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20.05.2014

12:44 Uhr

Engere Beziehung

Russland und China wollen militärische Kooperation ausweiten

Wladimir Putin wirbt in China für engere Beziehungen zu Peking. Dutzende Abkommen hat Russlands Präsident im Gepäck. Besonders wichtig ist ein Gasabkommen. Es gebe gute Aussichten. Aber um die Details wird noch gerungen.

Wladimir Putin und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping wollen mehr Sicherheit in der Welt und setzen auf eine enge militärische Zusammenarbeit. dpa

Wladimir Putin und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping wollen mehr Sicherheit in der Welt und setzen auf eine enge militärische Zusammenarbeit.

Shanghai Russland und China wollen militärisch enger zusammenarbeiten. Die Kooperation zwischen beiden Ländern sei ein wesentlicher Faktor für Sicherheit in der Welt, sagte Russlands Präsident Wladimir Putin nach einem Treffen mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping laut Nachrichtenagentur Itar-Tass. Es gebe gute Aussichten für den gemeinsamen Bau eines großen Flugzeuges und eines Helikopters.

Gleichzeitig war für Dienstag der Auftakt eines mehrtägigen Manövers von russischen und chinesischen Militärschiffen im Ostchinesischen Meer geplant. In der Region liegt China seit langer Zeit mit Japan im Streit um eine Gruppe von unbewohnten Inseln.

Im Zentrum des zweitägigen Staatsbesuches von Putin in China steht der Abschluss zahlreicher Verträge. Insgesamt sollen bei Putins China-Reise rekordverdächtige 43 Abkommen unterzeichnet werden. Seit Jahren ringen Russland und China um den Abschluss eines neuen Gasvertrages. Ein neues Abkommen stehe kurz bevor, hatte Putin am Montag angedeutet.

Die Diskussionen in Shanghai über das Gasabkommen seien bereits sehr weit, und China könne „jeden Moment“ das Abkommen unterzeichnen, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow nach Angaben von Itar-Tass. Noch sei keine Einigung über den Preis für die Gaslieferungen gefunden worden. Schon im vergangen Jahr hatten beide Länder einen Durchbruch in den Verhandlungen gefeiert, aber beide Seiten konnten sich nicht auf einen Preis einigen.

Die Visite in Shanghai erfolgt vor dem Hintergrund der schweren Krise in der Ukraine. Putins Gespräche mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in der ostchinesischen Hafenmetropole gelten auch als Zeichen an den Westen, dass Moskau die Suche nach neuen Partnern intensiviert. Am Dienstag wollte Putin in Shanghai zudem mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zusammenkommen. Beide nehmen an einem Sicherheitsgipfel asiatischer Länder teil.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

20.05.2014, 13:05 Uhr

Das war eine absehbare Konsequenz der brillianten US-Politik, Rußland und Europa mittels der Ukraine-Krise zu spalten ("Teile und Herrsche" entsprechend der alten britischen Heartland-Theorie): zwei jahrhundertealte (traditionelle) Todfeinde werden unter dem Druck des Dollar-Imperiums notgedrungen "Freunde" - weil ihnen nichts anderes übrigbleibt, als aus Überlebensgründen endlich einzusehen, daß sich sowohl ihre Wirtschaften als auch die geopolitischen Ziele prächtig ergänzen. Das heißt aus US-Sicht, glaube ich "collateral damage" oder vielleicht besser "unintended consequences". Auf Deutsch: sich ins eigene Bein schießen.

Immerhin, dabei ist es den USA gelungen, neben Rußland jetzt auch noch China (und deren Verbündeten), dh. also in etwa die halbe Welt zu isolieren und "einzukreisen".

Bravo, Dollar-Imperium! Bleibt jetzt nur noch die Aufgabe, sich den Rest der Welt zu entfremden, damit man dann auch noch die gesamte restliche Welt isolieren und einkreisen kann!

Account gelöscht!

20.05.2014, 13:11 Uhr

Ich finde es gut.

Eine echte Weltmacht entsteht.

Und Deutschland würde es gut tun, sich an "alte" Zeiten zu erinnern.

Russland war da immer ein guter Freund.

Account gelöscht!

20.05.2014, 13:30 Uhr

Wenn Russland das wirtschaftlichen Erfolg braucht und China Rohstoffe und Land, sich zu einer militärischen und wirtschaftlichen Union zusammen finden, dann spielt sich alles weitere in Asien ab. Europa wird nicht ganz verhungern, aber bedeutungslos werden, zumal die Amerikaner schon lange erkannt haben , dass Asien der wichtigste Wirtschaftsraum wird. In Europa können wir uns alle die Schuhe gegenseitig putzen. Oualifiziertes Personal ist ja in Massen vorhanden.

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