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23.02.2011

13:52 Uhr

Empörung über Morde

Ahmadinedschad drängt Gaddafi zur Aufgabe

Nach der wirren Ansprache von Gaddafi wächst der internationale Druck auf das Regime in Tripolis. Immer mehr Politiker, Diplomaten und Soldaten kehren ihm den Rücken. Selbst Irans Präsident wendet sich von ihm ab.

Verurteilt Morde in Libyen: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Quelle: dpa

Verurteilt Morde in Libyen: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad.

Teheran/Berlin

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat die Tötungen in Libyen verurteilt und an den Staatschef Muammar al-Gaddafi appelliert, den Willen der Menschen zu respektieren. "Anstatt Menschen zu töten, höre auf sie", sagte Ahmadinedschad am Mittwoch an die Adresse Gaddafis. "Wie ist es möglich, dass ein Staatschef Kampfflugzeuge, Panzer und Kanonen gegen seine eigenen Leute einsetzt und immer wieder davor warnt, wer etwas sagt, wird umgebracht", sagte Ahmadinedschad in einer Ansprache des Nachrichtensenders Chabar. Erst am vergangenen Wochenende war eine Protestkundgebung der Opposition in Teheran von der Polizei brutal niedergeknüppelt worden, ein Demonstrant wurde dabei erschossen. Eine Woche zuvor starben zwei Demonstranten, als die Opposition ihre Solidarität mit der Reformbewegung in Tunesien und Ägypten kundtun wollte.

Die Unruhen könnten sich auch auf andere Kontinente ausbreiten, sagte der iranische Präsident voraus und meinte damit die USA und Europa.

Die Lage in Libyen spitzte sich derweil dramatisch zu. Die wüsten Drohungen von Gaddafi gegen das eigene Volk alarmieren die Staatengemeinschaft. Ausländer flüchten in Scharen aus dem Wüstenstaat. Nach blutigen Kämpfen mit bis zu 1000 Toten, wie es in jüngsten Berichten am Mittwoch heißt, rechnet Italien mit einem Exodus zehntausender Migranten aus Libyen.

Die Vereinten Nationen riefen Gaddafi auf, die Gewalt sofort zu stoppen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert ein Verfahren gegen ihn vor dem Internationalen Strafgerichtshof.

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn sprach unverhohlen von Genozid. "Was in Libyen geschieht, ist Völkermord in höchster Potenz", sagte Asselborn im Deutschlandfunk. Gaddafi habe die Menschen gegeneinander aufgehetzt und zum Bürgerkrieg aufgerufen.

Asselborn forderte die internationale Gemeinschaft auf, das brutale Vorgehen des libyschen Regimes zu stoppen. Sanktionen reichten nicht aus. Notwendig sei ein UN-Mandat, um die Menschen zu schützen.

Kommentare (3)

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MaceMcLain

23.02.2011, 14:27 Uhr

Beim Durchlesen der Aufforderungen und Kritiken der Politiker werde ich wütend.
Es wird immer viel erzählt, kritisiert und "scharf verurteilt".

WAS SOLL DAS BRINGEN ?

Es passiert nichts, einen Diktator wie Gaddafi interessiert das doch nicht, wer das glaubt ist naiv und zu bemitleiden.
Die Lösung ist, so hart wie das auch klingen mag, ihn zu exekutieren.

Doch natürlich wird GAR NICHTS passieren, denn Politiker sind lahm, feige und bürokratisch.
Ein Armutszeugnis.

gast

05.04.2011, 20:00 Uhr

Ahmadinedschad soll seinen Mund nicht zu weit aufreißen. Er hat wohl vergessen, wie es um Recht und Gerechtigkeit in seinem Land steht.
Gaddafi ist für mich tausendmal mehr wert als dieser iranische Gartenzwerg.

gast

05.04.2011, 20:00 Uhr

Ahmadinedschad soll seinen Mund nicht zu weit aufreißen. Er hat wohl vergessen, wie es um Recht und Gerechtigkeit in seinem Land steht.
Gaddafi ist für mich tausendmal mehr wert als dieser iranische Gartenzwerg.

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