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25.09.2014

16:56 Uhr

Energieminister Nowak

Russland droht mit Unterbrechung von Gaslieferungen

ExklusivVor neuen Gesprächen zwischen der Russland und der Ukraine erhöht der Kreml den Druck. Im Handelsblatt-Interview droht der russische Energieminister Alexander Nowak mit einem Stopp der Gaslieferungen.

Der russische Energieminister Nowak droht mit einem Stopp der Gaslieferungen. dpa

Der russische Energieminister Nowak droht mit einem Stopp der Gaslieferungen.

DüsseldorfUnmittelbar vor den nächsten Verhandlungsrunde zwischen Russland und der Ukraine an diesem Freitag in Berlin hat Russlands Energieminister Alexander Nowak den Ton im Gasstreit verschärft. Sollten EU-Länder weiterhin russisches Gas an die Ukraine weiter verkaufen, drohte er mit Lieferunterbrechungen.

„Die geschlossenen Verträge sehen keinen Re-Export vor. Wir hoffen, dass unsere europäischen Partner sich an die getroffenen Vereinbarungen halten. Nur das kann die unterbrechungsfreien Lieferungen an europäische Verbraucher garantieren“, sagte Nowak dem Handelsblatt (Freitagausgabe).

Streitpunkte im Ukraine-Konflikt

Kämpfe im Donbass

Fast täglich berichten Militär und prorussische Separatisten von zahlreichen Toten. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen verloren in dem Konflikt mehr als 2000 Menschen ihr Leben.

Humanitäre Krise

Hunderttausenden Menschen in der Ostukraine fehlt seit Wochen das Nötigste. Moskau schickte in einem umstrittenen Konvoi gut 2000 Tonnen Hilfsgüter. Auch die Ukraine entsandte daraufhin Hilfe ins Krisengebiet.

Hilfskonvois

Moskaus einseitig durchgeboxte Hilfsaktion ohne Zustimmung Kiews löste massive internationale Kritik aus. Die Ukraine brandmarkte die Einfahrt des Konvois als „Invasion“. Am Montag kündigte die Führung in Moskau einen zweiten Hilfskonvoi an.

Militär

Russland hat Zehntausende Soldaten an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen. Kiew verdächtigt Russland, die Separatisten heimlich mit Waffen und Kämpfern auszustatten. Russland weist dies zurück und kritisiert die Stationierung von Nato-Einheiten in Osteuropa.

Gasstreit

Wegen unbezahlter Rechnungen hat Russland der Ukraine im Juni das Gas abgedreht. Kiew droht Moskau mit einer Unterbrechung des Öl- und Gastransits nach Westeuropa.

Freihandelsabkommen

Russland sieht in einem Freihandelsabkommen der Ukraine und der EU eine Gefährdung seines eigenen Handels. Der Kreml will dies nun von russischen und ukrainischen Experten prüfen lassen.

Krim

Nachdem prorussische Bewaffnete auf der Krim strategisch wichtige Gebäude besetzt hatten, spaltete sich die Halbinsel im März in einem umstrittenen Referendum von der Ukraine ab. Moskau gliederte die Krim in die Russische Föderation ein; Kiew erkennt dies nicht an.

Am Freitag kommen Russlands Energieminister Alexander Nowak und Gazprom-Chef Alexej Miller nach Berlin, um unter Vermittlung von EU-Energiekommissar Günther Oettinger mit Vertretern der Ukraine im Gasstreit zu verhandeln. Nowak sagte zu der neuen Gesprächsrunde: „Wir haben eine Reihe konstruktiver Lösungsvorschläge unterbreitet bezüglich des Gaspreises, der Begleichung der ukrainischen Gasschulden und der künftigen Vorauszahlung. Aber die hat die Ukraine alle abgelehnt.“

Von

mbr

Kommentare (15)

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Herr Hermann Paul

25.09.2014, 17:23 Uhr

Dann gehen in deutschen Unternehmen die Lichter aus , immerhin ist Deutschland im Gegensatz zu unseren westlichen Nachbarn und Konkurrenten von Russland abhängig ...
Herr Gabriel , sie bekommen jetzt richtige Probleme .....

Herr C. Falk

25.09.2014, 17:43 Uhr

Wenn der Weiterverkauf von russischem Gas an Dritte vertraglich ausgeschlossen ist, dann ist er eben ausgeschlossen.

Aber "drohen, verlangen, fordern", gehöert ja seit einiger Zeit zu dem bevorzugten Vokabular von Frau Merkel und Herrn Gabriel
in Sachen Russlandpoitik also dann bitte auch die Konsequenzen dieser Politik ohne "Entrüstung" akzeptieren.

Frau Ich Kritisch

25.09.2014, 17:52 Uhr

Liest eigentlich jemand beim Handelsblatt die Berichte gegen?

Solche Fehler sollten nicht vorkommen:
zwischen <b>der Russland</b>
Unmittelbar vor <b>den</b> nächsten <b>Verhandlungsrunde</b>

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