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15.05.2014

04:48 Uhr

Entführte Schülerinnen

Nigeria lehnt Austausch gegen Gefangene ab

Der nigerianische Präsident hat sich gegen einen Austausch der entführten Schülerinnen gegen Häftlinge ausgesprochen. Bei der Suche nach den Mädchen bestätigten die USA unterdessen, auch Drohnen einzusetzen.

Vor der nigerianischen Botschaft in Washington forderten Demonstranten die Freilassung der über 200 Schülerinnen in Nigeria. AFP

Vor der nigerianischen Botschaft in Washington forderten Demonstranten die Freilassung der über 200 Schülerinnen in Nigeria.

WashingtonNigerias Präsident Goodluck Jonathan will zur Freilassung der 223 von Boko Haram verschleppten Schulmädchen doch keine inhaftierten Islamisten auf freien Fuß setzen. Das habe Jonathan im Gespräch mit ihm am Mittwoch sehr klar gemacht, sagte der britische Afrika-Minister Mark Simmonds in Abuja. Der Präsident habe ihm gesagt, er werde "nicht mit Boko Haram über einen Austausch der entführten Mädchen gegen Häftlinge verhandeln".

Großbritannien habe Nigeria zudem weitere Unterstützung einschließlich Überwachungsflugzeuge angeboten. Nigeria habe das Angebot angenommen. Rebellenchef Abubakar Shekau hatte den Austausch vorgeschlagen.

Die USA bestätigten unterdessen, dass sie bei ihrer Suche nach Schülerinnen auch Aufklärungsdrohnen ein. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte am Mittwoch, dass neben einem bemannten Aufklärungsflugzeug ebenfalls eine Drohne vom Typ Global Hawk über dem westafrikanischen Land fliege.

Die in großer Höhe fliegende Global Hawk kann mit Radar und ausgetüftelten Sensoren täglich eine Fläche von rund 100.000 Quadratkilometern unter die Lupe nehmen. Sowohl die Drohne als auch das Turbopropflugzeug MC-12 sind den Angaben zufolge unbewaffnet.

Die US-Regierung hatte bereits am Montag erklärt, die Suche nach den entführten Mädchen in Nigeria mit Aufklärungsflügen voranbringen zu wollen, aber zunächst keine Details genannt. Washington unterstützt die Regierung in Abuja auch mit einem Expertenteam, dem Militärangehörige des US-Regionalkommandos für Afrika (AFRICOM), FBI-Polizisten sowie Mitarbeiter des Außenministeriums und der US-Entwicklungshilfebehörde USAID angehören.

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Kämpfer der Islamistengruppe Boko Haram hatten Mitte April eine Schule in der Stadt Chibok im Nordosten Nigerias überfallen und 276 überwiegend christliche Schülerinnen verschleppt. Einige konnten fliehen, doch werden noch immer 223 Schülerinnen vermisst. Vor einer Woche entführte die Gruppe, die für einen islamistischen Staat im Norden Nigerias kämpft, elf weitere Mädchen. Boko Haram will nur im Austausch gegen inhaftierte Anhänger einige Geiseln freilassen.

Kommentare (1)

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15.05.2014, 09:24 Uhr

Korrekt! So schlimm das für die Betroffenen ist, mit Terroristen/Geiselnehmern/Verbrechern verhandelt man nicht.
Vielleicht sollte man mal etliche Millionen US$ Belohnung auf die führenden Köpfe der Verbrecher (auf den Chef der Boko Haram 10 Millionen) aussetzen. Das ist schon in zivilisierten Ländern eine gewaltige Summe, geschweige denn in Afrika und sollte eigentlich Wirkung zeigen.

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