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28.08.2014

17:07 Uhr

Energiekommissar Oettinger warnt

EU droht Gas-Blockade durch Russland

VonHans-Peter Siebenhaar

EU-Energiekommissar Oettinger warnt vor einer Gas-Blockade durch Russland und ließ bereits Worst-Case-Szenarien durchspielen. Der Gesprächsfaden soll aber nicht abreißen. Experten in Österreich geben hingegen Entwarnung.

Energiekommissar Oettinger pochte auf der Westbalkan-Konferenz auf eine Trennung zwischen Lieferanten und Pipelinebetreiber. Reuters

Energiekommissar Oettinger pochte auf der Westbalkan-Konferenz auf eine Trennung zwischen Lieferanten und Pipelinebetreiber.

BerlinDen Ort seiner Warnung hatte EU-Energiekommissar Günther Oettinger gut gewählt. In Anwesenheit von Regierungsmitgliedern aus zehn Ländern Südosteuropas in Berlin warnte der Vizepräsident der EU-Kommission vor einer Gas-Blockade durch Russland.

„Die Lage ist ernst“, sagte Oettinger auf der Westbalkan-Konferenz am Donnerstag. Man habe bereits Worst-Case-Szenarien durchgespielt. Die EU-Kommission hatte die Mitgliedsstaaten zu Stresstests aufgefordert, um die Robustheit der eigenen Energieversorgung zu überprüfen. Brüssel sei auf eine Eskalation des Gaststreits zwischen Ukraine und Russland vorbereitet, so Oettinger.

Ein wichtiges Projekt für Südosteuropa ist die Gaspipeline South Stream, die 2017 fertig gestellt sein soll. Das Milliardenprojekt soll mit Hilfe des russischen Energiekonzerns Gazprom unter der Umgehung der Ukraine russisches Gas nach Mittel- und Osteuropa bringen. Derzeit liegt das Projekt auf Drängen der EU-Kommission aber auf Eis. Bulgarien hatte im Frühsommer einen Baustopp erlassen.

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Der Ukraine droht eine weitere Front: Russische Soldaten sollen die Kontrolle über eine Grenzstadt übernommen haben. Um Mariupol zieht die Regierung Truppen zusammen. Die EU berät über weitere Sanktionen.

Energiekommissar Oettinger pochte auf der Westbalkan-Konferenz auf eine Trennung zwischen Lieferanten und Pipelinebetreiber. An die Adresse des russischen Energiekonzern Gazprom sagte er: „South Stream möge kommen, aber nach unseren Regeln.“ Jede neue Pipeline sei erwünscht, doch die Russen müssten begreifen, dass in der EU andere Regeln gelten würden.

Unterstützung kam in Berlin von Serbien. Dusan Vujovic, Finanz- und Wirtschaftsminister in Belgrad, sagte in Anspielung auf Gazprom: „Es darf kein Monopol geben.“ Die Position des serbischen Politikers wurde in Berlin mit Genugtuung aufgenommen, da Serbien bislang eine ausgesprochen russenfreundliche Position eingenommen hatte.

Kommentare (28)

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Herr John Harris

28.08.2014, 17:53 Uhr

DAS konnte ja nun wirklich niemand ahnen, als wir Kopf- und konzeptlos die Kernkraftwerde abgeschaltet haben.

Die Amis heizen den Konflikt mit Russland an. Sanktionen, die die USA nicht treffen. Jetzt können wir wahrscheinlich auch noch schnell LNG Terminals bauen und den Amis ihr Shale Gas abkaufen.

Herr C. Falk

28.08.2014, 18:09 Uhr

Der "Sicherheitsexperte" Krause, Kiel, schlägt einen Boykott der russischen Gas-und Erdölexporte vor, Herr Öttinger als
Energieexperte sieht das wohl etwas anders.

Wem soll man als EU-Bürger nun die Palme des kompetenteren
"Expertentums" überreichen?

Herr Mmnews De

28.08.2014, 18:09 Uhr

Die USA sind pleite und ihre Weltwährung Dollar am Ende. Aber Sie kennen das sicherlich aus dem Tierreich: Ein angeschossenes Raubtier ist besonders gefährlich und vor allem in seinen Reaktion unberechenbar. Und genauso schätze ich die USA bzw. Anunnakis ( Siehe David Icke ) in der aktuellen Krisenlage ein.

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