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29.04.2014

11:02 Uhr

Empfang in Russland

Schröder feiert mit Putin Geburtstag

Mitten in der Ukraine-Krise ist Altkanzler Gerhard Schröder nach Russland gereist - aber nicht in politischer Mission. Er feiert dort mit Putin seinen Geburtstag nach. Eingeladen hatte offenbar ein Energieunternehmen.

Ankunft zur Geburtstagsfeier: Noch vor dem Eingang zum Jussupow-Palais begrüßt Wladimir Putin Gerhard Schröder. dpa

Ankunft zur Geburtstagsfeier: Noch vor dem Eingang zum Jussupow-Palais begrüßt Wladimir Putin Gerhard Schröder.

St. PetersburgAltkanzler Gerhard Schröder hat inmitten der Ukraine-Krise mit Kremlchef Wladimir Putin seinen 70. Geburtstag im russischen St. Petersburg nachgefeiert. Putins Wagenkolonne fuhr am Montagabend am Jussupow-Palais in der einstigen Zarenhauptstadt vor, wo Schröder ihn bereits erwartete. Beide umarmten sich vor dem Palais herzlich. Schröder und Putin gelten als enge Freunde. Der SPD-Politiker war am 7. April 70 Jahre alt geworden.

Bei der Feier handelte es sich nach einem Bericht des Internetportals fontanka.ru um einen Empfang der Nord Stream AG. Schröder ist Vorsitzender des Aktionärsausschusses des Unternehmens, das die gleichnamige Ostsee-Pipeline betreibt und vom russischen Staatskonzern Gazprom dominiert wird.

Der Vize-Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, sieht das Treffen zwischen Schröder und Putin positiv. Schröder bekleide kein öffentliches Amt, daher könne er nicht bewerten, wer ihm zum 70. Geburtstag gratuliert. „Wichtig scheint mir hingegen, dass deutsche Gesprächspartner Präsident Putin die Sorgen und Ängste der Menschen in Bezug auf die Sicherheit in Europa erläutern“, sagte Mützenich Handelsblatt Online.
„Der ehemalige Bundeskanzler Schröder hat an den Regeln und Normen der Europäischen Friedensordnung mitgewirkt“, sagte Mützenich weiter. Er denke daher, dass er ein „nachhaltiges Interesse“ habe, diese Prinzipien zur Geltung zu bringen. „Wenn er dies in einem persönlichen Gespräch erläutern kann, wäre ein solcher Inhalt hilfreich“, betonte Mützenich.

Aus der FDP kam scharfe Kritik an Schröders Verhalten. „Vor dem Hintergrund des eindeutig völkerrechtswidrigen Verhaltens Russlands in der Ukraine lässt sich eine Geburtstagssause mit dem russischen Präsidenten durch Nullkommanichts rechtfertigen“, sagte Michael Theurer, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender der baden-württembergischen FDP, zu Handelsblatt Online.

„Es muss wie Hohn in den Ohren all derjenigen Menschen klingen, die sich von Putins neo-imperialer Expansion unmittelbar bedroht sehen, wenn der deutsche Alt-Kanzler mit dem russischen Aggressor die Krimsekt-Korken knallen lässt.“

Aber das Verhalten des Altkanzlers passe ins Bild. „Die von Schröder forcierte Nordstream hat Russland erst ermöglicht, die Ukraine zu drangsalieren“, sagte Theurer. Schröder ist Vorsitzender des Aktionärsausschusses der Nord Stream AG, die die gleichnamige Ostsee-Pipeline betreibt und vom russischen Staatskonzern Gazprom dominiert wird.

„Zur Ehrenrettung Schröders und des deutschen Ansehens bei unseren europäischen Nachbarn bleibt zu hoffen“, so Theurer weiter, „dass der Altkanzler den russischen Präsidenten davon überzeugt, dass die russischen Panzer den Rückwärtsgang einlegen“.

Gazprom-Chef Alexej Miller war Berichten zufolge ebenfalls unter den Gästen. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) wollte an dem Empfang teilnehmen.

Die SPD hatte Schröder zu seinem 70. Geburtstag mit einem Empfang in Berlin gewürdigt. Am Tag darauf feierte ihn seine Heimatstadt Hannover mit einem Festakt im Rathaus.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

29.04.2014, 07:42 Uhr

Besser ist es, zu reden als zu schießen. Und so kann man nur glücklich darüber sein, dass Schröder die in den letzten 20 Jahren traditionell guten Beziehungen zu Russland aufrechterhält.
Unsere „christlichen“ Führer Merkel, Gauck und VdLeyen versuchen es ja stattdessen besser mit Kriegshetze im Auftrag der USA, selbst wenn sie dabei wie in der Ukraine mit Rechtsradikalen zusammenarbeiten müssen.
Für unsere spionierenden „Freunde“ aus Übersee mag die von Ukrainekrise eine Möglichkeit sein, durch einen von ihnen finanzierten Krieg die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Russland zu blockieren. Für Europa bringt diese Krise nur Nachteile.
Und so haben wir im Mai, zur EU-Wahl eine wirkliche Wahl: zwischen Krieg und Frieden, zwischen Parteien, die Kriegshetze im Auftrag der USA machen, und Parteien, die von Anfang an friedliche Lösungen anmahnten. Eine Wahl zwischen der Beherrschung der EU durch die USA im Rahmen des Geheimabkommens TTIP und Freiheit für Europa. Drei Parteien sprechen sich absolut gegen TTIP aus:
Die Linke, die Grünen und die Piraten!

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29.04.2014, 09:08 Uhr

Mein Freund, der "lupenreine Demokrat"
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Gaz-Gerd feierte also nachträglich seinen70. mit seinen besten Freund Putin in Petersburg. Gesponsored hatte die Sause die Nord Stream AG.

„Es muss wie Hohn in den Ohren all derjenigen Menschen klingen, die sich von Putins neo-imperialer Expansion unmittelbar bedroht sehen, wenn der deutsche Alt-Kanzler mit dem russischen Aggressor die Krimsekt-Korken knallen lässt.“

Es war eine "Danke schön" Veranstaltung dafür, dass sich Schröder so stark für die Nordstream eingesetzt hatte.
Und natürlich durfte auch Genosse Sellering nicht fehlen!

Account gelöscht!

29.04.2014, 09:14 Uhr

Zitat : Schröder feiert mit Putin Geburtstag

Schröder als Privatmann kann seinen Geburtstag feiern, mit wem er will ! Sogar mit dem Papst ! Oder mit Kim !

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