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23.08.2012

15:24 Uhr

Energiepolitik

Amerikas grüner Aufbruch ist am Ende

VonAstrid Dörner

Obama ist mit seiner Energiepolitik gescheitert und wendet sich von der Energiewende ab. Romney ist der Liebling der Öl-Industrie. Egal wer den Wahlkampf gewinnt, einer verliert auf jeden Fall: der Klimaschutz.

Mitt Romney will heute seine Energiepolitik vorstellen. AFP

Mitt Romney will heute seine Energiepolitik vorstellen.

New YorkNach tagelangen Debatten über die Krankenversicherung von Rentnern wird Mitt Romney die Diskussion heute auf Amerikas Energiepolitik lenken. Im Bundesstaat New Mexico will der republikanische Präsidentschaftskandidat seine Vision für den künftigen Energiemix vorstellen. Dabei soll es seinen Beratern zufolge vor allem um die Steigerung der Energieproduktion in den USA gehen und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Die mächtige Ölindustrie hat er in jedem Fall auf seiner Seite. Am Dienstag traf Romney bei einer Spendenveranstaltung in Texas den Chef des Ölgiganten Exxon-Mobil, Rex Tillerson, und den einflussreichen Ölmilliardär Harold Hamm. Hamm gehört auch zu Romneys Beratern in Energiefragen.

Das Team hinter Romney

Matt Rhoades

Romneys Wahlkampfmanager hat die Aufgabe, hinter den Kulissen für einen geschmeidigen Ablauf der Kampagne zu sorgen. Der 37-Jährige gilt als öffentlichkeitsscheuer und gewiefter Taktiker mit exzellenten Verbindungen zu konservativen Medien. Rhoades arbeitete bereits im Team des früheren US-Präsidenten George W. Bush für dessen Wiederwahl 2004. Bei Romneys erfolglosem Anlauf auf die republikanische Kandidatur 2008 fungierte er als Kommunikationsdirektor. Zwischenzeitlich war er bei der Lobbyfirma und Politikberatung DCI Group in Washington tätig.

Bob White

White gehörte in den 80er Jahren zu den Gründern der Investmentfirma Bain Capital und ist seitdem ein enger Vertrauter und Freund Romneys. Der Harvard-Absolvent war bereits bei Romneys gescheitertem Versuch dabei, dem mittlerweile verstorbenen demokratischen Senator Ted Kennedy 1994 dessen Sitz in Massachusetts abzunehmen. Auch wenn White im Wahlkampf 2012 keine offizielle politische Rolle ausfüllt, dürfte das Wort des treuen Wegbegleiters für Romney großes Gewicht haben.

Beth Myers

Die "Washington Post" beschrieb Myers kürzlich als Romneys "Büro-Ehefrau" und meinte damit die enge berufliche Beziehung, die beide verbindet. Während Romney von 2003 bis 2007 in Massachusetts als Gouverneur amtierte, war Myers seine Kabinettschefin. Vor vier Jahren nahm sie die Rolle der Wahlkampfmanagerin ein. Derzeit hat sie die Aufgabe, einen geeigneten Vize-Kandidaten für Romney auszusuchen. Ihre politischen Sporen verdiente sich Myers einst im Wahlkampfteam von Ronald Reagan im Jahr 1980.

Eric Fehrnstorm

Der gelernte Journalist ist ebenfalls einer der engsten Berater, der seit der Gouverneurszeit in Massachusetts zu Romneys innerem Kreis gehört. Zu seinem Verantwortungsbereich zählen vor allem die Wahlkampfspots. Im März leistete er sich einen Patzer, als er Romneys Kampagne mit einer Zaubertafel verglich - und damit den Eindruck erweckte, sein Chef könnte nach der Nominierung die erzkonservativen Töne aus dem Vorwahlkampf wegwischen und einfach durch moderatere Positionen ersetzen.

