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20.01.2009

18:40 Uhr

Entführungsfall im JemenJemen

Entführer lassen deutsche Geisel frei

Der am Sonntag im Jemen entführte deutsche Staatsbürger ist wieder frei. Der Deutsche und zwei einheimische Kollegen seien bereits am Montag freigelassen worden, teilte das Innenministerium in Sanaa am Dienstag mit.

dpa SANAA. Die Entführer des im Jemen gekidnappten Deutschen sollen den Ingenieur und zwei jemenitische Kollegen am Dienstagabend freigelassen haben. Die drei Ingenieure würden noch in der Nacht zum Mittwoch in der Hauptstadt Sanaa erwartet, meldete die staatliche jemenitische Nachrichtenagentur Saba. Die drei Männer waren am Sonntagnachmittag verschleppt worden.

Die Freilassung sei das Ergebnis von Verhandlungen, die Montagnacht begonnen hätten, sagte ein Regierungsbeamter unter Berufung auf Vermittler. Seinen Angaben zufolge hatte General Ali Mohsen al-Ahmar, ein Halbbruder von Präsident Ali Abdullah Salih, zuvor versprochen, dass die Behörden die Forderung der Entführer wohlwollend prüfen werden. Al-Ahmar habe einen Gesandten in das von den Sicherheitskräften umstellte Dorf der Entführer geschickt. Diesem sollte die deutsche Geisel übergeben werden, hieß es.

Bewaffnete Angehörige des Lakmusch-Stammes hatten den deutschen Ingenieur und zwei seiner jemenitischen Kollegen am vergangenen Sonntag in der Provinz Schabwa, rund 570 Kilometer südöstlich von Sanaa, verschleppt und in ein Versteck in den Bergen gebracht. Sie forderten die Freilassung eines nahen Verwandten, der wegen eines 1989 begangenen Mordes an einem Angehörigen des gleichen Stammes im Polizeigefängnis sitzt. Dieser war nach dem Mord nach Saudi-Arabien geflohen und erst vor einem Monat illegal in den Jemen zurückgekehrt, wo er prompt verhaftet wurde.

Der Ingenieur, der nach Informationen der „Bild“-Zeitung 56 Jahre alt ist und aus Niedersachsen stammt, arbeitet im Jemen für das Unternehmen Amec Spie Hawk am Bau einer 320 Kilometer langen Gas-Pipeline. Der Gouverneur von Schabwa sagte nach Angaben des Verteidigungsministeriums: „Den drei Ingenieuren ist kein Leid zugefügt worden.“

Im vergangenen Dezember hatten bewaffnete Stammesangehörige im Jemen drei Deutsche aus Kiel entführt, die nach fünf Tagen freikamen. Auch damals hatten die Entführer versucht, Angehörige ihres Clans freizupressen. Diese sitzen allerdings nach Angaben von Beobachtern in Sanaa immer noch im Gefängnis. Offiziell nicht bestätigt wurde damals, dass die Entführer vor der Freilassung der deutschen Architektin und ihrer Eltern 100 000 $ als „Kompensation“ für ein Immobiliengeschäft erhalten haben sollen, bei dem sie sich übervorteilt gefühlt hatten.

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