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14.03.2011

04:30 Uhr

Engpässe um Tokio

Energiekonzern rationiert den Strom

VonFinn Mayer-Kuckuk, dpa , dapd

Drei Stunden lang gab es keinen Strom in Tokio und weiteren Städten Japans. Planmäßig, nur etwas verspätet, wurde die Energiezufuhr gedrosselt. Auf Blackouts müssen sich die Japaner noch für einige Zeit einstellen.

Mobiltelefone können Japaner nicht mehr jederzeit aufladen. Quelle: dapd

Mobiltelefone können Japaner nicht mehr jederzeit aufladen.

NagoyaUrsprünglich hatte der japanische Stromversorger Tepco vorgehabt, mit der beispiellosen Rationierungsaktion für das Gebiet rund um die Millionenstadt Tokio am Montagmorgen (Ortszeit) zu beginnen, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo. Nun solle die Stromversorgung erst einige Stunden später am Vormittag oder Mittag heruntergefahren werden. Die Verschiebung sei möglich geworden, weil sich ein geringerer Verbrauch abzeichne, berichtete Kyodo weiter.

Für drei Stunden wurde am Montag in Tokio und anderen japanischen Städten der Strom abgeschaltet. 1,9 Millionen Haushalte waren von den Blackouts betroffen. Doch viele Menschen mussten auch auf andere Grundversorgung verzichten: Mindestens 1,4 Millionen Haushalte waren ohne Wasserversorgung.

Hintergrund der Energierationierung sind die Schäden an den Atomanlagen im Nordosten und die massiven Engpässe in der Stromversorgung. Auch andere Stromkonzerne planen ähnliche Aktionen, um mit der noch vorhandenen Energie besser hauszuhalten. Die Menschen werden zudem aufgerufen, wo es nur irgend geht auf Energieverbrauch zu verzichten. Bereits jetzt sei absehbar, dass Tepco die Stromrationierung bis mindestens Ende April aufrechterhalten werde.

Von der Drosselung, die zu permanenten oder teilweisen Stromausfällen führt, sollen die meisten der 45 Millionen Einwohner im Versorgungsgebiet Tepcos betroffen sein. Tokios Stadtgebiet selber werde aber so gut es geht ausgenommen - wegen der vielen Regierungsgebäude und Firmenzentralen.

Die Tokyo Electric Power Company (Tepco) ist auch der Betreiber des Unglücks-Atomkraftwerks Fukushima. Nach Angaben des Energieriesen gibt es in Japan zehn Stromversorger, die die Versorgung des Landes in Gebieten unter sich aufgeteilt haben. Tepco ist demnach für die Region in und um die Millionenhauptstadt Tokio zuständig.

Nach dem schweren Erdbeben in Japan wird in der Hauptstadt Tokio die Elektrizität rationiert. Dabei werde es vorübergehend zu vollständigen Stromausfällen kommen, wie das Versorgungsunternehmen der Stadt am Sonntag mitteilte. Ab Montag werde auch in anderen Städten des Landes der Strom zeitweise abgestellt.

Der japanische Wirtschaftsminister Banri Kaieda bereitete die Bevölkerung bereits auf einen erheblichen Engpass in der Stromversorgung vor. "Wegen des schweren Erdbebens produzieren mehrere wichtige Kernkraftwerke keinen Strom", sagte Kaieda. "Die Nachfrage wird auf absehbare Zeit deutlich über den Angebot liegen."

Die Regierung setzt nun auf die Zusammenarbeit der Wirtschaft und der Bevölkerung. "Wir bitten die Bevölkerung um größte Zurückhaltung beim Verbrauch von elektrischem Strom", sagte Kaieda. Er ruft auch die Industrie auf, Energie zu sparen, wo immer es geht und nicht benötigte Anlagen abzuschalten.

Der zuständige Energieversorger Tokyo Electric Power (Tepco) hatte zuvor bekannt gegeben, Städten und Gemeinden reihum den Strom abschalten zu müssen, um die fehlenden Produktionskapazitäten auszugleichen. Auch einzelne Stadtteile von Tokio werden künftig nachts dunkel bleiben.

Kommentare (1)

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Alternorix

13.03.2011, 21:40 Uhr

…und da diskutieren wir hier derweil noch um den E10 Super Gau im Fahrzeugtank?Laßt uns von den Japanern lernen:dort kein Strom-aussitzen und abwarten,hier kein E5 Super-abwarten und aussitzen.Basta!

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