Peter Flaherty

Der frühere Staatsanwalt aus Boston arbeitete zunächst in Massachusetts und dann während der Präsidentschaftsbewerbung 2008 für Romney. Anschließend gründete er mit Myers und Fehrnstrom eine Politikberatung in Washington. Im Wahlkampfteam ist er dafür zuständig, Romneys Image bei der erzkonservativen und religiösen Wählerschaft aufzupolieren.

Spencer Zwick

Der erst 32-Jährige wacht über die Wahlkampfkasse von Romney, bereits vor vier Jahren war er für dessen Finanzen verantwortlich. Zwick lernte den Politiker als ehrenamtlicher Helfer bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City kennen, bei denen Romney Cheforganisator war. Beide verbindet mittlerweile ein fast familiäres Band: Romney und seine Frau Ann beschreiben den Mormonen als ihren "sechsten Sohn".

Konkrete Details der Zukunftsvision des Republikaners sind zwar noch nicht bekannt. In der Vergangenheit aber hat der Republikaner stets erklärt, die USA brauchten eine höhere Energieproduktion, um das Wirtschaftswachstum zu stärken. Romney fordert auch, Ölbohrungen auf hoher See künftig weniger streng zu regulieren. Gleiches gilt für Gasbohrungen an Land.

Romneys Haltung entspricht den Linien seiner Partei und setzt ihn damit auf Konfrontationskurs zu Präsident Barack Obama. Schon seit Beginn von Obamas Amtszeit 2009 liefern sich Republikaner und Demokraten heftige energiepolitische Gefechte.

Obama war mit ehrgeizigen Zielen angetreten: Ein Gesetz zum Klimaschutz wollte er einführen, den Ausstoß von Kohlendioxid im Land deutlich reduzieren und erneuerbaren Energien durch Subventionen eine langfristige Zukunft geben. Doch der Demokrat konnte sich gegen die republikanische Opposition nicht durchsetzen.

Kommentare (8)

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vandale

23.08.2012, 15:52 Uhr

In den USA gibt es die gleichen Oekolobbies und Oekokonzerne mit 3-stelligen Millionenumsätzen (Grün und Frieden) wie in Deutschland. Es gibt linke Medien die die Gefahr einer CO2 Klimahölle, oder dämonische Atomstrahlen beschwören und in diesem Zusammenhang auch den Fukushima Schwindel bemühen. Obama wurde mit Unterstützung der Oekolobbies gewählt und so hat Obama zunächst Subventionsgesetze für "Erneuerbare Energien" durchgesetzt.

Allerdings gibt es in den USA konservative Medien die "Drill Baby Drill" propagieren und Kritikern des Klimaschwindels eine Plattform geben. Es gibt Industrielobbies die recht erfolgreich kommunizieren wie die NEI (zugunsten Nuklear). Die Medienlandschaft ist ausgewogener.

In den USA wird das Christentum wesentlich intensiver gelebt, viele Hillybillies fahren lieber mit dem Ford F zur Kirche als sich im mickrigen Kleinwagen vor Klimaschwindeln und dämonischen Atomstrahlen zu fürchten. Da die Oekoreligion offensichtlich eine Religion der materiellen Armut ist, ist diese in den USA wenig populär.

Letztlich glaubt gem. eines Berichts keiner der republikanischen Abgeordneten (Mehrheit) mehr an den Klimaschwindel.

Es ist zu hoffen das auch die anderen Altindustriestaaten die Oekoreligion überwinden und in eine wohlhabende Zukunft mit Gentechnik, modernen fossilen und nuklearen Energieerzeugungsverfahren streben.

Vandale

Account gelöscht!

23.08.2012, 16:23 Uhr

Die Amerikaner sind halt nicht so blauäugig wie die Deutschen, die allen Ernstes glauben die Energiewende würde nichts kosten.

Wir machen auf Öko und glauben, die Welt zu retten während Amerkia Öl und Gas im rauen Mengen verbraucht.

Traurig, aber die Welt ist nicht zu retten...

herrlasshirnregnen

23.08.2012, 16:26 Uhr

Feiner, böser Sarkasmus, fast hätte ich das Posting ernst genommen :D

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