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05.07.2012

15:44 Uhr

Enthüllungsplattform

Wikileaks kündigt E-Mails zu Syrien an

Wikileaks meldet sich mit neuen Veröffentlichungen zurück. Die Enthüllungsplattform will zwei Millionen E-Mails über die syrischen Machthaber veröffentlichen. Das Material soll nicht nur für Syrien „peinlich“ sein.

Die E-Mails von Wikileaks sollen nicht nur für Syriens Machthaber Baschar al-Assad peinlich sein. dpa

Die E-Mails von Wikileaks sollen nicht nur für Syriens Machthaber Baschar al-Assad peinlich sein.

LondonDie Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks hat mit einer neuen Veröffentlichung auf sich aufmerksam gemacht. Wikileaks machte am Donnerstag die ersten von mehr als zwei Millionen E-Mails syrischer Politiker und anderer Persönlichkeiten sowie von Ministerien und Unternehmen des Landes öffentlich, wie Wikileaks-Sprecherin Sarah Harrison bei einer Pressekonferenz in London sagte. Die Korrespondenzen stammten aus den Jahren 2006 bis 2012.

Die E-Mails seien "verfänglich für Syrien, aber ebenso verfänglich für die Oppositionellen außerhalb Syriens", erklärte Wikileaks-Mitbegründer Julian Assange, der sich Mitte Juni vor einer drohenden Auslieferung an Schweden in die Botschaft Ecuadors in London geflüchtet hatte. Genauere Angaben zum Inhalt der E-Mails machten der 41-Jährige und Sprecherin Harrison nicht.

Wikileaks arbeite bei der Veröffentlichung mit internationalen Medienorganisationen zusammen, darunter aus Deutschland die ARD. „Das Material ist peinlich für Syrien, aber auch für seine Gegner“, heißt es in einer Mitteilung. Es sei nicht so sehr für Schuldzuweisungen geeignet, sondern dafür, den Konflikt zu verstehen.

Mitte März hatte die britische Zeitung "The Guardian" E-Mails veröffentlicht, die von den privaten Accounts des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und dessen Frau Asma stammen sollten. Die E-Mails zeigen demnach, dass sich die syrische Regierung bei der Niederschlagung der seit mehr als einem Jahr andauernden Proteste im Land offenbar mehrfach vom Iran beraten ließ. Weitere Mails belegten demnach den ausschweifenden Lebensstil des Präsidentenpaars.

Assange hält sich derzeit in der ecuadorianischen Botschaft in London auf, wo er politisches Asyl beantragte. Er soll von Großbritannien an Schweden ausgeliefert werden, wo ihm Sexualdelikte zur Last gelegt werden. Assange fürchtet aber, letztlich an die USA ausgeliefert und dort wegen brisanter Enthüllungen durch sein Internetportal Wikileaks verfolgt zu werden.

Kommentare (2)

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Thomas-Melber-Stuttgart

05.07.2012, 15:54 Uhr

Ich wäre 'mal auf die Regierungs-e-Mails aus der Schröder-Fischer-Zeit gespannt.

dadafiffi

05.07.2012, 15:57 Uhr

Wikileaks wird jetzt instrumentalisiert. Offenbar nutzt man jetzt deren Namen um gegen Assad vorzugehen, denn miltiärisch kommt die Nato, als Aufständische getarnt, nicht wirklich weiter.
Syrien ist nicht Libyen, das hat der Abschuss gezeigt, im Lande sind immerhin 100 000 Russen. Vielleicht schafft man mit Hilfe von Wikileaks die Bevölkerung in Europa auf einen Angriff auf den bösen "Schlächter" vorzubereiten.
Mal sehen was da jetzt so kommt. Die psychologisch ausgearbeitete Desinformation und Agitation läuft auf Hochtouren.

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