Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.01.2012

17:22 Uhr

Entspannung am Golf

Teheran lobt US-Befreiung iranischer Seeleute

Nach heftigen rhetorischen Auseinandersetzungen setzt der Iran nun auf eine verbale Entspannungspolitik. Die Befreiung von 13 iranischen Seeleute aus den Händen von Piraten seien eine "humanitäre Geste" der USA.

Öffentliche Entspannungspolitik: Die USA befreien 13 iranische Seeleute. Reuters

Öffentliche Entspannungspolitik: Die USA befreien 13 iranische Seeleute.

TeheranNach der Befreiung von 13 iranischen Seeleuten durch die US-Marine hat die Führung des Iran den USA eine „positive humanitäre Geste“ bescheinigt. „Wir begrüßen dies“, sagte der iranische Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast am Samstag dem Fernsehsender Al-Alam. Derweil entsandte die britische Armee ein Kriegsschiff neuester Bauart zu seiner ersten Mission in die Golfregion. 

Die US-Streitkräfte hätten das Leben der iranischen Seeleute, die sich in der Gewalt somalischer Piraten befanden, gerettet, sagte Mehmanparast dem Sender Al-Alam. Dies sei eine „positive humanitäre Geste“, die sein Land begrüße. „Wir erwarten, dass alle Staaten so handeln“, fügte er allerdings hinzu. Irans Staatsmedien hatten zunächst zurückhaltend reagiert. 

Die US-Regierung hatte am Freitag erklärt, Soldaten des Zerstörers „USS Kidd“ hätten die 13 Iraner am Vortag im Arabischen Meer auf ihrem gekaperten Schiff befreit und 15 Piraten festgenommen. „Es ist, als ob Gott euch geschickt hätte“, zitierte die US-Tageszeitung „New York Times“ einen der geretteten Iraner. Zwei Journalisten der Zeitung waren nach der Rettungsaktion an Bord des Schiffs gegangen. Nach US-Regierungsangaben versorgten die US-Soldaten das iranische Schiff später mit Treibstoff sowie Lebensmitteln. 

Die „USS Kidd“ begleitet den Flugzeugträger „USS John C. Stennis“, der sich derzeit in der Region aufhält und vor dessen Durchfahrt durch die für Öltransporte wichtige Straße von Hormus der Iran die USA in den vergangenen Tagen gewarnt hatte. Das Schiff solle nach seiner Ausfahrt aus dem Persischen Golf besser nicht dorthin zurückkommen, hieß es von Seiten der iranischen Armee. 

Der Anti-Piraten-Einsatz ist wegen der aktuellen Spannungen brisant. Teheran hatte kürzlich gedroht, die Straße von Hormus zu sperren, sollten wegen des umstrittenen iranischen Atomsprogramms verhängte westliche Sanktionen nicht gelockert werden. Nach einem zehntägigen Manöver der iranischen Marine in der Meerenge sollen dort nun auch Übungen der Revolutionsgarden stattfinden. 

Am Samstag kündigte das britische Verteidigungsministerium an, sein neuestes Kriegsschiff „HMS Daring“ in die Golfregion zu schicken. Der Zerstörer ist mit einem Schutzschirm ausgestattet, der Radarsystemen seine Ortung erschwert. Die Entsendung war zwar seit mehr als einem Jahr geplant, könnte vom Iran in der aktuellen Situation aber als neue Provokation angesehen werden. 

Von

afp

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

cloud

07.01.2012, 18:35 Uhr

God Bless America!

So sind sie, so kennt man sie…

Verlässliche Freunde, statt deutsche Weicheier und Schleimer, neoliberale Verwirrte…

Eine beeindruckende Nation und Menschen!

Na,
wie lange muss ich auf die kleinen Wadenbeißer und R….. warten?

Mensch

07.01.2012, 20:13 Uhr

das hatnichts mit Politik zu tun. Menschen haben Menschen in Not geholfen. Und ist was wirklich zaehlt.

cloud

08.01.2012, 00:19 Uhr

Genau so hätten die Iraner auch bei einem amerikanischen Fischerboot gehandelt. Jedes andere islamische Land selbstverständlich auch.

Traum und Wirklichkeit…

Deshalb sind mir die Amerikaner auch sympathischer als alle anderen Pharisäer!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×