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11.12.2014

11:10 Uhr

Energie-Geschäfte

Russland versorgt Indien mit Kernreaktoren

Russlands Präsident Wladimir Putin sucht neue Geschäftspartner. In Indien schließt er einen größeren Energie-Pakt ab. Auch die Ukraine streckt seine Fühler nach neuen Lieferanten aus – und wird in Sydney fündig.

Kremlchef Wladimir Putin trifft auf Indiens Premierminister Narendra Modi. Reuters

Kremlchef Wladimir Putin trifft auf Indiens Premierminister Narendra Modi.

Neu DehliRussland und Indien vertiefen ihre Zusammenarbeit im Bereich der Atomenergie. Die beiden Staaten unterzeichneten am Donnerstag bei einem Gipfeltreffen in Neu-Delhi ein Abkommen, das die Lieferung von zwölf russischen Kernreaktoren nach Indien binnen 20 Jahren vorsieht. Damit nimmt ein größerer Energiepakt, den die beiden Staaten anstreben, erste konkrete Formen an.

Wie vor dem Gipfel bekanntwurde, wird Regierungsvertretern zufolge auch ein strategisches Partnerschaftsabkommen beabsichtigt. Darin soll die Idee auftauchen, eine Pipeline nach Indien zu bauen. Details dazu waren allerdings noch sehr vage.

Russland leidet unter den Wirtschaftssanktionen des Westens, die im Zuge der Ukraine-Krise verhängt wurden. Das Land hält deshalb verstärkt nach neuen Einnahmequellen Ausschau, vor allem auf den Wachstumsmärkten in Asien. So versucht der Monopolist Gazprom derzeit, ein 400 Milliarden Dollar schweres Geschäft über die Lieferung von Gas nach China abzuschließen.

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Für Wladimir Putin ist die Reise nach Neu Delhi ein Besuch bei Freunden – und bei einem guten Kunden. Auf dem Wachstumsmarkt Indien hofft der Kremlchef vor allem auf Geschäfte für Russlands kriselnde Wirtschaft.

Indien dringt auf eine 40 Milliarden Dollar teure Pipeline, durch die Erdgas aus Sibirien in den Subkontinent gepumpt werden könnte. Das Projekt ist jedoch umstritten: Selbst wenn es sich umsetzen lässt, würde es immer noch mit der Lieferung per Tanker konkurrieren. Vielversprechender wäre womöglich eine Öl-Pipeline, zumal Indien 80 Prozent seines Erdöl-Bedarfs importiert. Doch auch hier bewegt sich bislang kaum etwas.

Kommentare (7)

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Herr Vittorio Queri

11.12.2014, 11:33 Uhr

>> „Wir haben über potenzielle australische Uran- und Kohlelieferungen in die Ukraine gesprochen“, >>

Beim sprechen wird es auch bleiben. Der Schurkenstaat Ukraine ist Pleite und hat kein Geld, somit hat er 2 Möglichkeiten :

Die Australier schenken der Ukraine ihre Lieferungen

Die EU bezahlt mittels europäischer Steuergelder die Lieferungen der Australier, ähnlich wie bei Gaslieferungen bereits geschehen.

Mal schauen, wie lange die Politentscheider der EU dann noch an der Macht bleiben.



Herr Paul Mueller

11.12.2014, 11:38 Uhr

"...Die EU bezahlt mittels europäischer Steuergelder die Lieferungen der Australier, ähnlich wie bei Gaslieferungen bereits geschehen..."

Solange das deutsche Arbeitstier nicht murrt, wird man diesen Weg des geringsten Widerstandes gehen.

Herr C. Falk

11.12.2014, 11:40 Uhr

Russland schmiedet neue Allianzen, China, Indien, Türkei, Südamerika.

Die EU als strategischer Partner hat ausgedient in der Erkenntnis, dass die EU keine eigenständige Aussenpolitik,
die ihren Interessen dient, mehr machen kann.

Die transatlantische Abhänigkeit und der ausgeübte Druck sind so ausgeprägt, dass die EU als Brückenkopf und Gegenküste der USA immer mehr zu einer bloßen Satrapie verkommt.

Die Zukunft liegt allerdings in Asien, das weiß auch Russland und richtet sich entsprechend ein.

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