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22.10.2014

15:34 Uhr

England

Taxifirma sendet auf Wunsch weiße Fahrer

Vor zwei Jahren erschütterte ein Missbrauchsskandal die englische Region Rochdale. Neun Männer aus Pakistan und Afghanistan wurden verurteilt. Doch das beruhigt die Einwohner offenbar noch nicht.

In Rochdale steigt die Nachfrage nach weißen Taxifahrern aus Angst vor britischen Islamisten. ap

In Rochdale steigt die Nachfrage nach weißen Taxifahrern aus Angst vor britischen Islamisten.

RochaleEine Taxifirma in der nordenglischen Region Rochdale schickt ihren Kunden auf deren Bitten weiße Fahrer. Die Nachfrage sei zuletzt aus Angst vor britischen Islamisten gestiegen, sagte der Chef von „Car 2000“, Stephen Campbell, am Mittwoch. „Wir bewerben sowas nicht, aber wenn man anruft und fragt, „Kann ich einen weißen Fahrer haben?“, dann werden wir einen zur Verfügung stellen.“ Über den Fall hatte zunächst der „Guardian“ berichtet.

Die Leute fragten meist nach „einheimischen“ Fahrern und meinten damit Weiße, sagte Campbell, dabei seien alle seine Fahrer in der Region geboren. Er sei mit diesen Anfragen nicht einverstanden, aber wenn er den Wünschen nicht nachkäme, verlöre er Kunden. Zwei andere Taxifirmen in der Gegend würden nur weiße Fahrer einstellen.

So viel kostet ein Terroranschlag

Die exakten Kosten...

... ... für Anschläge von Terrororganisationen sind schwierig zu bestimmen, wurden jedoch gerade als Folge von 9/11 von den Ermittlungsbehörden taxiert.

500.000 US-Dollar...

... haben demnach die Anschläge vom 11. September gekostet. Es ist die höchste Summe, die soweit bekannt, jemals für einen Terrorangriff ausgegeben wurde. Bereitgestellt wurde das Geld durch Überweisungen.

Die Kosten-Nutzen-Rechnung...

... aus Sicht der Islamisten ist dabei gerade nach 9/11 perfekt aufgegangen. Den 500.000 investierten Dollars stehen direkte Kosten des Sachschadens 15,5 Milliarden US-Dollar gegenüber plus weitere Milliarden Belastungen der Haushalte durch den „Kampf gegen den Terror“ und gesamtwirtschaftliche Kosten, etwa für Fluglinien und Versicherungen.

Die Bombenanschläge auf Bali...

... mit mehr als 200 Todesopfern im Oktober 2002 kosteten die Terroristen deutlich weniger. So wird die Summe, die dafür aufgewendet wurde, mit 50.000 Dollar taxiert.

Die Anschläge von Madrid...

... vom 11. März 2004 auf Nahverkehrszüge, bei denen 192 Menschen starben, werden mit maximal 15.000 Dollar angegeben.

Extrem niedrige Kosten...

... für die Islamisten verursachten die Anschläge auf die U-Bahn in London im Juli 2005 mit mehr als 30 Toten zur Rushhour am 7. Juli 2005. Die vier Bomben, vier Rucksäcke, Handys und Zugtickets kosteten die Terroristen höchstens 2000 Dollar.

Diese Mikrofinanzierung...

... des Terrors macht es so schwierig, die Finanzströme mit den üblichen Kontrollen aufzudecken und zu stoppen. Das zentrale Mittel dieser Organisationen sind die selbstmordbereiten Attentäter, für deren individuellen und kollektiven Deradikalisierung aus Sicht von Experten zu wenig getan wird.

Quelle

German Institute of Global and Area Studies/Konrad-Adenauer-Stiftung/eigene Recherche

Entstanden sei der Wunsch nach Fahrern mit heller Hautfarbe 2012 während eines Missbrauchsskandals in Rochdale, als neun Männer aus Pakistan und Afghanistan zu langen Haftstrafen verurteilt worden waren. Zwei von ihnen waren zuvor bei einer Firma beschäftigt gewesen, die „Car 2000“ übernahm. Mark Widdup, der in der Regionalverwaltung für Wirtschaft und Umwelt zuständig ist, sagte, der Fall werde von Rechtsexperten geprüft.

Von

dpa

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