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12.01.2009

15:10 Uhr

Energieversorgung

EU verkündet Einigung im Gasstreit

Russland wird nach Angaben der EU-Ratspräsidentschaft am Dienstagmorgen seine Gaslieferungen wieder aufnehmen. Die gemeinsame Vereinbarung sei von allen Seiten unterzeichnet worden, sagte Kommissionssprecher Ferran Tarradellas am Montag in Brüssel.

Am Dienstag soll Gas wieder fließen. Foto: dpa Quelle: dpa

Am Dienstag soll Gas wieder fließen. Foto: dpa

HB BRÜSSEL. Der Vizechef des russischen Staatskonzerns Gazprom, Alexander Medwedjew, versprach in Brüssel, die Gaslieferungen über die Ukraine würden am Dienstag um 08.00 MEZ wieder beginnen. „Das Gas wird am Morgen wieder fließen“, sagte auch Tarradellas.

Die Ukraine hatte im Gasstreit mit Russland am Montagmorgen das Abkommen über eine internationale Beobachtermission unterzeichnet, dieses Mal ohne eine von Moskau kritisierte Zusatzerklärung, wie Gazprom bestätigte.

Das Abkommen zur Überwachung des Gas-Transits durch die Ukraine

Das Abkommen zwischen Russland, der Ukraine und der Europäischen Union für eine internationale Beobachtermission ist relativ kurz und einfach formuliert.

ZIEL:

Einen Überwachungsmechanismus für den Transit von Erdgas, das vom russischen Konzern Gazprom eingespeist wurde, in die Europäische Union einzurichten. Die beteiligten Parteien verpflichten sich, einen kompletten und unbegrenzten Zugang zu allen relevanten Einrichtungen zu garantieren.

MANDAT:

Die Beobachter sollen Daten über den Gasfluss in der Ukraine, Russland und in EU-Mitgliedstaaten sammeln. Das heißt: Kontrolle, wieviel Gas in die Ukraine geleitet wird und wieviel Gas davon nach dem Transit durch die Ukraine in den Westen gelangt. Zudem Überwachung der technischen Aspekte des Gastransports, inklusive der in der Ukraine liegenden unterirdischen Gasspeicher. Erarbeitung von Vorschlägen zur Optimierung des Gas-Transits durch die Ukraine.

EINSATZGEBIET:

Auf dem Territorium der Ukraine sind dies unterirdische Gasspeicher und folgende Messstationen: Orlovka, Tekovo, Beregovo, Uzhgorod und Drozdovichi. Auf russischer Seite werden Beobachter an Stellen in Sudja, Pisarevka, Valujki und Platovo den Gasfluss kontrollieren. Zudem wird an den an die Ukraine grenzenden EU-Staaten kontrolliert, wie viel Gas ankommt.

DAUER:

Der Einsatz soll so lange wie notwendig dauern. An den Messstationen erhaltene Informationen sollen zeitgleich nach Kiew, Moskau und Brüssel übermittelt werden. Die Kosten sollen von den Entsendern übernommen werden.

TEILNEHMER:

Experten der Energieministerien Russlands und der Ukraine, der Konzerne Gazprom und Naftogas sowie der EU-Kommission und europäischen Energieunternehmen. Dazu gehören Vertreter von Konzernen, die russisches Erdgas über die Ukraine beziehen wie GdF Suez (Frankreich), E.ON Ruhrgas, Wingas (Deutschland), RWE Transgas (Tschechien), SPP (Slowakei), EconGas (Österreich), ENI (Italien), FGSZ Ltd. (Ungarn), EAO Sofiagaz (Bulgarien) und Public Gas Corporation of Greece (Griechenland). Die Kommission, Russland und die Ukraine sollen jeweils nicht mehr als 25 Experten entsenden.

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