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12.02.2012

13:08 Uhr

Energiepolitik

Frankreich verlängert AKW-Laufzeiten

Drei Viertel seines Stroms produziert Frankreich in Kernkraftwerken – und das soll noch lange so bleiben: Präsident Nicolas Sarkozy hat jetzt entschieden, die Laufzeiten der Reaktoren zu verlängern.

Nicolas Sarkozy im Kontrollzentrum des AKW Fessenheim. Frankreichs Präsident setzt ganz auf die Kernkraft. dapd

Nicolas Sarkozy im Kontrollzentrum des AKW Fessenheim. Frankreichs Präsident setzt ganz auf die Kernkraft.

ParisFrankreich will seine Atomkraftwerke deutlich länger am Netz behalten. Präsident Nicolas Sarkozy habe entschieden, die Laufzeiten der Reaktoren über 40 Jahren hinaus zu verlängern, sagte Industrieminister Eric Besson am Sonntag. Die Kraftwerksbetreiber seien gebeten worden, die Laufzeiten auszudehnen.

Ende Januar hatte der französische Rechnungshof erklärt, es gebe keine andere Option als eine Verlängerung der Laufzeiten. Dies wurde damit begründet, dass der Neubau von Kraftwerken oder das Ausweichen auf andere Energieträger zu teuer wäre und nicht rechtzeitig gelingen würde.

Besson stellte sich hinter die Entscheidung des Präsidenten. Der Industrieminister hatte selbst eine Studie über längerfristige Energievorhaben für Europas zweitgrößte Volkswirtschaft in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse am Montag veröffentlicht werden sollen.

„Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es Verschwendung wäre, unsere Reaktoren nach 40 Jahren zu stoppen“, sagte Besson. Frankreich ist wie kein anderes Land der Welt auf die Atomenergie angewiesen: Drei Viertel des Stroms werden in den Kraftwerken hergestellt.

Ende 2022 werden 22 französische Reaktoren 40 Jahre im Betrieb sein. Insgesamt gibt es in dem Land 58 Reaktoren. Das älteste französische Atomkraftwerk Fessenheim steht direkt an der deutschen Grenze in der Nähe von Freiburg.

 

Von

rtr

Kommentare (27)

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debrasseur

12.02.2012, 13:27 Uhr

Mr. Le Président, die Menschen im Dreiländereck der Großregion von Europa, Saar-Lor-Lux-Wallonie-DG Belgiens-Eifel, sind Ihnen zu heißem Dank verpflichtet, daß ein "marodes" KKW Cattenom weiterhin am Netz bleiben darf.

Da sind dann auch die "Störfälle" höchst entschuldbar. Unisono werden diese immer wieder, wie letztens vom 18. Januar 2012, mit wochenlanger Verspätung in den Medien hochgefahren und unters Volk gejubelt, störfrei. Halb so schlimm, wenn es sonst nichts ist.

Ob die Landsleute in Lothringen denselben Gedankengang hegen, das wird sich in den Wahlen hoffentlich niederschlagen. Allez Hollande.

Account gelöscht!

12.02.2012, 13:51 Uhr

Sind denn die Franzosen so dumm ,das sie nicht wissen wie gefährlich Kernkraftwerke sind? Bei uns weiß das schon jeder Oberschüler, und wenn er"s nicht weiß, dann sagt"s ihm sein Lehrer. So können uns Tsunamis und Erdbeben gar nichts anhaben. Außerdem ist die Gewinnung aus Wind- und Sonnenenergie ja viel viel billiger, weil ja schon die Kosten wegfallen, die durch die Demonstrationen gegen AKW"s verursacht werden. Und wenn der Wind mal nicht weht und die Sonne nicht scheint, dann haben wir ja immer noch den Strom aus Frankreich, oder England, Schweden, Finnland, Holland, Tschechei, Slowakei, Slowenien, Ukraine. In Polen wird ja grad ein AKW gebaut, so dass der elektrische Strom aus der Steckdose nie versiegen wird. Deutschland ist für die Zukunft gerüstet, nicht zuletzt auch wegen der hohen Intelligenz seiner Meinungsmacher.

Revisor

12.02.2012, 14:17 Uhr

Anscheinend sind die Franzosen keine von der German-Angst geprägte und den vielen politisierenden Antikernkraft-Möchtegern-Experten verdummte Gesellschaft.

Gut für Frankreich, daß das Merkozy-Prinzip nicht überall funktioniert !

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