberflächlich. Es zeichnet sich jedoch ab, dass der Beitrag der Abwärme zum Temperaturanstieg unterschätzt wird und je nach Berechnungsansatz bis zu 0,05 Kelvin pro Jahr im globalen Mittel erreichen kann.

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