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12.01.2010

14:53 Uhr

Entführte Deutsche

Jemen hat Kontakt zu Geiseln

Für die deutschen Geiseln im Jemen gibt es Hoffnung: Wie bei Westerwelles Besuch in Sanaa angekündigt, hat die jemenitische Regierung offenbar Kontakt zu den Entführern. Seit dem vergangenen Juni ist die fünfköpfige Familie verschollen.

Sicherheitsbeamter vor dem jemenitischen Außenministerium: Offenbar Kontakt zu den Entführern der Deutschen. Reuters

Sicherheitsbeamter vor dem jemenitischen Außenministerium: Offenbar Kontakt zu den Entführern der Deutschen.

HB SANAA. Die Regierung des Jemen hat nach eigenen Angaben Verhandlungen mit den Entführern der Familie aus Sachsen aufgenommen, die vor sieben Monaten im Norden des Landes verschleppt worden war. Außenminister Abu Bakr al-Kirbi sagte am Dienstag vor der Presse in der Hauptstadt Sanaa: „Wir verhandeln jetzt über ihre Freilassung.“ Die Geiselnehmer und die Entführten hielten sich in der nördlichen Provinz Saada auf. Wer die Entführer sind, sagte der Minister nicht.

Das Ehepaar mit seinen drei Kleinkindern war im vergangenen Juni gemeinsam mit einem britischen Ingenieur in der Provinz Saada entführt worden. Von den Kindern war vor einigen Wochen ein Video aufgetaucht. Von den drei Erwachsenen gibt es bisher kein Lebenszeichen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte am Montag zum Abschluss einer Reise an den Golf einen Abstecher nach Sanaa gemacht, wo er mit Regierungsvertretern unter anderem über das Schicksal der deutschen Geiseln sprach. Nach einem Treffen mit Präsident Ali Abdullah Salih hatte er erklärt, dieser habe ihm gesagt, die jemenitische Führung kenne den Aufenthaltsort der Geiseln.

Die jemenitische Regierung hatte bislang die Anhänger des schiitischen Rebellenführers Abdulmalik al-Houthi beschuldigt, gegen die ihre Truppen seit August im Norden des Landes Krieg führen. Die Rebellen bestreiten jede Beteiligung an der Entführung und behaupten, militante Gruppen, die mit der Regierung in Verbindung stünden, hätten die Deutschen entführt. Dies solle der Regierung einen Vorwand für eine neue Militäroffensive in Saada liefern.

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