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18.06.2013

14:07 Uhr

Energiepolitik

China startet erstmals Emissionshandel

Das erste Emissionshandel-System Chinas geht an den Start. Es umfasst zunächst 38 Prozent der Emissionen in der Industriemetropole Shenzhen. Umweltschützer werten den Schritt als positiv. Analysten bleiben skeptisch.

Rauch steigt in Changchun, China aus zwei Schornsteinen. China stößt so viele klimaschädliche Emissionen aus wie kein anderes Land dieser Welt. dpa

Rauch steigt in Changchun, China aus zwei Schornsteinen. China stößt so viele klimaschädliche Emissionen aus wie kein anderes Land dieser Welt.

PekingChina hat am Dienstag sein erstes Emissionshandels-System gestartet. Das System, mit dem klimaschädliche Emissionen gesenkt werden sollen, umfasst die Unternehmen in der südchinesischen Industriemetropole Shenzhen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Bis 2014 soll der Emissionshandel dann auf insgesamt sieben Regionen in der Volksrepublik ausgedehnt werden. China stößt so viele klimaschädliche Emissionen aus wie kein anderes Land dieser Welt.

In Emissionshandel-Systemen erhalten Unternehmen eine begrenzte Anzahl von Verschmutzungsrechten. Liegen ihre Emissionen über dieser Grenze, müssen sie zusätzliche Emissionszertifikate erwerben; liegen sie darunter, können die Firmen ihre überschüssigen Rechte verkaufen. Das System soll Investitionen in klimafreundliche Technologien begünstigen.

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Der weltweit größte und fortgeschrittenste Emissionshandel existiert seit 2005 in der Europäischen Union. Das EU-System hat nach Ansicht zahlreicher Akteure allerdings einige Konstruktionsfehler, die einen tatsächlichen Nutzen für das Klima verhindern.

Der Umweltausschuss im Europäischen Parlament will bei seiner am Mittwoch beginnenden Sitzung über einen Reformvorschlag der Europäischen Kommission abstimmen, mit der die Zahl der Verschmutzungsrechte vorübergehend reduziert wird.

Den Start des ersten Emissionshandel-Systems in China werten Umweltschützer als positiv: "Das ist der erste Schritt zu einem nationalen Emissionshandel-System", sagte die Greenpeace-Expertin für Klimaschutz und Energie in Ostasien, Li Yan, der Nachrichtenagentur AFP. Analysten geben allerdings zu Bedenken, dass der Emissionshandel nur 38 Prozent des Ausstoßes klimaschädlicher Gase umfasst, und daher nicht zu einem Sinken der Emissionen führen dürfte.

China hat sich keine Ziele zur Minderung der klimaschädlichen Emissionen gegeben. Die Volksrepublik rechnet vielmehr damit, dass der Klimagas-Ausstoß bis mindestens 2030 weiter zunehmen wird. Allerdings hat die Regierung in Peking vorgegeben, dass die Produktion klimatechnisch effizienter werden soll: Der CO2-Ausstoß je Produkteinheit soll bis 2020 um 40 Prozent sinken.

Von

afp

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