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08.01.2011

17:05 Uhr

Entspannungssignale

Nordkorea schlägt neuen Dialog mit Südkorea vor

Zwischen dem verfeindeten Nord- und Südkorea gibt es weitere Signale der Entspannung. Über offiziellen Medienkanäle rief Nordkorea den Süden erneut zu Gesprächen ohne Vorbedingungen auf. Südkorea reagierte zurückhaltend.

Zwei nordkoreanische Soldaten an der innerkoreanischen Grenze. picture alliance / dpadpa

Zwei nordkoreanische Soldaten an der innerkoreanischen Grenze.

HB SEOUL. Nach den kriegerischen Gesten auf der koreanischen Halbinsel in den vergangenen Wochen hat Nordkorea erneut die schnelle Aufnahme von Gesprächen mit Südkorea vorgeschlagen. Außerdem kündigte das Komitee für die friedliche Wiedervereinigung des Vaterlandes am Samstag an, ein Büro für die innerkoreanische wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Grenzstadt Kaesong im Norden wieder öffnen zu wollen. Das Büro hatte Nordkorea angesichts der Spannungen im vergangenen Jahr geschlossen. Südkorea reagierte zunächst zurückhaltend auf die Erklärung.

Ein Sprecher des Vereinigungsministeriums in Seoul teilte mit, man überprüfe die Erklärung aus Pjöngjang. Das Ministerium hatte vor einigen Tagen einen früheren Dialogvorschlag aus dem kommunistischen Nachbarland als "nicht ernsthaft" zurückgewiesen. Die staatlichen Medien Nordkoreas hatten am Mittwoch einen Vorschlag zur Beilegung der Spannungen veröffentlicht, in dem zu einer baldigen Aufnahme von Gesprächen aufgerufen wurde.

Südkorea solle jeden "unnötigen Zweifel ablegen" und positiv auf den Vorschlag antworten, hieß es in der von den nordkoreanischen Medien veröffentlichten Erklärung des Komitees. "Wir schlagen formal eine bedingungslose und frühe Aufnahme von Gesprächen zwischen den Obrigkeiten in Nordkorea und Südkorea vor". Zeit, Ort sowie die Frage, auf welcher Ebene der Dialog aufgenommen werde, sollten gemeinsam besprochen und vereinbart werden.

Auch schlug Nordkorea eine baldige Wiederaufnahme von Gesprächen zwischen den Rot-Kreuzverbänden beider Länder über humanitäre Frage sowie Unterredungen über den wirtschaftlichen Austausch und die Fortsetzung eines Reiseprogramms für das grenznahe nordkoreanische Kumgang-Gebirge vor. Die Gespräch könnten in Kaesong Ende dieses Monats oder Anfang Februar stattfinden, hieß es weiter. Das gemeinsame Büro in Kaesong wolle man als "Maßnahme in gutem Glauben" wieder öffnen.

Die Spannungen waren durch einen nordkoreanischen Angriff auf eine zu Südkorea gehörende Insel im November gewachsen. Bei dem Beschuss der Insel Yonpyong, die nahe der umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer liegt, waren vier Südkoreaner getötet worden.

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